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Analyse

Mais: Langsame US-Aussaat hält Preise oben

von , am
07.04.2014

Am Maismarkt sind es derzeit vier Faktoren die die Preise am meisten bewegen.

Mais toleriert keine Bodenverdichtungen. © Mühlhausen/landpixel
Am Maismarkt sind es derzeit vier Faktoren die die Preise bewegen. Das größte Gewicht für die Maispreise hat dabei sicherlich der Aussaatfortschritt in den USA. Dort verzögern der lange Winter und die gefrorenen Böden die Aussaat. Heute Abend wird das Crop-Monitoring des USDA Aufschluss über die bisherige Maisaussaat in den einzelnen US-Bundesstaaten geben. Der nächste wichtige Einflussfaktor auf die Preise ist der Umfang die laufenden Exporte der USA. Wichtig für die Angebotssituation im nächsten Jahr wird zudem die aktuelle Maisaussaat in der Ukraine sein. Hinzu kommt die laufende Ernte in Südamerika, die bis zur neuen US-Ernte für die globale Versorgung von großer Bedeutung ist. Zur südamerikanischen Mais- und Sojaernte wird der neue USDA-Report am Mittwoch Abend mehr Klarheit bringen. Am letzten Freitag haben die Maispreise in den USA leicht zugelegt und in Europa etwas nachgegeben. Am heutigen Montag liegen die US-Preise im vorbörslichen elektronischen Handel leicht im Minus.
 
Europäer importieren so viel wie noch nie
Die europäischen Mais-Importe laufen weiterhin stetig. In der aktuellen Abrechnungswoche bis zum 01. April kauften die EU-Länder insgesamt 391.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 501.000 t und vor drei Wochen bei 349.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 10,5 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (8,75 Mio. t) sind die Einfuhren derzeit schon 1,75 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,2 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 2,36 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,29 Mio. t und Portugal mit 1,07 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland mit Einfuhren von 748.000 t.
 
US-Exporte – trotz Südamerika – weiter hoch
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA bleiben trotz der laufenden Ernte sind Südamerika sehr hoch und stützen die Preise. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche erneut 0,96 Mio. t US-Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge lag in der Mitte der Analystenerwartungen von 0,5 t Mio. t bis 1,4 t Mio. t In den letzten beiden Wochen lagen die Exportverkäufe bei 1,4 Mio. t und 0,75 Mio. t. Hauptabnehmer von US-Mais waren diesmal Japan (236.500 t), Südkorea (184.600 t), Ägypten (136.000 t), Kolumbien (92.000 t), Taiwan (73.300 t) und Saudi-Arabien (69.000 t). Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte in diesem Wirtschaftsjahr schon auf 41,3 Mio. t gegenüber 15,5 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 25,8 Mio. t.
 
Europäischer Mais am Kassamarkt sehr fest
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (07.04) leicht nachgegeben, sich im Wochenverlauf aber gut behauptet. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 184,25 Euro/t und damit 1,50 Euro billiger wie am Vortag und rund 1,50 Euro billiger als vor einer Woche. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte)gaben die Preise am Freitag um 2,50 Euro auf 189,00 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte derzeit 5 Euro teurer als der aktuelle Mais. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag zwischen 170 Euro und 174 Euro (0) und waren damit ähnlich teurer wie letzte Woche. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (04.04) mit 205 Euro (+7) notiert und damit 7 Euro teurer als vor einer Woche. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise Anfang letzter Woche (ab südwestd. Station) zwischen 187 Euro und 190 Euro (+2) und fob-Oberrhein zwischen 193 Euro und 194 Euro (+1).
 
US-Maispreise seit Januar um 19 % gestiegen
Am US-Terminmarkt in Chicago waren die Maispreise am Freitag (04.04) leicht gestiegen. Der Maitermin ging am Freitag in Chicago mit einem Aufschlag von 0,5 % und umgerechnet 144 Euro/t (501,6Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete knapp 146 Euro (507,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit knapp 145,50 Euro (506,6 Ct/bu) gehandelt. Damit sind die US-Mais-Preise seit Mitte Januar um 19 % gestiegen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag 235 USD/t (171,5 Euro/t) und der Junitermin wurde für rund 230 USD/t (168 Euro/t) angeboten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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