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Analyse

Mais: Maispreise in Europa fallen auf neue Tiefs

von , am
22.09.2014

Die Maispreise sind in der Europäischen Union in der letzten Woche für die neue Ernte unter 137 Euro gefallen.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
Die Maispreise sind in der Europäischen Union in der letzten Woche für die neue Ernte unter 137 Euro gefallen. Das waren die niedrigsten europäischen Maispreise seit März 2010. In den USA standen die Kurse ebenfalls weiter unter Druck und behaupteten sich nur noch knapp über 100-Euro-Marke (330 Ct/Bu). Zum Beginn der neuen Woche geben die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA erneut nach und auch in Europa fallen die Maispreise am Montag Vormittag weiter. Ein Grund für den Preisdruck sind Meldungen aus den USA über das sehr hohe Ertragspotential aus den wichtigsten Anbaustaaten Illinois und Iowa. Hinzu kommt, dass sich die Befürchtungen über mögliche Ertrags- und Produktionseinbußen durch Frostschäden in den nördlichen Anbaustaaten offenbar erst einmal erledigt haben. US-Wetterdienste rechnen derzeit nicht vor Ende September/Anfang Oktober mit stärkeren Kälteeinbrüchen.
 
Rekordernte in der EU und weniger Importe
Auch in Europa sorgen die aktuellen Ernteschätzungen für weiteren Preisdruck. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains schätzte die europäische Maisernte im September auf 71,3 Mio. t und damit 3,3 Mio. t größer als in der August-Prognose (68,0 Mio. t). Gleichzeitig wäre das für die Europäer die bislang mit Abstand größte Maisernte überhaupt, deutlich über dem bisherigen Produktionsrekord aus dem Jahr 2011 (68,6 Mio. t). Die europäische Maisernte des Jahres 2013 (64,4 Mio. t) wird mit der erwarteten Erntemenge sogar um 6,9 Mio. t bzw. 11 % übertroffen. Die EU-Kommission liegt mit ihrer Ernte-Prognose von 73,4 Mio. t sogar noch über der Schätzung von Strategie Grains. Der europäische Importbedarf wird durch die sehr große Ernte deutlich reduziert. Die Kommission schätzt die Importe der Europäer auf etwa 9,0 Mio. t und das USDA auf 10,0 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr hatten die EU-Länder die Rekordmenge von 16,0 Mio. t Mais importiert.
 
Maispreise in Europa fallen immer weiter
Am europäischen Terminmarkt sind die Maispreise im Verlauf der letzten Woche weiter gefallen. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) fielen die Preise im Wochenverlauf bis unter 137 Euro. Am Freitag (19.09) kostete der Mais am Terminmarkt in Paris nur noch 136,75 Euro/t und damit 3,5 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 140,25). Am Montag Vormittag (22.09) startet der Handel am europäischen Terminmarkt mit einem weiteren Preisabschlag von 1,50 Euro auf 135,50 Euro/t. Im Vergleich zum letzten Jahr im September 2013 (176,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 40 Euro oder 23 % niedriger. Seit Anfang Mai 2014 (195 Euro) haben die Maispreise in Europa um 58 Euro oder 30 % nachgegeben. Derzeit befinden sich die europäischen Maispreise auf dem tiefsten Stand seit März 2010. In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am Freitag bei 136 Euro und auf einem ähnlichen Stand wie eine Woche zuvor (136 Euro).
 
US-Mais hält sich knapp über 100-Euro-Marke
Im Verlauf der letzten Woche haben die US-Maispreise nochmals nachgegeben. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am letzten Freitag (19.09) in Chicago mit umgerechnet 101,55 Euro/t (331,4 Ct/bu) aus dem Handel und damit knapp 2,0 Euro billiger als am Freitag der Vorwoche. Der Märzkontrakt wurde mit 105,45 Euro (344 Ct/bu) 1,0 Euro schwächer gehandelt und der Maitermin bei etwa 108,13 Euro (353 Ct/bu). Im Vergleich zum September 2013 (151 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 35 Prozent oder umgerechnet 50 Euro/t niedriger. Zum Wochenbeginn (22.09) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (19.09) für die Verladung im Oktober 180 USD/t (140 Euro/t) und für den Dezember 174 USD/t (135 Euro) und damit rund 1 USD/t weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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