Login
Analyse

Mais: Maispreise fallen in Europa auf 140 Euro

von , am
15.09.2014

Die Maispreise sind in der Europäischen Union in der letzten Woche für die neue Ernte zeitweise unter 140 Euro gefallen.

© Kurt/pixelio
Die Maispreise sind in der Europäischen Union in der letzten Woche für die neue Ernte zeitweise unter 140 Euro gefallen. Das waren die niedrigsten europäischen Maispreise seit April 2010. In den USA gaben die Kurse ebenfalls weiter nach und hielten sich nur noch knapp über der 100-Euro-Marke (330 Ct/Bu). Am Ende der Woche konnten sich die Preise in Europa und den USA dann ganz leicht erholen. Grund dafür waren Befürchtungen am Markt über mögliche Frostschäden an der US-Maisernte in einigen nördlichen US-Bundestaaten. Hinzu kamen Spekulationen über einen größeren chinesischen Importbedarf wegen der dortigen Produktionsausfälle. Zum Beginn der neuen Woche stehen die Kurse im elektronischen vorbörslichen Handel jedoch schon wieder unter Druck. Das dürfte auch die europäischen Maispreise weiter mit nach unten ziehen. Grund für den anhaltenden Preisdruck ist der September-Report des USDA der noch einmal die außergewöhnlich gute globale Versorgung für 2014/15 bestätigt.
 
Produktion nicht überall größer, EU-Ernte nach oben
Die weitweite Maisproduktion wurde vom USDA noch einmal moderat nach oben korrigiert und übertrifft damit das bisherige Rekordergebnis des letzten Wirtschaftsjahres (2013/14). Der globale Maisverbrauch wurde ebenfalls auf einen neuen Rekordwert angehoben. Dennoch lässt die große Ernte die Bestände auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999) anwachsen. Hauptrund für den Produktionsanstieg ist nochmals kräftig um rund 10 Mio. t nach oben gesetzt neue US-Rekordernte die auch den zuvor von Analysten erwarteten Wert übertrifft. Allerdings gab es diesmal auch Abwärtskorrekturen der erwarteten Erntemengen vor allem in China, aber auch in der Ukraine, in Argentinien und in Russland. Die erwartete Ernte der Europäischen Union hat das USDA hingegen nach oben gesetzt ebenso wie Maisproduktion Brasilien.
 
Maispreise in Europa fallen unter 140-Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche weiter nachgegeben. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) fielen die Preise im Wochenverlauf zeitweise unter die 140-Euro-Marke. Am Freitag (12.08) kostete der Mais am Terminmarkt in Paris dann 140,25 Euro/t und damit 8,5 Euro weniger als am Freitag zuvor (Vw: 148,75). Im Vergleich zum letzten Jahr im September 2013 (178,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 38 Euro oder 21 % niedriger. Seit Anfang Mai 2014 (195 Euro) haben die Maispreise in Europa um 55 Euro oder 28 % nachgegeben. Derzeit befinden sich die europäischen Maispreise auf dem tiefsten Stand seit Anfang April 2010. Am Kassamarkt in  Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am Freitag bei 136 Euro und damit 11 Euro niedriger als eine Woche zuvor (147 Euro).
 
US-Mais nur noch knapp über 100-Euro-Marke
Im Verlauf der letzten Woche haben die US-Maispreise ebenfalls nachgegeben, sich dann am Ende der Woche mit den erneuten Frostwarnungen für den Mittelwesten jedoch wieder etwas erholt. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am letzten Freitag (12.09) in Chicago mit umgerechnet 103,1 Euro/t (338,4 Ct/bu) aus dem Handel und damit (trotz Zwischenerholung) noch immer 3,0 Euro billiger als am Freitag der Vorwoche. Der Märzkontrakt wurde mit 106,9 Euro (351 Ct/bu) 2,0 Euro schwächer gehandelt und der Mai bei etwa 109,5 Euro (359,4 Ct/bu). Im Vergleich zum September 2013 (151 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 32 Prozent oder umgerechnet 48 Euro/t niedriger. Zum Wochenbeginn (15.09) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (12.09) für die Verladung im September 182 USD/t (141 Euro/t) und für den November 183 USD/t (142 Euro) und damit rund 7 USD/t weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant