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Analyse

Mais: Marktverhältnisse und Maispreise stabilisiert

von , am
16.06.2014

Am Maismarkt haben sich die Preise in der letzten Woche im Wesentlichen behauptet.

© Mühlhausen/landpixel
 
Am Maismarkt haben sich die Preise in der letzten Woche im Wesentlichen behauptet. Das liegt offenbar auch daran, dass der USDA-Report zum Mais eigentlich keine neuen Erkenntnisse bzw. keine größere Veränderungen an den Maisbilanzen in den USA und am Weltmarkt gebracht hat. Deutlich wird allerdings, dass die umfangreichen europäischen Weizenexporte im nächsten Jahr (trotz der etwas besseren Ernte) erneut umfangreiche Maisimporte in die EU nach sich ziehen. Aktuell wird der Markt zudem durch Meldungen aus dem Mittelwesten der USA gestützt, wo der massive Regen in den nördlichen Anbaugebieten (Minnesota, Nebraska) zu überschwemmten Feldern geführt hat. Die neue Woche (16.06) beginnt der Mais im vorbörslichen Handel in den USA und auch in Europa mit einem leichten Plus bei den Preisen.
 
Maispreise in Europa fast auf Vorwochenniveau
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise im Verlauf der letzten Woche einigermaßen behauptet (im laufenden Handel am Montag Vormittag lagen die Preise ganz leicht im Plus). Die Kontraktpreise für den Augusttermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (13.06) mit 176,50 Euro/t und damit 1 Euro unter dem Preis der letzten Woche (177,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise im Wochenverlauf um 0,5 Euro auf 175,00 Euro nach. Am Montag Mittag kostete der August-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF nur noch 176,75 Euro/t und der November 175,75 Euro/t.
 
Europäer importieren etwas weniger
Die europäischen Mais-Importe schwächen sich etwas ab. In der Woche bis zum 10. Juni lag die Importmenge bei 208.000 t und in der Woche zuvor bei 307.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 13,82 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (10,4Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 3,4 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,975 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen die Niederlande mit 3,2 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,73 Mio. t und Portugal mit 1,24 Mio. t. Auf Position 4 (und damit knapp vor Portugal) unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland, mit Importen von 1,264 Mio. t (!!).
 
US-Maispreise behaupten sich
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise letzte Woche im Westenlichn behauptet. Der Julitermin ging am Montag in Chicago mit umgerechnet knapp 131 Euro/t (447 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete nur noch 129 Euro (443 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 131 Euro (447,4 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai haben die Maispreise in den USA um etwa 14 % oder umgerechnet 21 Euro nachgegeben. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (13.06) knapp 218 USD/t (161,5 Euro/t).
 
US-Exporte allmählich schwächer
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA schwächten sich weiter ab. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Netto 409.700 t US-Mais ins Ausland verkauft. In der Woche zuvor lag die Netto-Verkaufsmenge bei 550.700 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisverkäufe ins Ausland in diesem Wirtschaftsjahr auf 46,55 Mio. t gegenüber 17,45 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 29,1 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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