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Analyse

Mais: Preisdruck nach USDA-Daten, Mais in TOP-Verfassung

von , am
25.06.2014

Offenbar übersteht der Mais den Dauerregen und die Überflutungen auf den Felder im Mittelwesten der USA besser als die meisten Analysten zuvor angenommen hatten.

© Wirepec/fotolia
 
Offenbar übersteht der Mais den Dauerregen und die Überflutungen auf den Felder im Mittelwesten der USA besser als die meisten Analysten zuvor angenommen hatten. Das zeigt jedenfalls das aktuelle Crop-Monitoring des USDA, dessen Ergebnisse dann auch einen kräftigen Preisrutsch beim Mais in den USA und in Europa auslösten. Im langjährigen Vergleich sind Konditionen des Crop-Monitoring beim Mais ganz hervorragend und versprechen hohe Erträge und eine Riesernte. Was die Anbau- und Ernteflächen (und Lagerbestände) betrifft wird das USDA am kommenden Montag neuen Daten liefern und könnte damit durchaus noch einmal kräftige Preisreaktionen beim Mais, aber auch beim Soja auslösen.
 
US-Mais in Top-Verfassung, Nur geringe Schäden
Der vom USDA erfasste Zustand der Maispflanzen ist weiterhin deutlich besser als im letzten Jahr und bestätigt die Erwartung des Marktes an sehr gute Erträge sowie eine neue Rekordernte. Lediglich in Minnesota hat es einen kräftigen Rückgang des in die beiden besten Kategorien eingestuften Mais um 9 Prozentpunkte auf 70 % gegeben. Für den 22. Juni gibt das USDA den Wachstumsstand (und damit das Ertragspotential) auf 74 % der Maisfläche als gut oder sehr gut an (Vorwoche 76 %). Im letzten Jahr waren zu diesem Termin nur 65 % der Maispflanzens in guter oder sehr Verfassung. Nur 5 % des Mais wurde am 22. Juni 2014 als schlecht oder sehr schlecht eingestuft gegenüber 4 % in der Vorwoche. In den beiden TOP-Anbaustaaten Iowa und Illinois befanden sich 78 % (Vw. 76) bzw. 79 % (Vw. 82 %) der Maispflanzen in gutem oder sehr gutem Zustand. Im letzten Jahr kamen nur 54 % bzw. 67 % des Mais in Iowa und Illinois in die beiden besten Kategorien.
 
Maispreise in Europa schwächer
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise zum Beginn der Woche nachgegeben. Die Kontraktpreise für den Augusttermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Dienstag (24.06) mit 174,50 Euro/t und damit 1,5 Euro unter dem Preis vom Wochenbeginn (176,00 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise sogar um 2,5 Euro auf 174,50 Euro nach. Am Mittwoch Mittag kostete der August-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF 174,25 Euro/t und der November 174,50 Euro/t. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise am Montag (23. Juni) ab südwestd. Station zwischen 179 und 181 Euro (Vw.: 180 Euro und 181 Euro). Franko Mannheim lagen die Preise zwischen 181 Euro und 186 Euro/t (Vw. 184 bis 187 Euro).
 
US-Maispreise unter Druck
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise zu Beginn diese Woche nachgegeben. Der Julitermin ging am Dienstag (24.06) in Chicago mit umgerechnet 128 Euro/t (443 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete 126 Euro (448 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 127,5 (440, Ct/bu) gehandelt. Zum Wochenbeginn haben die Maispreise damit um 2,3 % nachgegeben. Seit Anfang Mai sind die Maispreise in den USA um fast 16 % gefallen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Dienstag (24.06) für die Verladung im Juni knapp 220 USD/t (162 Euro/t) und für den Juli nur noch 207 USD/t (152 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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