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Analyse

Mais: Preise behaupten sich, Druck durch US-Exportprobleme?

von , am
10.06.2014

Am Montag der neuen Woche gaben die US-Preise vor dem Hintergrund befürchteter Einfuhrbeschränkungen Chinas nach.

© Tobias Marx/fotolia
 
Für den Maismarkt liefert der USDA-Report am Mittwoch Abend neue Daten zu den Ernte- und Handelsmengen sowie zur Entwicklung der Endbestände in den USA und am Weltmarkt. Am Freitag vor Pfingsten hatte der US-Mais wegen der anhaltend guten Exportdaten der USA zunächst kräftig zugelegt. Am Montag der neuen Woche gaben die Preise vor dem Hintergrund befürchteter Einfuhrbeschränkungen Chinas jedoch nach. Hintergrund war der wiederholte Rücksendung von genverändertem US-Mais der Sorte MIR 162 durch China. Händler befürchten nun auch eine Ausweitung der Handelsprobleme auf den Export des bei der Ethanolherstellung (aus Mais) anfallenden wichtigen Nebenprodukts Distiller Grains (DDGs).
 
Hagelsturm schädigt Mais im Mittelwesten
In den USA war die Maisaussaat zum Monatswechsel abgeschlossen. Etwa 75 % (Vw. 76 %) der Maispflanzen befanden sich nach den Daten des USDA am 8. Juni in guter oder sehr guter Verfassung. Analysten hatten wegen des sehr guten Wetters im Mittelwesten zuvor einen Zuwachs in den beiden besten Kategorien auf etwa 80 % erwartet. Ende der letzten Woche hatte jedoch ein Hagelsturm im viertgrößten Anbaustaat Nebraska dem dortigen Mais erhebliche Schäden zugefügt und damit einen leichten Rückgang des Gesamtrankings um 1 Prozentpunkt bewirkt.
 
Maispreise in Europa behauptet
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise im Verlauf der letzten Woche behauptet (im laufenden Handel am Dienstag lagen die Preise leicht im Plus). Die Kontraktpreise für den Augusttermin beendeten den Handel an der MATIF am Montag (09.06) mit 177,50 Euro/t und  damit eben so teuer wie vor einer Woche (177,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise um 1,00 Euro auf 175,50 Euro nach. Am Dienstag kostete der August-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF 178,25 Euro/t und der November 175,75 Euro/t. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise in der vorigen Woche ab südwestd. Station zwischen 181 bis 183 Euro und fob-Oberrhein zwischen 181 Euro und 182 Euro.
 
Deutschland jetzt 4größter EU-Importeur
Die europäischen Mais-Importe bleiben auch zum Monatswechsel relativ stetig. In der Woche bis zum bis zum 03. Juni lag die Importmenge bei 307.000 t und in der Woche zuvor (27. Mai) bei 254.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 13,6 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (10,3 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 3,3 Mio. t größer. Auf Position 4 (und damit knapp vor Portugal) unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt derzeit Deutschland, mit Importen von 1,26 Mio. t (!!).
 
US-Mais verliert seit Mai 13 %
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise letzte Woche trotz der sehr starken Exportverkäufe weiter um gut 2 % nachgegeben. Der Julitermin ging am Montag in Chicago mit umgerechnet knapp 131 Euro/t (451 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete nur noch 130 Euro (447,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 131 Euro (450 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai haben die Maispreise in den USA um etwa 13 % oder umgerechnet 20 Euro nachgegeben. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Montag (09.06) knapp 220 USD/t (162 Euro/t).
 
US-Exporte weiterhin hoch
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA bleiben trotz des größeren Angebots aus Südamerika und der guten Ausfuhren der letzten Woche hoch. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Netto 550.700 t US-Mais ins Ausland verkauft. In der Woche zuvor lag die Netto-Verkaufsmenge bei 621.300 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisverkäufe in diesem Wirtschaftsjahr auf 46,15 Mio. t gegenüber 17,38 Mio. t im letzten Jahr. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 28,77 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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