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Analyse

Mais: Reger Welthandel stützt Preise

von , am
14.04.2014

Derzeit stützt der unverändert starke Welthandel und der hohe Futterverbrauch die Preise.

© Mühlhausen/landpixel
 
Am Maismarkt könnte das etwas wärmere Wetter im südlichen US-Mittelwesten den Aussaatfortschritt beschleunigen und die Befürchtungen über eine sehr späte US-Maisaussaat mit allen Konsequenzen für die Länge der Wachstumsperiode und den möglichen Ertrag wieder etwas zerstreuen. Heute Abend (14.04) wird das aktuelle Crop-Monitoring des USDA ersten Daten über die bisherige Maisaussaat in den einzelnen Bundesstaaten liefern. Gleichzeitig stützt der unverändert starke Welthandel und der hohe Futterverbrauch die Preise.
 
Verunsicherung durch Ukraine
Große Unsicherheit für die globale Angebotsentwicklung bringt jedoch die Entwicklung in der Ukraine. Während der aktuelle Export von Mais sehr gut läuft, dürften die wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen Aussaat, Düngung, Produktion und Export von Mais der neuen Ernte negativ beeinflussen. Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die Ukraine bereits 28,23 Mio. t Getreide exportiert, davon waren 17,97 Mio. t bzw. 64 % Mais. Im letzten Wirtschaftsjahr 2012/13 exportierte die Ukraine insgesamt 12,7 Mio. t Mais. Bis zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres erwarteten Analysten bisher Maisaufuhren von insgesamt 18,5 Mio. t.
 
Europäer mit Rekordimporten
Die europäischen Mais-Importe laufen weiterhin stetig. In der aktuellen Abrechnungswoche bis zum 08. April kauften die EU-Länder insgesamt 347.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 391.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr schon 10,85 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (9,02 Mio. t) sind die Einfuhren derzeit schon 1,83 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,27 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 2,49 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,9 Mio. t und Portugal mit 1,09 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland mit Einfuhren von 751.000 t.
 
US-Exporte zuletzt etwas rückläufig
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA sind vor dem Hintergrund des allmählich wachsenden Angebots aus Südamerika etwas zurückgegangen. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche 0,66 Mio. t US-Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge lag in der Mitte der Analystenerwartungen von 0,4 t Mio. t bis 1,0 t Mio. t In den beiden Wochen zuvor lagen die Exportverkäufe sogar bei 0,96 Mio. t und 1,4 Mio. t. Hauptabnehmer von US-Mais waren diesmal Japan (171.600 t), Südkorea (253.000 t), Ägypten (39.500 t), Kolumbien (73.000 t), Israel (52.000 t) und China (58.000 t). Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte in diesem Wirtschaftsjahr schon auf 41,97 Mio. t gegenüber 15,7 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 26,3 Mio. t.
 
Europäischer Mais etwas teurer
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (11.04) leicht nachgegeben, im Wochenverlauf zuvor aber zugelegt. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 187 Euro/t und damit 1,25 Euro billiger wie am Vortag und rund 3,0 Euro teurer als vor einer Woche. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte)gaben die Preise am Freitag um 1,25 Euro auf 191,50 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte weiterhin knapp 5 Euro teurer als der aktuelle Marktpreis. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag zwischen 165 Euro und 174 Euro (0) und waren damit ähnlich teurer wie letzte Woche. An den französischen Rheinhäfen (fob) wurde Mais für 182 Euro/t verladen. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (11.04) mit 206 Euro notiert und damit 1 Euro teurer als vor einer Woche. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise Anfang letzter Woche (ab südwestd. Station) zwischen 187 Euro und 190 Euro (0) und fob-Oberrhein zwischen 194 Euro und 195 Euro (+1).
 
Maispreise zum Wochenbeginn erneut fester
Am US-Terminmarkt in Chicago hatten die Maispreise am Freitag (11.04) leicht nachgegeben. Der Maitermin ging am Freitag in Chicago mit einem Abschlag von 0,5 % und umgerechnet 142 Euro/t (498,4 Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete knapp 143,6Euro (504,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit knapp 142 Euro (499,2 Ct/bu) gehandelt. Damit sind die US-Mais-Preise seit Mitte Januar um 19 % gestiegen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag 232 USD/t (168 Euro/t) und der Junitermin wurde für rund 228 USD/t (165 Euro/t) angeboten. Im elektronischen vorbörslichen Handel lag die Maispreise am Montag in den USA ebenso deutlich im Plus wie in Europa.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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