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Analyse

Mais: Späte Aussaat und Export stützen Preise

von , am
31.03.2014

Am US-Terminmarkt in Chicago waren die Maispreise letzten Donnerstag auf den höchsten Stand seit 6 Monaten geklettert und hatten sich am Freitag auf diesem Niveau behauptet.

© marshi/aboutpixel.de
 
Witterungsbedingt könnte die Aussaat von Mais in den Hauptanbaugebieten im US-Mittelwesten in diesem Jahr ähnlich spät beginnen wie 2013. Vielerorts liegt noch Schnee und behindert den Beginn der Feldarbeiten und die Böden sind in den nördlichen Bundesstaaten teilweise noch gefroren. US-Wettdienste erwarten vor diesem Hintergrund dass Maisaussaat im südlichen Mittelwesten nicht vor dem 10 April beginnt. Im den südlichen Bundesstaaten der USA startet die Maisaussaat allerings schon im März. Hauptaussaatzeit für Mais ist im Mittelwesten der April und teilweise auch noch der Mai. Am letzten Freitag haben sich die Maispreise in den USA und in Europa behauptetet. Am Montag Vormittag lagen die Maispreise die im vorbörslichen elektronischen Handel in den USA im Minus.
 
Rekordernte trotz Anbaurückgang möglich
Die Analysten von Informa Economics schätzen die Aussaatfläche von Mais in den USA für die Ernte 2014 letzte Woche auf umgerechnet 37,66 Mio. ha (93,029 Mio. Acres). Damit liegen die Analysten knapp 0,5 Mio. ha über der Februar-Schätzung des USDA von 37,2 Mio. ha (92,0 Mio. Acres). Im Vergleich zum letzten Jahr (2013) als die Farmer auf 38,6 Mio. ha (95,4 Mio. Acres) Mais aussäten, bedeutet die Prognose von Informa einen Rückgang 0,94 Mio. ha. Dennoch werteten die meisten Analysten die Informa-Schätzung als ausgesprochen bärisch für Märkte und Preise. Das USDA hatte nämlich bereits auf Basis der im Februar unterstellten Aussaatfläche von 37,2 Mio. ha (92 Mio. Acres) für 2014 eine neue Rekordernte von 355,3 Mio. t (13.985 Mio. Bu) geschätzt, nach einer Ernte von 353,8 Mio. t im Jahr 2013.
 
Starker Bestandsaufbau erwartet
Als ausgesprochen bärisch für die Märkte wird von US-Analysten die Entwicklung der US Maisbestände mit dem Stand von 1. März beurteilt. In einer Konsensschätzung erwarten die Analysten für den Stichtag 1. März einen US-Maisbestand von 180,6 Mio. t (7.110 Mio. Bu). Im Vergleich zum März 2013 mit 137,2 Mio. t (5.400 Mio. Bu) sind die US-Maisbestände damit 32 % oder 43,4 Mio. t größer und markieren den zweithöchsten Maisbestand zu diesem Termin in den letzten 27 Jahren (1987). Die Endbestände für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt auf 37,6 Mio. t geschätzt nach 20,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Für die kommende Saison 2014/15 erwartete das USDA seiner Februarprognose sogar Endbestände von 53,6 Mio. t (2.111 Mio. Bu).
 
US-Exporte ziehen kräftig an
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA haben in der letzte Woche wieder deutlich zugenommen und für den aktuellen Preisanstieg an den Börsen gesorgt. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche 1,4 Mio. t US-Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge übertraf die Analystenerwartungen von 500.000 t bis 750.000 t sehr deutlich und liegt zudem deutlich über den Exportverkäufen der letzten beiden Wochen von 745.000 Mio. t und von 683.000 t. Hauptabnehmer von US-Mais waren diesmal Ägypten (431.0000 t), Mexiko (240.000 t), Kolumbien (187.000 t), Südkorea (139.000 t), Japan (110.300 t) und Taiwan (72.000 t). Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte in diesem Wirtschaftsjahr schon auf 40,3 Mio. t gegenüber 15,2 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 25 Mio. t.
 
Europäer mit neuem Einfuhrrekord
Der Umfang der europäischen Mais-Importe hat zuletzt wieder zugenommen. In der aktuellen Abrechnungswoche bis zum 25. März kauften die EU-Länder insgesamt 501.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 349.000 t und vor zwei Wochen bei 372.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 10,1 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (8,74 Mio. t) sind die Einfuhren damit bereits 1,36 Mio. t größer. Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien mit 3,04 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 2,2 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,27 Mio. t und Portugal mit 1,04 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland mit Einfuhren von 746.000 t.
 
Europäischer Mais wenig verändert
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am Freitag (28.03) behauptet. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 185,25 Euro/t und damit 0,5 Euro preiswerter als am Vortag und rund 1,5 Euro billiger als vor einer Woche. Die neue Ernte (November) kostete am Terminmarkt 190,00 Euro. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Donnerstag (0) zwischen 170 Euro und 174 Euro (+1) und waren damit ähnlich teuer wie letzte Woche. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (28.03) mit 197 Euro (+5) notiert und damit deutlich teurer als vor einer Woche. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise letzte Woche (ab südwestd. Station) zwischen 185 Euro und 189 Euro (+1) und fob-Oberrhein zwischen 192 Euro und 193 Euro (0).
 
US-Maispreise halten sich oben
Am US-Terminmarkt in Chicago waren die Maispreise letzten Donnerstag auf den höchsten Stand seit 6 Monaten geklettert und hatten sich am Freitag auf diesem Niveau behauptet. Der Maitermin ging am Freitag (28.03) in Chicago unverändert mit umgerechnet 141 Euro/t (492 Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete 142 Euro (496 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit knapp 140 Euro (487,2 Ct/bu) gehandelt. Damit sind die US-Mais-Preise seit Mitte Januar um knapp 17 % gestiegen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Donnerstag 231 USD/t (168,61 Euro/t) und der Junitermin wurde für rund 226 USD/t (165 Euro/t) angeboten. Am heutigen Montag Vormittag lagen die Preise die im vorbörslichen elektronischen Handel jedoch im Minus
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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