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Analyse

Mais: Talfahrt der Maispreise in den USA, Preisdruck in Europa

von , am
07.07.2014

In der letzten Woche sind die Maispreise in den USA kräftig um 7 % bzw. umgerechnet rund 10 Euro/t gefallen. In Europa fielen die Maispreise auf den tiefsten Stand seit der Ernte 2013

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com

Am Maismarkt nehmen die Anzeichen für eine außergewöhnlich gute Maisernte in den USA zu. Zwar gab es regional durch den Dauerregen im Norden des Maisgürtels Überflutungen und Flächenverluste. Aber die Masse des der US-Maisbestände befindet sich in ungewöhnlich guter Verfassung und nach dem aktuellen Crop-Monitoring des USDA sogar in deutlich besserer Zustand als der Mais zur US-Rekordernte im letzten Jahr. Insbesondere aus den beiden wichtigsten Anbaustaaten Iowa und Illinois melden die Farmer ganz hervorragend entwickelte Bestände und erwarten oftmals Rekorderträge. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die erwarteten Maispreise in den USA und am Weltmarkt. Etliche Analysten haben ihre Preise-Prognosen die nächsten Monate jedenfalls abgesenkt und setzen damit auch die Maispreise in Europa unter Druck. Dieser anhaltenden Bewegung der Maispreise nach unten kann sich auch der Weizen und  Futtergetreide nicht entziehen.
 
Große Bestände und hohe Ertragsprogosen
Etwa drei Viertel des US-Mais befanden sich zuletzt in guter und sehr guter Verfassung im Vergleich zu 67 % im letzten Jahr. Und das Wetter im Mittelwesten ist weiterhin feucht und warm und die Pflanzen entwickeln sich nach Berichten von Analysten und Farmern aus in den Haupanbaugebieten weiterhin sehr gut. Zwar ist die die Anbaufläche 4 % kleiner als im Vorjahr jedoch liegt das derzeit erwartete Ertragspotential sehr hoch über 10 t/ha (!). Bereits  jetzt sind die vorhandenen Lager-Bestände jedoch stärker als erwartet angewachsen und eine weitere Rekordernte würde das Bestandswachstum noch erheblich beschleunigen. Die letzte USDA Bestandserhebung von Juni zeigte einen Zuwachs bei den Lagerbeständen von 39 %. Auch die globalen Bestände würden weiter wachsen und die weltweite Versorgung mit Mais wäre trotz de ebenfalls wachsenden Verbrauchs sehr gut. Am Freitag Abend wird das USDA die bisherigen Veränderungen bei den US-Beständen sowie die derzeitigen Produktionsprognosen auch in die globalen Bilanzen des USDA-Reports einarbeiten.
 
Maispreise in Europa unter Druck
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche nochmals um rund 1 % nachgegeben. Zum Beginn der neuen Woche starten die Maispreise (ohne Vorgaben aus den USA) allerdings im grünen Bereich. Am letzten Freitag (27.06) beendeten die Kontraktpreise für den Augusttermin den Handel an der MATIF in Paris bei 171,0 Euro/t und damit 15 Euro unter dem Preis der letzten Woche (172,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise sogar um 2,0 Euro auf 170,25 Euro nach. Am Montag Mittag kostete der August-Mais an der MATIF mit 172,75 Euro/t etwas mehr als am Freitag und der November mit 170,00 Euro/t. etwas weniger. Seit Juni betrug der Preisrückgang in Europa knapp 6 % bzw. rund 10 Euro und die Maispreise fielen auf den tiefsten Stand seit der Ernte 2013.
 
US-Maispreise kräftig gefallen
Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) ist der elektronische vorbörsliche Handel in den USA geschlossen. In der letzten Woche sind die Maispreise in den USA kräftig um 7 % bzw. umgerechnet rund 10 Euro/t gefallen. Auslöser waren die deutlich über den Markterwartungen liegenden Mais-Bestände in den USA. Der Septembertermin ging am Donnerstag (03.07) in Chicago mit umgerechnet 119 Euro/t (409,2 Ct/bu) aus dem Handel. Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 120 Euro (415,2 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai sind die Maispreise in den USA damit um rund 20 % oder knapp 30 Euro/t gefallen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Donnerstag (03.07) für die Verladung im Juli 201 USD/t (148 Euro/t) und für den August 195 USD/t (143 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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