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Analyse

Mais: Ukraine bewegt den Maismarkt, Preise zuletzt stabil

von , am
17.03.2014

Die Krise in der Ukraine hat unmittelbare Auswirkung auf den globalen und vor allem auch auf den europäischen Maismarkt.

© Schollen/landpixel.de
 
Die Krise in der Ukraine hat unmittelbare Auswirkung auf den globalen und vor allem auch auf den europäischen Maismarkt. Zum einen ist die Ukraine im laufenden Wirtschaftsjahr nach den USA und Brasilien der drittgrößte globale Maisexporteur. Zum anderen beeinflussen die ökonomischen Turbulenzen und vor allem der rasante Verfall der ukrainischen Währung natürlich auch den Saatguteinkauf, die Anbaufläche, die Möglichkeiten des Einsatzes von Dünger und Pflanzenschutz für die nächste Ernte von Mais und anderen Getreidearten. Für die EU ist Ukraine zudem mit Abstand der wichtigste Lieferant von Mais.
 
Brasiliens Mais leidet unter Wettextremen
Ernte und Aussaat von Mais leiden in Brasilien unter den extremen Witterungsbedingungen. Während eine Hitzewelle im Süden und Südwesten des Landes die Erträge des fast zeitgleich mit Soja geernteten Sommermais nach unten gedrückt hat, kommt der in Zentralbrasilien nach Soja gepflanzte Wintermais wegen der sintflutartigen Regenfälle erst gar nicht in den Boden. Die Analysten der staatlichen brasilianischen Agentur für Getreide und Ölsaaten (CONAB) haben ihre Erwartungen an die Maisernte in Brasilien Mitte März nur leicht nach unten korrigiert. Mit 75,2 Mio. t liegt die aktuelle Prognose nur 0,3 Mio. t niedriger als vor vier Wochen. Dabei hat CONAB die Erwartungen an die laufende Sommermaisernte um 1,2 Mio. t auf 31,4 Mio. t reduzierte und gleichzeitig die Schätzungen für die Wintermaisernte um 0,9 Mio. t auf 43,8 Mio. t nach oben gesetzt.
 
US-Maisexporte wieder kleiner
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA sind letzte Woche deutlich zurückgegangen. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Woche 683.000 Mio. t US-Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge lag am unteren Ende der Analystenerwartungen von 500.000 t bis 1,3 Mio. t und liegt zudem sehr deutlich unter den Exportverkäufen der letzten Woche von 1,3 Mio. t und auch vor zwei Wochen mit 841.000 t. Hauptabnehmer von US-Mais waren diesmal Japan (262.0000 t), Südkorea (212.200 t), Taiwan (145.000 t), Kolumbien (108.300 t), Mexiko (101.500 t) und China (116.500 t). Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte in diesem Wirtschaftsjahr auf 38,2 Mio. t gegenüber 14,8 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um das 2,6fache.
 
Europäische Mais-Importe auf Rekordkurs
Der Umfang der europäischen Mais-Importe ging letzte Woche zurück. In der letzten Abrechnungswoche kauften die EU-Länder insgesamt 372.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 841.000 t und vor zwei Wochen bei 352.000 t. Bislang wurden schon 9,26 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (8,2 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 1,06 Mio. t größer. Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien mit 2,86 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 1,93 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,15 Mio. t und Portugal mit 935.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt Deutschland mit Einfuhren von 742.000 t.
 
US-Maispreise halten sich
Am US-Terminmarkt in Chicago haben sich die Maispreise letzte Woche (trotz aller Schwankungen) nur wenig verändert. Der Maitermin ging am Freitag (14.03) in Chicago mit einem Aufschlag von 0,5 % und umgerechnet 137,67 Euro/t (486 Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete 138,94 Euro (490,4 Ct/bu). Damit sind die US-Mais-Preise seit Mitte Januar um knapp 15 % gestiegen. Allerdings liegen die US-Preise nur noch knapp über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (481 Ct/bu), jedoch sehr deutlich oberhalb der 20-Tage-Linie (469 Ct/bu). Am Montag Vormittag lagen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel allerdings deutlich im Minus.
 
Europäischer Mais fast unverändert
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am letzten Freitag (14.03) leicht zugelgt. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 186,75 Euro/t und damit 0,5 Euro teurer wie am Vortag und rund 3 Euro teurer als vor einer Woche. Für den Augustkontrakt legten die Preise um 0,25 Euro 191,25 Euro zu. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag (0) zwischen 170 Euro und 175 Euro (+2) und damit etwas teurer wie letzte Woche. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (14.03) für 193 Euro (-5) notiert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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