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Analyse

Mais: US-Aussaattempo entscheidet über Maispreise

von , am
05.05.2014

Am internationalen Maismarkt haben die Preise in der letzten Woche nachgegeben.

© landpixel
 
Am internationalen Maismarkt haben die Preise in der letzten Woche nachgegeben. Auslöser für die Preisschwäche war vor allem das zumindest in Teilen des US-Mittelwestens deutlich trockene und wärmere Wetter und der damit verbundene Aussaatfortschritt. Auch die relativ optimistischen Erwartungen der EU-Kommission an die europäische Maisernte in Verbindung mit den Niederschlägen in Teilen Europas drückten auf die Preise. Am heutigen Montag Vormittag liegen die Maispreise in den USA allerdings schon wieder im Plus und auch in Europa lässt die Skepsis hinsichtlich der aktuellen Ernteprognosen die Preise steigen. Neues Futter dürften die Märkte indessen am kommend Freitag bekommen, den dann wird das USDA erstmals detaillierte Daten zur neuen globalen und natürlich auch eine aktualisierte Prognose zur US-Ernte vorlegen.
 
Daten zur Maisaussaat bestimmen Preise
Vor allem die massiven Niederschläge im Mittelwesten der USA haben die Aussaat von Mais beim weltweit wichtigsten Produzenten und Exporteur erheblich verzögert. Im zurückliegenden April sind nach den Informationen von Wetterdiensten in Teilen des Mittelwestens bis zu 10 Inch (25 cm!!!) Regen gefallen. Da war deutlich mehr als im Mittel der letzten Jahre. Bis zum 27. April waren erst 19 % der geplanten Maisfläche bestellt. Im langjährigen Mittel waren zu diesem Termin bereits 28 % des Mais ausgesät. Nach Einschätzung von Analysten könne die US-Farmer aber innerhalb einer Woche bei einigermaßen passendem Wetter zwischen 35 % und 45 % der geplanten Maisflächen bestellen und dem Rückstand damit deutlich verkürzen. Neue Erkenntnisse über den Anbaufortschritt in den USA wird es heute Abend geben.
 
Europäer importieren und importieren
Die europäischen Mais-Importe entwickeln sich unverändert stetig. In der Woche bis zum 29. April lag die Einfuhrmenge bei 419.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 11,96 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (9,57 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 2,39 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,47 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 2,69 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,56 Mio. t und Portugal mit 1,09 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland mit Einfuhren von 1,09 Mio. t (!!).
 
US-Exporte ziehen wieder an
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA trotz des wachsenden Angebots aus Südamerika wieder angezogen und liegen zudem weiter sehr deutlich über dem Vorjahr. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche 938.000 t US-Mais ins Ausland verkauft und damit mehr als Analysten zuvor erwartet hatten. In der Woche zuvor lag die Verkaufsmenge bei 619.000 t und davor bei 539.000 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte in diesem Wirtschaftsjahr schon auf 44,06 Mio. t gegenüber 16,7 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 27,4 Mio. t. Von der neuen US-Ernte wurden bislang bereits 16,1 Mio. t ins Ausland verkauft.
 
Mais in Europa etwas billiger
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (02.05) für die alte Ernte leicht und für neue Ernte etwas mehr nachgegeben. Im Wochenverlauf waren die Preise bereist leicht abgebröckelt. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag mit 183,75 Euro/t und damit 0,75 Euro billiger wie am Vortag und 4 Euro preiswerter wie vor einer Woche. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise am Freitag um 2,00 Euro auf 190 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte 5 Euro preiswerter als vor einer Woche und knapp 7 Euro teurer als der aktuelle Mais.
 
Kassapreise in Europa bröckeln
Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag zwischen 168 Euro und 170 Euro (-2) und waren damit 2 Euro preiswerter als letzte Woche. An den französischen Rheinhäfen (fob) wurde Mais für 180 Euro/t (-1) verladen. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (02.05) mit 206 Euro notiert und damit eben so teuer wie vor einer Woche. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise Anfang letzter Woche (ab südwestd. Station) zwischen 192 Euro und 193 Euro (+1) und fob-Oberrhein zwischen 193 Euro und 194 Euro (-2).
 
US-Maispreise etwas schwächer
Am US-Terminmarkt in Chicago hatten die Maispreise in Erwartung besseren (trockeneren) Wetters im Mittelwesten am Freitag (02.05) nachgegeben. Der Maitermin ging am Freitag in Chicago mit einem Abschlag von 1,5 % und umgerechnet 140 Euro/t (494 Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete 141,75 Euro (499,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 140 Euro (494 Ct/bu) gehandelt. Damit haben die US-Mais-Preise letzte Woche um knapp 4 % nachgeben. Trotz dieser Korrektur sind die Maispreise seit Mitte Januar um 17 % gestiegen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am letzten Freitag 232 USD/t (167 Euro/t) und der Junitermin wurde für knapp 228 USD/t (164 Euro/t) angeboten. Im elektronischen vorbörslichen Handel lagen die Maispreise am Montag in den USA leicht im Plus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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