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Analyse

Mais: Wenig Aussicht auf höhere Preise

von , am
25.08.2014

Am europäischen Maismarkt stehen die Preise weiter unter Druck.

© Schollen/landpixel.de
Am europäischen Maismarkt stehen die Preise weiter unter Druck. Zum einen halten immer mehr Analysten für die bevorstehende europäische Ernte einen neuen Rekordwert für möglich. Das Ergebnis wäre eine bessere Versorgung am europäischen Binnenmarkt und weniger Importe. Zum anderen drückt die erwartete rekordhohe US-Ernte auf die Preise und begrenzt den Preisspielraum nach oben sehr deutlich. Letze Woche hat zudem die renommierte Midwest-Crop-Tour im Maisgürtel der USA bei ihrer Ernteschätzung ganz überwiegend das sehr hohe Ertragspotential für die neue US-Ernte bestätigt. Im wichtigsten US-Maisstaat Iowa setzte man die Ertragsprognose sogar deutlich höher an als im letzten Jahr und auch höher als das USDA. Von den großen Anbaustaaten rechnet man offenbar lediglich in Minnesota mit niedrigeren Erträgen und einer schlechteren Ernte als 2013. Dort hat die Mais-Aussaat in diesem Jahr auch besonders spät begonnen und Regenfälle behinderten die Feldarbeiten (Düngung).
 
Trockenheit in China, Krise in der Ukraine
Preisstützten Nachrichten kamen zuletzt allerdings aus China wo eine Trockenheit in den wichtigsten Maisanbaugebieten zu einer weiteren Korrektur der Ertrags- und Ernteprognosen durch die verantwortlichen chinesischen Stellen nach unten führte. Das könnte für den Weltmarkt mehr chinesische Importe und (etwas) höhere Preise bedeuten sollten sich die Schätzungen bestätigen. Auch die Ukrainekrise und die Auswirkungen auf die dortige Maisernte und die möglichen Exporte beschäftigen die Märkte und könnten zu einem Anstieg der Preise führen. Bislang halten Analysten die Auswirkungen allerdings für relativ gering.
 
Maispreise in Europa weiter unter Druck
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche weiter nachgegeben. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) konnten die Preise im Wochenverlauf ihr Niveau nicht halten und gaben um knapp 2,0 Euro auf 152,75 euro nach. Im Vergleich August 2013 (185 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32 Euro oder 18 % niedriger. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise in der vorigen Woche ab südwestd. Station für alterntigen Mais zwischen 172 und 175 Euro/t (Vw: 174 und 178 Euro) und fob-Oberrhein zwischen 173 und 176 Euro (Vw: 176 und 178 Euro/t). In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am Ende der letzten Woche bei etwa 157 Euro und damit 1 Euro höher als eine Woche zuvor.
 
US-Mais startet schwächer in die neue Woche
Am heutigen Montag (25.08) Vormittag rutschen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA erneut ins Minus. Im Verlauf der letzten Woche haben sich die US-Maispreise (in Euro umgerechnet) leicht erholt. Der Septembertermin ging am letzten Freitag (22.08) in Chicago mit umgerechnet 109 Euro/t (365,4 Ct/bu) rund 1,5 Euro teurer als in der Vorwoche aus dem Handel. Allerdings sind die Mais-Preise in EURO nur wegen des schwächeren Euros etwas höher, während sich die Kurse in US-Währung allenfalls behaupten konnten. Der Dezemberkontrakt wurde knapp behauptet mit 111 Euro (371,4 Ct/bu) gehandelt und der März bei etwa 115 Euro (384,2 Ct/bu). Im Vergleich zum letzten Jahr (Ende August 2013) sind die Maispreise in den USA derzeit 30 Prozent oder umgerechnet 46 Euro/t niedriger. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (22.08) für die Verladung im August 195 USD/t (148 Euro/t) und für den Oktober 198 USD/t (150 Euro) und damit rund 2 bis 3 USD/t weniger als vor einer Woche. Vor allem die hinteren Termine haben (wie am Terminmarkt) nachgegeben.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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