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Analyse

Maiserträge brechen ein, besonders in Osteuropa

von , am
25.08.2015

Die europäischen Maiserträge fallen 2015 gut ein Fünftel niedriger aus als im vorigen Jahr und auch deutlich niedriger als im langjährigen Mittel.

© xiaoma/fotolia.com
 
Die europäischen Maiserträge fallen 2015 gut ein Fünftel niedriger aus als im vorigen Jahr und auch deutlich niedriger als im langjährigen Mittel. In Frankreich und Deutschland haben Rekordtemperaturen und Trockenheit das Ertragspotential beim Mais deutlich reduziert. Noch stärker drückten Hitze und Trockenheit die Erträge in einigen südosteuropäischen Ländern wie etwa in Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Bulgarien sowie Polen und Tschechien.
 
Aus Ungarn meldet man den heißesten Sommer seit 40 Jahren und aus Rumänien die höchsten Temperaturen seit 1975. Ähnliche Meldungen kamen aus Bulgarien, der Slowakei und Tschechien, mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Ertragserwartungen für die kommende Maisernte. Zu diesen Einschätzungen kam diese Woche die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS).
 
EU-Erträge fallen unter das langjährige Mittel
Im August geht MARS für die EU-28 von durchschnittlichen Erträgen bei Körnermais von 6,40 t/ha aus. Vor vier Wochen im Juli lag die durchschnittliche Ertragserwartung noch bei 6,71 t/ha. Im Vergleich zum vorigen Jahr (8,06) bedeutet die aktuelle MARS-Prognose einen Rückgang der Maiserträge von 20,5 %. Das langjährige Mittel (7,02) würde mit den erwarteten Erträgen um 8,8 % verfehlt.
 
Deutsche Erträge weiter nach unten
Die deutschen Maiserträge sollen nach der August-Schätzung von MARS mit 9,47 t/ha etwa 11,4 % niedriger sein als im bisherigen Rekord-Jahr 2014 (10,69). Im Vergleich zur vorigen Prognose (9,62), hat MARS seine Ertragserwartung für Deutschland noch einmal um 1,6 % gesenkt. Das langjährige Ertrags-Mittel (10,0) wird in Deutschland damit ebenfalls um 5,3 % verfehlt.
 
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Frankreich unter dem langjährigen Mittel
Für Frankreich liegt die aktuelle Ertragsprognose im August bei 8,63 t/ha und damit eben so hoch wie im Juli (8,63). Im Vergleich zu den Erträgen von 2014 (10,03) wären die für den größten europäischen Maisproduzenten erwarteten Maiserträge jedoch 13,8 % niedriger. Das langjährige Mittel (9,19) würde um 6,0 % verfehlt.
 
 Ertragseinbruch in Rumänien
Für den zuletzt zweitgrößten europäischen Maisproduzenten Rumänien hat MARS die Ertragsprognose im August auf 3,00 t/ha von zuvor 3,24 t/ha weiter zurückgenommen. Im Vergleich zu den rumänischen Maiserträgen von 2014 (4,72) wären die jetzt erwarteten Maiserträge sogar drastisch um 36,4 % gefallen. Das langjährige Mittel (3,75) würde ebenfalls um 20 % verfehlt.
 
Erträge in Ungarn ein Drittel schwächer als 2014
Die Nummer drei unter den europäischen Maiproduzenten ist Ungarn. Hier hat MARS die Ertragsprognose im August auf 5,15 t/ha von zuvor 5,88 t/ha gesenkt. Im Vergleich zu den ungarischen Maiserträgen von 2014 (7,74) wären die aktuell erwarteten Maiserträge sehr deutlich um 33,5 % niedriger. Das langjährige Mittel (5,92) würde immer noch um 13,0 % verfehlt.
 
Aussichten in Italien etwas verbessert
Eine etwas kleinere Produktionsmenge als Ungarn erreichte 2014 Italien. Für Italien hat MARS die Ertragsprognose im August auf 9,47 t/ha von zuvor 9,15 t/ha um 3,4 % angehoben. Im Vergleich zu den italienischen Maiserträgen von 2014 (10,62) wären die aktuell erwarteten Maiserträge jedoch um 10,8 % niedriger. Das langjährige Mittel (9,21) würde hingegen um 2,8 % übertroffen.
 
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Polen und Bulgarien deutlich schlechter
Für Polen erwartet MARS im August Mais-Erträge von 5,42 t/ha nach 5,99 t/ha vor vier Woche im Juli. Im Vergleich zu den polnischen Maiserträgen von 2014 (6,59) wären die aktuell erwarteten Maiserträge 17,8 % niedriger. Das langjährige Mittel (6,47) würde um 16,3 % verfehlt. Für Bulgarien werden im August Mais-Erträge von 5,33 t/ha erwartet nach 6,26 t/ha vor vier Wochen. Im Vergleich zu den Maiserträgen von 2014 (7,68) wären die aktuell erwarteten Maiserträge (ähnlich wie in Rumänien) drastisch um 30,7 % niedriger. Das langjährige Mittel (5,77) würde um 7,6 % verfehlt.
 
Für Österreich erwartet MARS im August Mais-Erträge von 9,49 t/ha. Im Vergleich zu den Maiserträgen von 2014 (10,79) wären die aktuell erwarteten Maiserträge 12,1 % niedriger. Das langjährige Mittel (10,16) würde um 6,7 % verfehlt.
 
Dr. Olaf Zinke
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