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Analyse

Mais/EU: Deutschland kauft große Menge Mais am Weltmarkt

von , am
08.08.2014

Die Abstand größte Menge Mais orderten in der letzten Abrechnungswoche bis 05. August deutsche Importeure und schlossen damit zu den üblicherweise großen Importländern aus Südeuropa auf.

© Mühlhausen/landpixel
Das Tempo der europäischen Maiseinfuhren nimmt Anfang August weiter zu und liegt bislang sehr deutlich über dem Vorjahr und auch über den sonst zu Beginn des Wirtschaftsjahres üblichen Einfuhrmengen in die EU. Die Abstand größte Menge Mais orderten in der letzten Abrechnungswoche bis 05. August zudem deutsche Importeure und schlossen damit zu den üblicherweise großen Importländern aus Südeuropa auf. Grund für die starken Importe dürfte der sehr kräftige Rückgang der internationalen Maispreise sein der die Einfuhr deutlich ankurbelt. Nach den Angaben der EU-Kommission waren die Maispreise im Juli an den europäischen Importhäfen (Rotterdam) im Schnitt ein Drittel niedriger als vor einem Jahr und zudem auch deutlich niedriger als am europäischen Binnenmarkt.
 
Auswirkungen der Ukrainekrise?
Auch die Befürchtungen der Europäer, dass der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland die Maisausfuhr der Ukraine (wichtigster EU-Lieferant) in den nächsten Wochen beeinträchtigen könnte, dürfte die europäischen Importaktivitäten beschleunigen. Im letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 importierten die Länder der europäischen Union nach den Angaben der Kommission die Rekordmenge von 14,2 Mio. t Mais in die EU. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr ging die Kommission zuletzt wegen der bislang größer erwarteten europäischen Ernte von Einfuhren von etwa 9,0 Mio. t aus. Das USDA erwartet die europäischen Maisimporte (wegen der niedrigeren Preise) hingegen bei 13,0 Mio. t.
 
Importe starten ungewöhnlich stark
Der Import von Mais in die Europäische Union hat in den ersten sechs Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits die Marke von 1,6 Mio. t erreicht. Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 (0,24 Mio. t) als die Importe relativ langsam begannen, ist die Einfuhrmenge zum aktuellen Termin fast sieben Mal so groß. Auch die Importmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 (0,48 Mio. t), wird bislang sehr deutlich um mehr als das Dreifache übertroffen. Üblicherweise nehmen die Einfuhren erst mit der neuen Ernte auf der Nordhalbkugel (Ukraine, Europa, USA) kräftig zu.
 
Deutschland kauft 300.000 t Mais
In der letzten Abrechnungswoche bis zum 05. August kauften die EU-Länder insgesamt 489.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 217.000 t. Mit Abstand größter Einzelimporteur war in der Woche bis 05. August Deutschland mit dem Einkauf von 300.000 t Mais. Die zweitgrößte Maismenge kaufte Italien mit 58.000 t aus Dänemark. Auf Position drei der größten Importeure lag in der letzten Woche Spanien mit 45.000 t. Nach Portugal gingen 23.000 t Mais und nach Irland 10.000 t.
 
Importe laufen auf Hochtouren
In den ersten sechs Wochen des neuen Wirtschaftsjahres hat Spanien bislang die größte Menge Mais aus Drittländern eingekauft. Mit 446.000 t flossen 28 % der bisherigen europäischen Gesamtimporte auf den spanischen Markt. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 361.000. t. Auf Position drei der europäischen Importeure steht bereits Deutschland. Insgesamt haben die Deutschen bereits 331.544 t Mai in Drittländern (Ukraine?) gekauft. Viertgrößter Importeur von Mais ist Portugal mit 196.000 t, gefolgt von Italien mit 160.000 t. Auf Position 7 unter den Maisimporteuren der EU liegt das Vereinigte Königreich mit Importen von 42.000 t.
 
Mais ist am Weltmarkt billig
Am Weltmarkt sind die Maispreise im Juli weiter gefallen und haben ganz offensichtlich auch die Nachfrage nach Importmais am EU-Binnenmarkt angekurbelt. Von der EU-Kommission wurden die Importpreise für Mais (cif Rotterdam) für den Monat Juli durchschnittlich knapp 162 Euro/t angegeben, während der Mais am EU-Binnenmarkt zu diesem Termin noch 173 Euro kostete und einen Monat zuvor sogar 182 Euro/t. Vor einem Jahr im Juli 2013 lagen die europäischen Importpreise für Mais (cif Rotterdam) noch bei knapp 240 Euro/t und am EU-Binnenmarkt kostete der Mais zu diesem Zeitpunkt im Schnitt 221 Euro/t.
 
Druck auf die EU-Maispreise setzt sich fort
Am europäischen Terminmarkt lagen die Maispreise für den Augusttermin zum Wochenbeginn (04.08) bei rund 160 Euro/t und die neue Ernte (November) kostete noch rund 155 Euro/t. In den letzten vier Wochen sind die Preise am europäischen Terminmarkt damit um gut 20 Euro oder etwa 12 % gefallen. In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am Ende der Woche bei 155 Euro. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise am Montag (04. August) ab südwestd. Station für alterntigen Mais zwischen 173 und 174 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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