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Analyse

Mais/EU: Europäer importieren mehr Mais als im Vorjahr

von , am
17.01.2014

Trotz der im Vorjahresvergleich deutlich größeren Ernte in der EU, ist die Importmenge größer als im letzten Jahr.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Maisimporte der Europäer nehmen mit den rückläufigen internationalen Maispreisen und der besseren Verfügbarkeit der ukrainischen Ernte weiter kräftig zu. Trotz der im Vorjahresvergleich deutlich größeren Ernte in der EU, ist die Importmenge mittlerweile sogar größer als im letzten Jahr. Dabei kletterten die Einfuhren von Mais im vorigen Wirtschaftsjahr 2012/13 auf einen neuen Einfuhr-Rekord. Wegen der größeren Ernte im Herbst 2013 hatten Analysten für die EU eigentlich mit deutlich mit niedrigen Maiseinfuhren gerechnet. Aber die im internationalen Vergleich offenbar relativ hohen Preise am europäischen Binnenmarkt ziehen die billigere Ware aus der Ukraine, aus Russland und auch aus Serbien an.
 
Importmenge übersteigt Vorjahresniveau
Der Import von Mais in die Europäische Union hat am 14. Januar die Marke von 6,2 Mio. t erreicht. Im Vergleich zum letzten Jahr (6,0 Mio. t) sind die Einfuhren trotz einer deutlich besseren Ernte von rund 65 Mio. t (Vj. 58 ,1 Mio. t) damit ähnlich groß. Das USDA hat die erwarten europäischen Gesamtimporte bereits im Dezember-Report von 8,0 Mio. t auf 9,0 Mio. t nach oben gesetzt und diesen Wert im Januar erst einmal nicht verändert. Die EU-Kommission war Ende Dezember nur von Maisimporten von 5,9 Mio. t ausgegangen. Dieser Wert ist aber lange schon übertroffen. Hier besteht offenbar Korrekturbedarf. Im letzten Jahr hatten die EU-Länder bei einer sehr schwachen Ernte von nur 58,1 Mio. t insgesamt 11,4 Mio. t Mais importiert.
 
Diese Woche Spanien und Deutschland vorn
In der letzten Abrechnungswoche bis 14. Januar kauften die EU-Länder insgesamt 646.000 t Mais in Drittländern ein. In den drei Wochen zuvor lag die Importmenge bei 306.000 t, 457.000 t und 800.000 t. Vor allem seit Mitte November haben die Einfuhren kräftig angezogen. Größte Einzelimporteure der aktuellen Abrechnungswoche waren Spanien mit Importen von 155.000 t gefolgt von Deutschland mit 95.000 t, den Niederlanden mit 89.000 t, Portugal mit 85.0000 t, dem Vereinigten Königreich mit 85.000 t und Italien mit 72.000 t. Nennenswerte Mengen gingen außerdem mit 28.000 t nach Polen und mit 18.000 nach Irland.
 
Spanien bleibt größter Importeur, Deutschland auf Platz 5
Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien bislang die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Mit 2,07 Mio. t flossen 33 % der europäischen Gesamtimporte auf den spanischen Markt. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 1,09 Mio. t, gefolgt von Italien mit 812.000 t, sowie Portugal mit 645.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt Deutschland mit 442.000 Mio. t. Rund 355.000 t Mais kaufte das Vereinigte Königreich, Irland importierte 254.000 Mio. t und Polen 172.000 t.
 
Exporte fast bei Null
In Drittländer exportiert haben die EU-Länder bis zum 14. Januar 2,08 Mio. t Mais und damit fast mehr als dreimal so viel wie im letzten Jahr (0,62 Mio. t). Allerdings hat das Exporttempo zuletzt sehr stark abgenommen und tendiert gegen Null. In der letzten Abrechnungswoche wurden 2.000 t Mais exportiert, vor zwei Wochen waren es nur 10.000 t. Größter Einzelexporteur ist bislang Rumänien mit Maisexporten von 909.000 t. Auf Position zwei der europäischen Maisexporteure liegt überraschenderweise Deutschland, mit Maisexporten von 315.000 t. Danach kommt Bulgarien mit Drittlandsverkäufen von 286.000 t, gefolgt von Frankreich mit Ausfuhren von 241.000 t.
 
Maispreise auch in Europa behauptet
In Europa haben sich die Maispreise diese Woche im Prinzip seitwärts bewegt. Die Kontraktpreise für den Märztermin lagen am europäischen Terminmarkt am Donnerstag bei gut 172 Euro/t udndamit etwa auf dem Niveau der Vorwoche. In Frankreich bewegten sich die Maispreise am Ende der Woche im Großhandel zwischen 164 Euro und 164 Euro/t und waren damit rund 3 Euro niedriger als in der letzten Woche. Fob-Rheinhafen wurde französischer Mais für 177 Euro/t (-1) verladen. Am Großmarkt in München lagen die Preise diese Woche stabil bei 180 Euro/t bis 185 Euro/t. Am Hamburger Großmarkt wurde Mais am Donnerstag für 194 Euro/t (-1) angeliefert.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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