Login
Analyse

Mais/EU: Europäer importieren weiter sehr viel Mais

von , am
24.01.2014

Der Maisimport der Europäer übertrifft mittlerweile die rekordhohen Einfuhren des Vorjahres

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Der Maisimport der Europäer übertrifft mittlerweile die rekordhohen Einfuhren des Vorjahres. Dabei war die europäische Maisernte 2013 eigentlich deutlich größer als im Dürrejahr 2012. Aber offensichtlich ist die Verfügbarkeit der letzten Ernte insbesondere in den großen Importländern noch immer schlechter als erwartet und zudem sind die Weltmarktpreise deutlich niedriger als in Europa was verstärkt günstige Ware aus der Ukraine und vom Balkan anzieht. Hinzu kommt das die anhaltend starke Exportnachfrage beim Weizen auch das Angebot an Futtergetreide reduziert.
 
Importe übersteigen die Erwartungen
Der Import von Mais in die Europäische Union hat am 21. Januar die Marke von 6,7 Mio. t erreicht. Im Vergleich zum letzten Jahr (6,36 Mio. t) sind die Einfuhren trotz einer deutlich besseren Ernte von rund 65 Mio. t (Vj. 58 ,1 Mio. t) damit bereits deutlich größer. Das USDA hat die erwarteten europäischen Gesamtimporte im Dezember-Report von 8,0 Mio. t auf 9,0 Mio. t nach oben gesetzt und diesen Wert im Januar erst einmal nicht verändert. Die EU-Kommission war Ende Dezember lediglich von Maisimporten von 5,9 Mio. t ausgegangen. Dieser Wert wird nun bereits um fast 1,0 Mio. t übertroffen. Im letzten Jahr hatten die EU-Länder bei einer sehr schwachen Ernte von nur 58,1 Mio. t insgesamt 11,4 Mio. t Mais importiert.
 
Diese Woche kaufen die Niederlande am meisten
In der Abrechnungswoche bis 21. Januar kauften die EU-Länder insgesamt 501.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 646.000. Vor allem seit Mitte November haben die Einfuhren kräftig zugenommen. Größte Einzelimporteure der aktuellen Abrechnungswoche waren die Niederlande, mit Importen von 243.000 t, gefolgt von Spanien mit 87.000 t, Irland mit 37.000 t, dem Vereinigten Königreich mit 28.000 t, Deutschland mit 26.000 t und Portugal mit 25.000 t. Kleinere Mengen gingen außerdem nach Italien, Österreich und Dänemark.
 
Deutschland auf Platz 5 der Importeure
Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien bislang die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Mit 2,16 Mio. t flossen rund ein Drittel der europäischen Gesamtimporte auf den spanischen Markt. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 1,33 Mio. t, gefolgt von Italien mit 830.000 t, sowie Portugal mit 670.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt Deutschland, mit Einfuhren von 468.000 Mio. t. Rund 383.000 t Mais kaufte bislang das Vereinigte Königreich, Irland importierte 292.000 Mio. t und Polen 178.000 t.
 
Keine Exporte mehr, Deutschland auf Platz 2
In Drittländer exportiert haben die EU-Länder bis zum 21. Januar 2,09 Mio. t Mais und damit fast mehr als dreimal so viel wie im letzten Jahr (0,635 Mio. t). Allerdings hat das Exporttempo zuletzt sehr stark abgenommen und tendiert weiter gegen Null. In der letzten Abrechnungswoche wurden 5.000 t Mais exportiert, in der Woche zuvor waren es nur 2.000 t. Größter Einzelexporteur ist bislang Rumänien mit Maisexporten von 910.000 t. Auf Position zwei der europäischen Maisexporteure liegt überraschenderweise Deutschland, mit Maisexporten von 317.000 t. Danach kommt Bulgarien mit Drittlandsverkäufen von 286.000 t, gefolgt von Frankreich mit Ausfuhren von 241.000 t.
 
Maispreise in Europa etwas fester
In Europa haben sich die Maispreise weiter seitwärts bewegt. Die Kontraktpreise für den Märztermin lagen am europäischen Terminmarkt am Donnerstag (23.01) bei gut 174 Euro/t und damit sogar 2 Euro teurer als in der Vorwoche (172 Euro). In Frankreich bewegten sich die Maispreise am Ende der Woche im Großhandel zwischen 160 Euro und 166 Euro/t und waren damit bis zu 2 Euro höher als in der letzten Woche. Fob-Rheinhafen wurde französischer Mais für 178 Euro/t (+1) verladen. Am Großmarkt in München lagen die Preise diese Woche stabil bei 183 Euro/t bis 188 Euro/t (+3). Am Hamburger Großmarkt wurde Mais am Donnerstag für 193 Euro/t (-1) angeliefert.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant