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Analyse

Mais/EU: Maisernte auf Rekordkurs, Preise auf Ernteniveau 2013

von , am
03.07.2014

Die Erwartung der EU-Kommission an die europäische Maisernte 2014 hat sich Anfang Juli nochmals verbessert.

© Schollen/landpixel.de
 
Die Erwartung der EU-Kommission an die europäische Maisernte 2014 hat sich Anfang Juli nochmals verbessert. Mit 70,4 Mio. t übertrifft die neue Kommissions-Prognose nun sogar die 70-Mio.-t-Marke. Gleichzeitig ist die erwartete Erntemenge bei Mais deutlich größer als 2013 und wäre zudem ein neuer Produktionsrekord. Den Importbedarf veranschlagt die Kommission trotz der größeren Ernte und des reichlich verfügbaren Futterweizens dennoch größer als bei den letzten Prognosen. Außerdem nehmen die Endbestände zu. Die Maispreise sind in der EU auch im Juni kräftig gefallen.
 
Produktionsrekord, andere bleiben vorsichtiger
Die Erwartungen an die europäische Maisernte 2014 setzte die Kommission Anfang Juli auf 70,4 Mio. t nach oben (Juni: 69,1 Mio. t). Im Vergleich zur Ernte 2013 von 65,3 Mio. t wäre dies ein Produktionszuwachs von 5,1 Mio. t oder fast 8 %. Gleichzeitig würde für die EU ein neuer Produktionsrekord aufgestellt (bisher 68,6 Mio. t im Jahr 2011/12). Die Anbaufläche von Mais erwartet die Kommission in diesem Jahr bei 9,84 Mio. ha und damit knapp 0,1 Mio. ha größer als im Vorjahr (9,75). Allerdings übertrifft die Kommission auch mit ihrer aktuellen Schätzung zur neuen Maisernte die letzten Prognosen der aller anderen Analysten wie etwa von Strategie Grains (65,9 Mio. t) Töpfer (65,2), COCERAL (64,6), dem IGC (65,8) oder dem USDA (65,3).
 
Importe höher als bisher erwartet
Bei den Maisimporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr einen Rückgang. Allerdings fällt dieser nun deutlich kleiner aus als in den bisherigen Prognosen. Mit geschätzten 10,0 Mio. t (Juni: 6 Mio. t) ist die erwartete Importmenge jetzt nur noch 4,2 Mio. t kleiner als die Rekordmenge die die Kommissions-Experten für die zu Ende gehende Saison unterstellen (14,2 Mio. t). Das USDA erwartet für die neue Saison (wegen der kleineren Ernteprogose) Importe von 13,0 Mio. t und der IGC rechnet mit 10,3 Mio. t. Gleichzeitig sollen die Endbestände von 15,1 Mio. t zum Ende der noch laufenden Saison, auf 17,6 Mio. t (Juni: 16,1 Mio. t) zum Ende der kommenden Saison anwachsen.
 
Noch mehr Mais ins Tierfutter
Der Einsatz von Mais in der Tierfütterung nimmt von 59,7 Mio. t auf 60,7 Mio. t (Juni: 57,0 Mio. t) um 1,0 Mio. t zu. Grund für den realtiv moderaten Zuwachs ist die große Weizenernte und der hohe Verbrauch von Futterweizen. Der Export von Mais aus der EU nimmt von 3,0 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr auf 2,20 Mio. t in 2014/15 ab. Für die Herstellung von Bioethanol werden nach der aktuellen Prognose der Kommission 3,6 Mio. t Mais eingesetzt und damit 0,3 Mio. t mehr als im Vorjahr.
 
Maispreise fallen auf Ernteniveau 2013
Am Maismarkt haben die Preise im Juni weiter nachgegeben. Die neuen Daten zu den überraschend großen Lagerbeständen in den USA haben den Preisdruck zum Monatswechsel sogar noch verstärkt. In Europa betrug der Preisrückgang im Juni fast 6 % bzw. rund 10 Euro und die Preise fielen auf den tiefsten Stand seit der Ernte 2013. Seit Mitte April haben die Maispreise um mehr als 20 Euro bzw. 12 % nachgegeben. Am europäischen Terminmarkt fielen die Kontraktpreise für den Augusttermin an der MATIF am Dienstag (02.07) unter die Marke von 170 Euro/t. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise am Montag (01. Juli) ab südwestd. Station zwischen 175 und 180 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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