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Analyse

Mais/EU: Maisimporte so hoch wie im Vorjahr

von , am
10.01.2014

Die europäischen Maisimporte haben seit Mitte November mit der besseren Verfügbarkeit der rekordhohen ukrainischen Ernte kräftig angezogen.

© marshi/aboutpixel.de
 
Die europäischen Maisimporte haben seit Mitte November mit der besseren Verfügbarkeit der rekordhohen ukrainischen Ernte kräftig angezogen. Trotz der deutlich größeren Ernte in der EU ist die Importenge mittlerweile ähnlich groß wie im letzten Jahr. Die Maispreise sind zuletzt nach einer überraschend langen Phase der Stabilität mit den internationalen Preisen unter Druck geraten. Ein Grund für den neu aufgekommenen Preisdruck dürften die Erwartungen der US-Analysten an eine weitere Aufwärtskorrektur der aktuellen US-Maisernte und Bestände durch das USDA sein. Hinzu kommen die sehr günstigen Witterungsverhältnisse in Südamerika sowie die zuletzt unter den Erwartungen bleibenden aktuellen Maisexporte der USA.
 
Importmenge erreicht Vorjahresniveau
Der Import von Mais in die Europäische Union hat am 07. Januar die Marke von knapp 5,6 Mio. t erreicht. Im Vergleich zum letzten Jahr (5,6 Mio. t) sind die Einfuhren trotz einer deutlich besseren Ernte von rund 65 Mio. t damit ähnlich groß. Das USDA hat die erwarten europäischen EU-Importe bereits im vorigen USDA-Report von 8,0 Mio. t auf 9,0 Mio. t nach oben gesetzt. Im letzten Jahr hatten die EU-Länder bei einer sehr schwachen Ernte von nur 58,1 Mio. t insgesamt 11,4 Mio. t Mais importiert.
 
Importe ziehen sei Mitte November an
In der letzten Abrechnungswoche bis 07. Januar kauften die EU-Länder insgesamt 306.000 t Mais in Drittländern ein. In den beiden Wochen davor lag die Importmenge zwischen 457.000 t und 800.000 t. Vor allem seit Mitte November mit der besseren Verfügbarkeit der rekordhohen ukrainischen Ernte, haben die Einfuhren kräftig angezogen. Der im Vergleich sehr günstige und reichlich verfügbare ukrainische Mais kurbelte zuletzt offenbar auch die Importe kräftig an. In den 8 Wochen von Mitte November (2,0 Mio. t) bis Anfang Januar (5,6 Mio. t) betrug die Einfuhrmenge
insgesamt 3,6 Mio. t und damit durchschnittlich 700.000 t je Woche.
 
Spanien kauft am meisten
Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien bislang die größte Menge Mais in  Drittländern eingekauft. Mit 1,91 Mio. t flossen rund 34 % der europäischen Gesamtimporte auf den spanischen Markt. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 998.000 t, gefolgt von Italien mit 740.000 t, sowie Portugal mit 560.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt Deutschland mit 347.000 Mio. t. Rund 270.000 t Mais kaufte das Vereinigte Königreich, Irland importierte 227.000 Mio. t und Polen 144.000 t.
 
Deutschland bei den Exporten vor Frankreich
In Drittländer verakuft haben die EU-Länder bis zum 07. Januar 2,08 Mio. t Mais und damit fast viermal so viel wie im letzten Jahr (0,56 Mio. t). Allerdings hat das Exporttempo zuletzt weiter abgenommen. In der letzten Abrechnungswoche wurden 10.000 t Mais exportiert, vor zwei Wochen waren es sogar nur 2.000 t. Größter Einzelexporteur ist bislang Rumänien mit Maisexporten von 909.000 t. Auf Position zwei der europäischen Maisexporteure liegt überraschenderweise Deutschland, mit Maisexporten von 315.000 t. Danach kommt Bulgarien mit Drittlandsverkäufen von 286.000 t, gefolgt von Frankreich mit Ausfuhren von 241.000 t.
 
Maispreise auch in Europa schwächer
In Europa haben die Maispreise diese Woche im Sog der internationalen Märkte und der verbesserten Importmöglichkeiten nachgegeben. Die Kontraktpreise für den Märztermin lagen am europäischen Terminmarkt am Donnerstag mit 171 Euro/t nur noch knapp über der 170-Euro-Marke und damit 7 Euro niedriger als Ende Dezember. In Frankreich bewegten sich die Maispreise am Ende der Woche im Großhandel zwischen 164 Euro und 167 Euro/t. Fob-Rheinhafen wurde französischer Mais für 178 Euro/t verladen. Am Großmarkt in München lagen die Preise diese Woche bei 185 Euro/t. Am Hamburger Großmarkt wurde Mais am Donnerstag für 195 Euro angeliefert und damit ebenfalls etwas preiswerter.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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