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Analyse

Mais/EU: Neue Maisernte könnte Rekord werden

von , am
15.08.2014

Immer mehr Analysten gehen von einer Ernte in der Nähe der bisherigen Rekordernte aus dem Jahr 2011 aus.

© Kurt/pixelio
Noch dauert es einige Zeit bis die europäische Maisernte beginnt. Doch wurden die Prognosen zur erwarteten Erntemenge zuletzt immer weiter nach oben geschraubt. Immer mehr Analysten gehen von einer Ernte in der Nähe der bisherigen Rekordernte aus dem Jahr 2011 aus. Allerdings bleibt der europäische Importbedarf trotzdem relativ hoch und auch eine mögliche Rekordernte deckt nicht den Bedarf/Verbrauch der Europäer. Die Maispreise habe auf die erwartete Angebotsentwicklung am europäischen (und vor allem am internationalen) Maismarkt bereits reagiert und rutschen auf den tiefsten Stand seit 4 Jahren (Ernte 2010).
 
Rekordernte deckt nicht den Bedarf
Das europäische Analystenhaus Strategie Grains schätzte die europäische Maisernte im August auf 68 Mio. t und damit 1,6 Mio. t größer als in der Juliprognose. Das wäre für die Europäer die bislang zweitgrößte Maisernte nach 2011 (68,6 Mio. t). Die europäische Maisernte des Jahres 2013 (64,4 Mio. t) wird mit dieser Prognose um 3,8 Mio. t oder gut 6 % übertroffen. Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende Juli eine Maisernte von 67,8 Mio. t prognostiziert und damit eine ähnlich große Ernte wie Strategie Grains. Die EU-Kommission erwartete Ende Juli mit 70,8 Mio. t hingegen einen neuen Rekord. Der Bedarf/Verbrauch von Mais am europäischen Binnenmarkt liegt nach den Daten der EU-Kommission bei knapp 76 Mio. t und damit sehr deutlich über der erwarteten Erntemenge. Den europäischen Importbedarf schätzt die Kommission auf 9,0 Mio. t und das USDA auf 11,0 Mio. t.
 
Frankreich und Ungarn mit viel Mais
Für Frankreich, den größten Maisproduzenten der EU, erwartet Strategie Grains im August eine Maisernte 2014 von 15,9 Mio. t und damit 0,1 Mio. t größer wie zur Aprilprognose (15,8) und 1,0 Mio. t größer als 2013 (14,9 Mio. t). Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende Juli in ihrer Prognose sogar eine französische Maisernte von 16,1 Mio. t erwartet. Für Ungarn veranschlagt Strategie Grains die neue Maisernte 2014 auf 8,0 Mio. t (Juli 7,6 Mio. t). Im Vergleich zur Erntemenge von 2013 (6,7 Mio. t) wäre die jetzt für 2014 erwartete Produktion 1,3 Mio. t oder etwa 18 % größer. Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende Juli in ihrer Prognose eine noch größere ungarische Maisernte von 8,1 Mio. t erwartet.
 
Rumänien erntet etwas weniger
Eine etwas kleinere Maisernte als im Jahr 2013 erwarten die Analysten von Strategie Grains weiterhin für Rumänien. Nach der Augustprognose erreicht die rumänische Maisproduktion 2014 rund 9,9 Mio. t. Das sind 0,6 Mio. t mehr als im Juli (9,2 Mio. t) erwartet wurden, jedoch 0,5 Mio. t oder 6 % weniger als 2013 (10,4 Mio. t). Die Analysten von ADM/Töpfer hatten die rumänische Maisernte in ihrer Prognose Ende Juli auf 9,4 Mio. t geschätzt.
 
Mehr Mais in Italien und Deutschland
Eine etwas größere Maisernte als 2013 erwarten die Analysten von Strategie Grains in der Augustschätzung auch für Italien. Die italienische Maisproduktion 2014 könnte nach der aktuellen Prognose 7,6 Mio. t erreichen. Das ist eben so viel wie im Juli erwartet wurde und 0,2 Mio. t mehr wie 2013 (7,6 Mio. t Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende Juli in ihrer Prognose italienische Maisernte von 8,5 Mio. t erwartet. Für Deutschland hatten die Analysten von ADM/Töpfer die neue Ernte auf 5,05 Mio. t geschätzt und die Prognose des DRV lag Anfang August ebenfalls bei 5,0 Mio. t. Auch in Deutschland wird damit eine deutlich größere Ernte als im letzten Jahr (4,07 Mio. t) erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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