Login
Analyse

Mais/EU: Niedrige Maispreise kurbeln Importe an

von , am
06.08.2014

Die Maisimporte der Europäer beginnen überraschend stark und liegen in den ersten 4 Wochen des neuen Wirtschaftsjahres 2014/15 deutlich über den Werten aus dem Vorjahr. Das liegt offenbar an den deutlich gefallenen Importpreisen.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Die Maisimporte der Europäer beginnen im überraschend stark und liegen in den ersten 4 Wochen des neuen Wirtschaftsjahres 2014/15 deutlich über den Werten aus dem Vorjahr. Das liegt offenbar an den deutlich gefallenen Importpreisen (Weltmarktpreisen) für Mais, die nach den Angaben der EU-Kommission im Juli an den europäischen Importhäfen (Rotterdam) im Schnitt rund 33 % niedriger waren als vor einem Jahr und weiter nachgeben. Im letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 importierten die Länder der europäischen Union nach den vorläufigen Angaben der Kommission die Rekordmenge von 14,2 Mio. t Mais in die EU. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr ging die Kommission zuletzt wegen der größer erwarteten europäischen Ernte von Einfuhren von 9,0 Mio. t aus. Das USDA erwartet die EU-Maisimporte (wegen der niedrigeren Preise) hingegen bei 13,0 Mio. t.
 
Importmenge übersteigt Vorjahresniveau
Der Import von Mais in die Europäische Union hat in den ersten vier Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits die Marke von 1,11 Mio. t erreicht. Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 (0,23 Mio. t) als die Importe zunächst relativ langsam begannen, ist die Einfuhrmenge zum aktuellen Termin fast fünfmal so groß. Auch die Importmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 (0,44 Mio. t), wird bislang sehr deutlich um fast das Dreifache übertroffen. In der letzten Abrechnungswoche bis zum 29. Juli kauften die EU-Länder insgesamt 217.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 247.000 t.
 
Importe laufen schon auf Hochtouren
In den ersten vier Wochen des neuen Wirtschaftsjahres hat Spanien bislang die größte Menge Mais aus Drittländern eingekauft. Mit 401.000t flossen 36 % der bisherigen europäischen Gesamtimporte auf den spanischen Markt. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 318.000. t, gefolgt von Portugal mit 173.000 t sowie Italien mit 102.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt das Vereinigte Königreich mit Importen von 41.883 t. Deutschland kaufte bislang 30.000 t Mais und Irland importierte 18.700 t.
 
Mais ist am Weltmarkt billig
Am Weltmarkt sind die Maispreise im Juli weiter gefallen und haben offenbar auch die Nachfrage nach Importmais am EU-Binnenmarkt angekurbelt. Von der EU-Kommission wurden die Importpreise für Mais (cif Rotterdam) für den Monat Juli mit knapp 162 Euro/t angegeben, während der Mais am EU-Binnenmarkt zu diesem Termin durchschnittlich noch 173 Euro kostete und einen Monat zuvor (Juni) sogar 182 Euro/t. Vor einem Jahr im Juli 2013 lagen die Importpreise für Mais (cif Rotterdam) immerhin bei knapp 240 Euro/t und am EU-Binnenmarkt kostete der Mais zu diesem Termin im Schnitt 221 Euro/t.
 
Druck auf die EU-Maispreise setzt sich fort
Am europäischen Terminmarkt lagen die Maispreise für den Augusttermin zum Wochenbeginn (04.08) bei rund 160 Euro/t und die neue Ernte (November) kostete nur noch etwa 154 Euro/t. In den letzten vier Wochen sind die Preise am europäischen Terminmarkt damit um gut 20 Euro oder etwa 12 % gefallen. In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) Anfang der Woche bei 162 Euro. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise am Montag (04. August) ab südwestd. Station für alterntigen Mais zwischen 173 und 174 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant