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Analyse

Mais/IGC: So viel Mais gab es noch nie

von , am
31.01.2014

Mit den Ende Januar vom IGC erwarteten 959 Mio. t steigt die globale Maisernte gegenüber der Novemberschätzung nochmals um 9 Mio. t auf einen neuen Rekordwert.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der Internationale Getreiderat (IGC) setzte die globale Maisproduktion für das Wirtschaftsjahr 2013/14 Ende Januar nochmals um 9 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 959 Mio. t nach oben. Hauptgrund ist die größere Ernte Chinas. Vor dem Hintergrund der deutlich niedrigeren Preise steigt der globale Verbrauch ebenfalls auf ein neues Rekordniveau. Gleichzeitig führt die anziehende Nachfrage auch zu einem Anstieg des Welthandels mit Mais auf einen bislang nicht erreichten Rekordwert. Trotz des hohen Verbrauchs steigen die Endbestände jedoch auf den höchsten Stand seit 13 Jahren. Die durchschnittlichen Exportpreise für Mais haben sich seit dem letzten IGC-Bericht Ende November etwas erholt und sind fast 4 % höher als vor acht Wochen. Im Vergleich zum Januar 2013 ist das aktuelle Niveau der Exportpreise etwa 30 % niedriger.
 
Produktion und Verbrauch auf Rekordstand
Mit den Ende Januar vom IGC erwarteten 959 Mio. t steigt die globale Maisernte gegenüber der Novemberschätzung nochmals um 9 Mio. t auf einen neuen Rekordwert. (Hauptgrund ist die größere Ernte in China). Im Vergleich zum letzten Jahr (861 Mio. t) wäre die weltweite Maisernte damit um 98 Mio. t bzw. rund 11 % größer. Grundlage für den gewaltigen Produktionssprung ist die rekordhohe US-Maisernte und die sehr guten Ernten Chinas und der Ukraine. Den Verbrauch von Mais hat der IGC Ende Januar um weitere 6 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 928 Mio. t angehoben. Im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2012/13 wächst die Verbrauchsemenge sogar um 63 Mio. t oder gut 7 %. Ganz besonders kräftig nimmt der Verbrauch von Futtermais zu. Gleichzeitig erhöht sich  auch der Verbrauch von industriell verwertetem Mais, während der Verbrauch zur menschlichen Ernährung fast stabil bleibt.
 
Maisbestände in den USA verdoppeln sich
Trotz des stark steigenden Verbrauchs wachsen die globalen Endbestände im Vergleich zur letzten Schätzung um 1 Mio. t und gegenüber dem Vorjahr um 31 Mio. t auf 158 Mio. t. Nach den Daten des IGC wäre dies der größte Endbestand seit 2001. Hauptverantwortlich für den starken Bestandszuwachs sind die USA mit ihrer Rekordernte. Die US-Maisbestände dürften danach von knapp 21 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr auf 41 Mio. t anwachsen und sich damit verdoppeln. Die Zunahme ist wegen der sehr starken US-Ausfuhren und des hohen US-Inlandsverbrauchs (Futter) allerdings geringer als noch im Dezember mit 45 Mio. t erwartet wurde. Im Oktober hatte der IGC sogar mit einem Anwachsen der US-Bestände auf 50 Mio. t gerechnet.
 
Maishandel nimmt sehr stark zu
Den Handel mit Mais hat der IGC Ende Januar nochmals um 2 Mio. t auf mit 108 Mio. t angehoben. Das wäre ebenfalls ein neuer Rekordwert und ein Exportzuwachs von 12 Mio. t gegenüber dem letzten Wirtschaftsjahr. Wegen der sehr großen Ernte könnte die Ukraine (18 Mio. t) dieses Jahr Argentinien (16 Mio. t) als drittgrößten Maisexporteur nach den USA (37 Mio. t) und Brasilien (21 Mio. t) ablösen. Die Ausfuhren Brasiliens und Argentiniens fallen wegen der kleineren Ernten und wegen des größeren Wettbewerbs an den Exportmärkten kleiner aus als im letzten Wirtschaftsjahr. Die größten globalen Maisimporte sind in diesem Jahr Japan (15,5 Mio. t), Südkorea (9,0 Mio. t), Mexiko (11 Mio. t), die EU (9 Mio. t), China (5 Mio. t) und Ägypten (5,7 Mio. t). Dabei hat der IGC die chinesischen Importe nach unten korrigiert. Grund ist zum einen die nach oben gesetzte Ernte im Reich der Mitte und zum anderen die Rücksendung mehrerer Partien mit genveränderten und in China nicht zugelassenem Mais aus den USA.
 
US-Maispreise zuletzt etwas fester
Die Exportpreise für Mais sind an den internationalen Märkten von Ende November bis Ende Januar um fast 4 % gestiegen. Gleichzeitig sind die internationalen Exportpreise für Mais rund 30 % niedriger als im Januar 2013. Am Mittwoch (29.01.) gingen die Maispreise am Terminmarkt in Chicago (Märzkontrakt) mit umgerechnet knapp 124 Euro/t aus dem Handel. Das sind rund 3 Euro höhere Preise als Ende November (121 Euro). Im Vergleich zum Januar 2013 (213 Euro) sind die US-Maispreise sogar um 42% bzw. 89 Euro niedriger und gegenüber den Höchstpreisen vom August 2012 (246 Euro) haben die Kurse rund 50 % verloren.
 
Maispreise in Europa schwächer
Am europäischen Terminmarkt in Paris kostete Mais Ende Januar knapp 172 Euro/t (März) und damit 5 Euro weniger als zum letzten IGC-Report Ende November (179 Euro). Gründe für den Preisrückgang sind das bessere Angebot aus der Ukraine etwa seit Dezember und zudem die gefallenen Preise für Futterweizen. In Frankreich lagen die Preise im Großhandel (je nach Region) zuletzt zwischen 160 Euro/t und 167 Euro/t. Bei der Verladung an den französischen Rhein-Häfen wurden Preise von rund 178 Euro genannt. Kurz vor den Monatswechsel wurden im süddeutschen Großhandel (ab Station) Preise zwischen 182 und 184 Euro/t gemeldet. Am Oberrhein lagen die Maispreise zuletzt zwischen 184 Euro und 185 Euro/t und in Hamburg wurde Mais für 193 Euro/t angeliefert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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