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Analyse

Maispreise bewegen sich seitwärts

von , am
16.02.2015

Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt zunächst zurückgegangen, konnten dann jedoch wieder Boden gut machen.

© marshi/aboutpixel.de
 
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt zunächst zurückgegangen, konnten dann jedoch wieder Boden gut machen. Zum Beginn der neuen Woche liegen die Maispreise ebenfalls leicht im Plus. Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise letzte Woche knapp behauptet. In den USA stützen die sehr guten Exportzahlen den Maismarkt. Unterstützung kam zuletzt auch von den gestiegenen Ölpreisen.
 
Die Nachrichten zur bevorstehenden Maisernte in Südamerika sind hingegen bärisch (große Ernten) und könnten in den nächsten Wochen durchaus noch Marktwirkung entfalten und die internationalen Maispreise unter Druck setzen. Bislang sind die Preisforderungen an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) für die nächsten Monate jedoch nicht viel niedriger als in den USA. Der Mais hat am Freitag in den USA für den Märztermin um 1,1 % auf 387,2 Ct je Buschel (133 Euro/t) zugelegt. Am heutigen Montag (16.02) ist in den USA ein Feiertag und es wird am Terminmarkt in Chicago nicht gehandelt.
 
Maispreise am Terminmarkt etwas fester
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (13.02) nach einer schwachen Woche wieder leicht zugelegt. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 153,0 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % höher als am Vortag (152,25 Euro), jedoch noch immer niedriger als vor einer Woche (155,75 Euro). Der Junitermin notierte am letzten Freitag bei 160,50 Euro und damit 1,00 Euro Höher als am Vortag (159,50 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 164,75 Euro und damit 1,0 Euro höher als am Vortag (163,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,25 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (166,50 Euro) sowie 14,25 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (184,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 31,50 Euro niedriger. Am Montag Vormittag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais erneut mit einem leichten Plus von 0,5 Euro bei 153,50 Euro/t.
 
Maispreise am Kassamarkt behauptet
Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise letzte Woche knapp behauptet. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Freitag (13.02) bei 150 Euro und damit etwas niedriger wie eine Woche zuvor (151 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche zwischen 153 Euro und 156 Euro (Vw: 148 Euro bis 155 Euro) und damit etwas fester. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station unveränderte Maispreise von 155 bis 157 Euro ( Vw: 155 bis 157 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen bei 163 Euro (Vw: 163 Euro) und aus Südholland nannte man Preise von 170 Euro (Vw: 170 Euro). Die Preismeldungen fob-Oberrhein lagen in der letzten Woche bei 151 bis 152 Euro (Vw: 151 bis 152 Euro) und ab südwestdeutscher Station wurden letzte Woche Preise von 153 bis 155 Euro notiert (Vw: 155 Euro bis 155 Euro).
 
Deutsche Maisimporte weietr sehr hoch
Die EU-Länder haben bis zum 10. Februar 5,63 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 2,2 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (7,79 Mio. t). In der letzten Abrechnungswoche (10. Februar) wurden 270.000 t Mais in Drittländern gekauft. Deutsche Importeure haben bislang 647.000 t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien sowie vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Bislang hat Spanien 2,06 Mio. t Mais importiert, Italien 548.000 t und Portugal 274.000 t. Über die niederländischen Importhäfen flossen außerdem 1,29 Mio. t Mais in die EU. Exportiert haben die EU-Länder 1,79 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,13 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 166.000 t Mais in Drittländer.
 
Nächste europäische Maisernte wird kleiner
Die nächste europäische Maisernte 2015 schätzte das europäische Analystenhaus Strategie Grains in der letzten Woche auf 67,8 Mio. t und damit ähnlich groß wie schon im Vormonat (67,8 Mio. t), jedoch rund 9 % kleiner als 2014 (74,4 Mio. t). Die neue Maisernte 2015 für Frankreich erwartet Strategie Grains bei 15,5 Mio. t (Vj: 17,9 Mio. t), die Prognose für Ungarn liegt bei 8,0 Mio. t (Vj: 9,2 Mio. t), für Rumänien wurde die Maisernte 2015 auf 9,9 Mio. t (Vj: 11,3 Mio. t) geschätzt, für Italien rechnen die Analysten derzeit mit 7,9 Mio. t (Vj: 8,3 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanager
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