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Analyse

Maispreise brechen ein

von , am
14.01.2015

Am Maismarkt nimmt der Preisdruck mit dem Absturz der Rohölpreise zu.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Am Maismarkt nimmt der Preisdruck mit dem Absturz der Rohölpreise zu. Vor allem in den USA ist die Verbindung zum Energiesektor über die Ethanolproduktion und den Einsatz von Ethanol als Biosprit sehr eng. Vor diesem Hintergrund wundert es auch nicht dass die Maipreise in den USA jetzt stärker unter Druck geraten und auch die europäischen Maispreise  mit nach unten ziehen. Rund 39 % (132 Mio. t) der US-Maisproduktion werden für die Bioethanol-Herstellung eingesetzt und die Preise für Ethanol sind am US-Terminmarkt auf den tiefsten Stand seit 2005 gefallen - also seit 9 Jahren. Dieser Preisverfall bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Maispreise zumal der Maismarkt auch bei den großen Exporteuren in Südamerika sehr eng mit dem Energiesektor vernetzt ist. Am US-Terminmarkt ist der Mais am Dienstag um 4,0 % auf 385,6 Ct je Buschel eingebrochen und fällt damit sehr deutlich unter die technisch wichtige Unterstützungslinie von 400 Ct je Buschel und löst damit auch technisch Preisdruck aus.
 
Maispreise fallen deutlich unter 160 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Dienstag (13.01) weiter nachgegeben und sind erstmals seit Mitte Dezember wieder unter die Marke von 160 Euro gefallen. Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Paris noch 159,50 Euro/t und damit 2,75 Euro bzw. 1,7 % weniger als am Vortag (162,25 Euro). Der Junitermin notierte am Dienstag bei 164,0 Euro und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag (166,50) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 168,75 Euro und damit 2,25 Euro billiger als am Vortag (171,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 172,0 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (172,25 Euro) und 12 Euro mehr als der aktuelle Mais. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 16,50 Euro niedriger. Am heutigen Mittwoch starten die Preise in Chicago für Mais mit einem Minus von 1,0 % und dürften damit auch am europäischen Markt für weiteren Druck auf die Maispreise sorgen. Am europäischen Terminmarkt liegen die Maispreise am Mittwoch Mittag für den Märzkontrakt bei 157,25 Euro/t und damit nochmals 2,25 Euro niedriger als am Tag zuvor (159,50 Euro).
 
Maispreise am Kassamarkt schwächer
Auch am Kassamarkt geraten die Preise nun unter Druck. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die aktuellen Preismeldungen am Dienstag (13.01) dieser Woche bei 158 Euro und damit 2 Euro niedriger als zum Wochenbeginn und 4 Euro niedriger in der letzten Woche (162 Euro). Diese Entwicklung dürfte auch die weitere Richtung für die Maispreise in Deutschland vorgegeben. Die letzten Preismeldungen fob-Oberrhein lagen am Anfang dieser Woche noch bei 157 Euro bis 160 Euro und am Großmarkt in Mannheim wurden zuletzt Preise von 158 Euro bis 160 Euro genannt. Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) in der Woche zuvor zwischen 155 Euro und 158 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanger
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