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Analyse

Maispreise in Europa behaupten sich

von , am
13.10.2014

Die Maispreise haben sich in Europa letzte Woche behauptet.

© Mühlhausen/landpixel
Die Maispreise haben sich in Europa letzte Woche behauptet. Am europäischen Terminmarkt kostete Mais am letzten Freitag weiterhin mehr als 140 Euro. Damit könnte es aber zum Beginn der neuen Woche vorbei sein, denn der Terminmarkt in den USA verarbeitete die Daten aus dem neuen USDA-Report mit einem kräftigen Abschlag. Diesen Vorgaben kann sich auch der europäische Markt zum Wochenbeginn nicht entziehen. Beim Mais hatte das USDA die für den Herbst erwartete neue US-Rekordernte nochmals um rund 2 Mio. t nach oben gesetzt, verfehlt damit aber den Wert der von Analysten zuvor erwartet wurde. Die globalen Endbestände wachsen zwar weiter, jedoch ebenfalls nicht so kräftig wie zuvor geschätzt. Ursache sind die Abwärtskorrekturen der Erntemengen in der Ukraine und in Russland. Die Maisernte in der Europäischen Union hat das USDA hingegen kräftig nach oben gesetzt. Der Importbedarf der EU wurde wegen der größeren Ernte deutlich nach unten korrigiert. Die Bestände in den USA wachsen mit der noch größeren Ernte etwas an, jedoch ebenfalls wenierg als zunächst erwartet. Die Preise für den vorderen Dezemberkontrakt rutschen am US-Terminmarkt wieder sehr deutlich unter die Marke von 340 Ct/bu (umgerechnet 106 Euro/t).
 
Hinterer Mais in Europa kräftig verteuert
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche leicht nachgegeben, konnten sich aber bis Freitag über der Marke von 140 Euro behaupten. Die Vorgaben vom US-Markt waren jedoch bärisch und setzen die Preise zum Begin der neuen Woche unter Druck. Am letzten Freitag (10.10) kostete der Mais für den Novemberkontrakt (neue Ernte) am Terminmarkt in Paris noch 140,75 Euro/t und damit knapp 1,0 weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 141,50). Der Januartermin notierte hingegen bei 146,0 Euro (Vw: 142,25 Euro) und damit 4 Euro teurer und der Märzkontrakt beendet den Handel bei 148,75 Euro (Vw: 140,75 Euro/t) und damit fast 9 Euro teurer als in der Vorwoche. Am Montag Vormittag (13.10) startete der Handel am europäischen Terminmarkt mit einem leichten Minus bei 139,50 Euro/t (November). Im Vergleich zum letzten Jahr am 14 Oktober 2013 (183 Euro) waren die Maispreise am europäischen Terminmarkt zuletzt 42 Euro oder 23 % niedriger. Am europäischen Kassamarkt in Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 137 Euro und damit 3 Euro unter dem Niveau der Vorwoche (140 Euro).
 
US-Maispreise wieder unter Druck
In den USA sind die Maispreise in der letzten Woche (wegen der witterungsbedingt sehr langsamen US-Ernte) zunächst gestiegen, gerieten dann jedoch zum Ende Woche wieder unter Druck. Im Wochenvergleich waren die US-Maispreise am Ende der letzten Woche dennoch etwas höher als 8 Tage zuvor. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (10.10) in Chicago mit umgerechnet 103,8 Euro/t (334 Ct/bu) aus dem Handel und damit zwar 2,0 Euro teurer als am Freitag der Vorwoche, in US-Dollar legten die Kurse um 3 % zu (323 Ct/bu). Der Märzkontrakt wurde mit 107,7 Euro (346,6 Ct/bu) 2,0 Euro teurer gehandelt und der Maitermin mit etwa 110,5 Euro (355,6 Ct/bu). Im Vergleich zu den Preisen vom 14. Oktober 2013 (149 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 30 Prozent oder umgerechnet 45 Euro/t niedriger. Zum Wochenbeginn (13.10) bewegten sich die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel seitwärts. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (03.10) für die Verladung im Oktober 186 USD/t (147 Euro/t) und für den Dezember 184 USD/t (145 Euro) und damit rund 2 USD/t mehr als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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