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Analyse

Maispreise in Europa behauptet, in den USA gestiegen

von , am
03.11.2014

In Europa haben sich die Maispreise zuletzt deutlich über der Marke von 140 Euro behauptet.

© Kurt/pixelio
In Europa haben sich die Maispreise zuletzt deutlich über der Marke von 140 Euro behauptet. Gleichzeitig sind die Maispreise in den USA letzte Woche kräftig gestiegen. Die Ursache für die geringe Preisveränderung in Europa sind die sehr hohen und weiter nach oben gesetzten Ernteprognosen für die europäische Maisernte. Hinzu kommt der Preisdruck der von der laufenden europäischen Maisernte ausgeht. Der Internationale Getreiderat (IGC) hat seine Prognose zur europäischen Maisernte am letzten Freitag nochmals von 70,7 Mio. t auf 72,9 Mio. t nach oben gesetzt und gleichzeitig die Importe von 7,5 Mio. t auf 6,0 Mio. t reduziert.
 
Rekordernten in Frankreich, Rumänien und Ungarn
Kurz zuvor hatte ADM/Töpfer die europäische Maisernte von 70,5 Mio. t auf auf 73,6 Mio. t nach oben geschraubt. Die Ernteprognose für Frankreich liegt jetzt bei 17,3 Mio. t (Vj.14,8), für Rumänien bei 11,3 Mio. t (Vj. 10,4) und für Ungarn bei 9,1 Mio. t (Vj. 6,7 Mio. t). Für Deutschland geht zumindest ADM nun doch von mehr als 5,0 Mio. t aus. In den USA hat hingegen das schlechte Ernte-Wetter (Regen) bislang die laufende Maisernte stark verzögert und damit auch den Preisdruck am Kassamarkt geringer gehalten als es angesichts der Rekordernte zu erwarten war. Am letzten Wochenende könnte die US-Ernte witterungsbedingt jedoch eine kräftigen Schub erhalten haben. Analysten erwarten jetzt einen Erntefortschritt von etwa 65 Prozent (Vw: 46 %) und damit auch wieder größeren Preisdruck. Die US-Export-Verkäufe hatten sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich abgeschwächt.
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Maispreise in Europa für die hinteren Termine teurer
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise für den vorderen Termin knapp behauptet und für die hinteren Termin zugelegt. Dabei waren die Notierungen am Donnerstag bis auf knapp 146 Euro gestiegen, konnten dieses Niveau jedoch nicht halten. Am Freitag (31.10) kostete der Mais für den Novemberkontrakt am Terminmarkt in Paris noch 143,75 Euro/t und damit knapp 1,0 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 144,50 Euro). Der Januartermin notierte indessen bei 151,50 Euro (Vw: 148,0 Euro) und damit sogar 3 Euro teurer wie vor einer Woche und der Märzkontrakt beendet den Handel bei bei 154,0 Euro (Vw: 150,5 Euro/t) und damit 3,5 Euro höher als in der Vorwoche .
 
Kassapreise sind in Europa gestiegen
Am Montag Vormittag (27.10) startet der Handel am europäischen Terminmarkt für den November mit einem leichten Plus bei 144 Euro/t (November), für die hinteren Termine jedoch mit einem Minus. Am europäischen Kassamarkt in Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 145 Euro und 5 Euro teurer als in der Vorwoche (140 Euro). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (an Station) am Ende letzten Woche zwischen 143 Euro und 147 Euro (Vw: 140 bis 145 Euro).
 
US-Maispreise letzte Woche kräftig gestiegen
In den USA sind die Maispreise in der letzten Woche kräftig gestiegen. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (31.10) in Chicago mit umgerechnet 118,7 Euro/t (376,6 Ct/bu) aus dem Handel und damit rund 9,0 Euro teurer als am Freitag der Vorwoche, in US-Währung legten die Kurse um knapp 7 % zu (353 Ct/bu). Der Märzkontrakt wurde mit 122,6 Euro (389,2 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin mit etwa 125,3 Euro (398 Ct/bu). Zum Wochenbeginn (03.11) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel rund 0,7 % im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (31.10) für die Verladung im November 202 USD/t (162 Euro/t) und für den Dezember ebenfalls 198 USD/t (159 Euro) und damit rund 12 USD/t mehr als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktinsleiter marktkompass
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