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Analyse

Maispreise in Europa gestiegen, Exportpreise schwächer

von , am
16.03.2015

Die Maispreise sind in der letzten Woche am in Europa gestiegen.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Die Maispreise sind in der letzten Woche am europäischen Terminmarkt gestiegen. In den USA haben die Maispreise am Ende der letzten Woche jedoch deutlich nachgegeben. Grund sind die deutlich niedrigeren und zuletzt weiter nachgebenden Exportpreise der Ukraine und Südamerikas. Die neue Woche beginnen die Maispreise am europäischen Terminmarkt leicht im Minus. Am europäischen Kassamarkt sind die Maispreise in der vorigen Woche zum Teil kräftig gestiegen und zum Teil unverändert geblieben. Mit den schwächeren Maispreisen an den Exportmärkten dürften die Kurse jedoch wieder nachgegeben. In Brasilien hat die staatliche brasilianische Getreideagentur CONAB ihre Einschätzung zur  brasilianischen Maisernte mit  78,2 Mio. t im Vergleich zur vorigen Prognose (78,4 Mio. t) fast nicht verändert. Etwa 29,7 Mio. t der brasilianischen Gesamternte sind Sommermais (wird jetzt geerntet) und 48,5 Mio. t sind Wintermais (wird jetzt gepflanzt und im Juni/Juli geerntet). In Argentinien hat die Maisernte gerade begonnen (3,4 %) und wird von der Getreidebörse in Buenos Aires auf 22,5 Mio. t geschätzt.
 
Zunehmender Druck auf die Exportpreise für Mais
Die Preisforderungen für Exportmais an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) sind zuletzt zurückgegangen und damit auch weiterhin niedriger als an den Exporthäfen den USA. So lagen die Forderungen für US-Mais am US-Golf (fob) letzten Freitag (13.03) für die Verladung im März bei 174 USD/t (Vw:178 USD/t) und für den April bis Mai ebenfalls bei 174 USD/t (Vw: 177 USD/t). Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den März 164 USD/t (Vw: 168 USD/t)und für den April 165 USD (Vw: 171 USD/t) und damit ebenfalls weniger als vor einer Woche. Die Exportpreise für Mais aus der Ukraine zur Verladung im März lagen fob- Schwarzmeerhafen zwischen 164 USD/t bis 167 USD/t (Vw: 166 USD/t bis 170 USD/t) und damit ähnlich hoch wie die südamerikanischen Forderungen. Die ukrainischen Preisforderungen für die Verladung im April bewegten sich zwischen 165 und 171 USD/t (Vw: 167 USD/t und 170 USD/t). Die neue Ernte (November) wurde  in der Ukareine mit 175 USD/ bis 178 USD/t angeboten.
 
Maispreise am europäischen Terminmarkt gestiegen
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (13.03) etwas nachgegeben. Im Wochenverlauf hatten die Preise jedoch 3,3 % bzw. 5,25 Euro zugelegt. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 164,25 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (165,0 Euro) jedoch deutlich über der Marke von 160 Euro. Der Augusttermin notierte bei 167,50 Euro und damit 1,0 Euro niedriger als am Vortag (168,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 172,75 Euro und damit 0,50 Euro weniger als am Vortag (173,25 Euro) sowie 8,25 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 31,25 Euro niedriger. Am Montag Vormittag folgt der Mais am europäischen Terminmarkt den etwas schwächeren Vorgaben aus den USA folgen nach unten und liegt 0,50 Euro im Minus bei 163,75 Euro/t. Gleichzeitig ist der Mais am US-Terminmarkt in Chicago für den Maitermin am Freitag um 2,1 % auf 380,4 Ct je Buschel (145,9 Euro/t) zurückgegangen. Im Vergleich zum Freitag der Vorwoche sind die Preise damit ebenfalls um knapp 2 % niedriger. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen 0,3 % im Minus bei 379,2 Ct je Buschel (145,8 Euro).
 
Maispreise in Frankreich kräftig gestiegen
Am europäischen Kassamarkt haben die Maispreise in der letzten Woche zum Teil kräftig zugelegt. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Montag (16.03) bei 155 Euro und damit  7 Euro höher als eine Woche zuvor (146 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche allerdings zwischen 148 Euro und 152 Euro (Vw: 147 Euro bis 152 Euro) und damit fast unverändert. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station ebenfalls unveränderte Maispreise von 153 bis 155 Euro (Vw: 153 bis 155 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der letzten Woche bei 166 Euro (Vw: 163 Euro) und damit höher als eine Woche zuvor. Aus Südholland nannte man Maispreise von 170 Euro (Vw: 169 Euro).
 
Europäische Maisimporte ziehen wieder an
Die EU-Länder haben bis zum 10. März rund 6,52 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 2,8 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (9,3 Mio. t). In der letzten Abrechnungswoche (10. März) wurden 397.000 t Mais in Drittländern gekauft (Vw: 62.000 t). Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr insgesamt 767.000 t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien, jedoch noch vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Bislang hat Spanien 2,38 Mio. t Mais importiert, Italien 624.071 t und Portugal 375.756 t. Über die niederländischen Importhäfen flossen außerdem 1,39Mio. t Mais in die EU. Exportiert haben die EU-Länder 2,08 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,2 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 174.000 t Mais in Drittländer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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