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Analyse

Maispreise in Europa weiter sehr stabil

von , am
22.12.2014

Die Maispreise haben sich in der letzten vollen Handelswoche des Jahres in Europa knapp behauptet.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
Die Maispreise haben sich in der letzten vollen Handelswoche des Jahres in Europa knapp behauptet. Dabei fließt weiterhin mehr Mais aus Drittländern auf den europäischen Markt als man angesichts der nominell sehr großen europäischen Ernte erwarten könnte. In den USA stützten letzte Woche zudem Meldungen über die Zulassung der genveränderten Maissorte MIR 162 (und der Nebenprodukte (DDGS)) für den Import nach China den Markt.
 
Hinzu kam die erste Schätzung des USDA zum Maisanbau 2015. Das USDA erwartet einen Anbaurückgang (Aussaatfläche) von gut 3 Prozent auf 35,63 Mio. ha (88 Mio. Acres). Die Maisproduktion der Amerikaner könnte 2015 nach Einschätzung des USDA sogar um fast 7 % schrumpfen. Allerdings geht das USDA für 2015 auch von einem weiteren Rückgang der US-Maispreise (und damit auch der Weltmarkpreise) aus.
 
Langsame Ernte und Mykotoxinprobleme
Letzte Woche bestätigte das europäische Analystenhaus Strategie Grains auf Basis der aktuellen Länderdaten noch einmal die rekordhohe europäische Maisernte. Dabei wurde die endgültige Produktionsmenge sogar etwas nach oben gesetzt. Die europäischen Maispreise haben trotz der Rekordente in den letzten vier Wochen jedoch zugelegt. Eine Ursache für den Preisanstieg ist die witterungsbedingt (starker Regen) deutlich verzögerte Ernte in Südeuropa und in Osteuropa damit auch der geringere Angebotsdruck.
 
Hinzu kommen offensichtlich Probleme mit dem Mykotoxingehalt (Schimmelpilz) der Maisernte in einigen Ländern und damit auch mit einschränkten Handelbarkeit. Darüber hinaus haben die steigenden Weizenpreise (Substitution) und die festen Maispreise in den USA die europäischen Maispreise mit nach oben gezogen. Der europäische Importbedarf schrumpft zwar im Vergleich zu 2013 kräftig, ist jedoch offenbar größer als bislang erwartet wurde. Das bestätigen die laufenden Importzahlen der Kommission.
 
Deutsche Maisimporte weiterhin hoch
Die EU-Länder haben bis zum 17. Dezember rund 3,5 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 0,5 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (4,06 Mio. t). Deutsche Importeure haben sogar schon 441.000 t Mais in Drittländern geordert und damit gut 186.000 t mehr als im letzten Jahr (2013) zu diesem Termin als die man 255.000 t Mais importierte.
 
Dagegen bleiben die großen traditionellen Importeure der EU: Spanien mit 1.137.621 t (V. 1,36 Mio. t), Italien mit 362.000 t (Vj. 520.000 t) und Portugal mit 222.000 t (Vj 466.000 t) bislang deutlich unter den Importmengen aus dem Vorjahr. Exportiert haben die EU-Länder erst 1,29 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,06 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 97.500 t Mais in Drittländer gegenüber 312.621 t im letzten Jahr.
 
Maispreise am Terminmarkt kaum verändert
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche knapp behauptet. Im Vergleich zum Weizen schwanken die Preise zudem nur geringfügig. Dabei gingen die Notierungen (Januarkontrakt) im Wochenvergleich um knapp 1 Euro nach unten. Am Freitag (19.12) kostete der Mais für den Januarkontrakt am Terminmarkt in Paris 156,50 Euro/t und damit 0,75 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 157,25 Euro).
 
Der Märztermin notierte bei 161,50 Euro (Vw: 160,75 Euro) und damit 0,75 Euro teurer wie in der letzten Woche und der Junikontrakt beendet den Handel bei 163,0 Euro (165,0 Euro)und damit 2,0 Euro billger als vor einer Woche. Am Montag Mittag (22.12) notierte der Mais am europäischen Terminmarkt bei 157,0 Euro und damit 0, Euro höher als am Freitag und der Märzkontrakt kletterte sogar um 2,0 Euro auf 163,50 Euro nach oben.
 
Maispreise in Frankreich etwas schwächer, in Deutschland stabil
Am Kassamarkt lagen die Maispreise bei größten europäischen Maisproduzenten und Exporteure Frankreich (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 154 Euro und damit 2 Euro niedriger als in der letzten Woche (156 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche zwischen 148 Euro und 155 Euro (Vw: 148 bis 152 Euro) und damit bis zu 3 Euro höher wie in der Woche zuvor.
 
Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station Maispreise unveränderte Preise von 149 bis 152 Euro/t (Vw: 149 Euro/t bis 152 Euro/t). Franko-Niederrhein/Südholland lagen die Preismeldungen bei etwa 173 Euro und damit etwas höher wie vor einer Woche (Vw: 170 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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