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Analyse

Maispreise in Europa stabil, deutsche Maismporte sehr hoch

von , am
23.03.2015

Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche behauptet. In den USA sind die Maispreise am Ende der letzten Woche hingegen kräftig gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche behauptet. In den USA sind die Maispreise am Ende der letzten Woche hingegen kräftig gestiegen. Grund sind zum einen die wieder verbesserten Exportverkäufe der USA und zum anderen die von Analysten noch unten korrigierten Erwartungen an die Aussaatfläche beim Mais für die US-Ernte 2015. Ende der letzten Woche hatte die renommierte Analystenfirma Informa Economics seine Einschätzung an die US-Maisfläche für die nächste Ernte um 547.000 Acres (221.000 ha) auf 87,49 Mio. Acres (35,4 Mio. ha) reduziert. Im letzten Jahr (2014) lag die Aussaatfläche bei 90,9 Mio. Acres (36,8 Mio. ha) und vor zwei Jahren (2013)  bei 94,5 Mio. Acres (38,25 Mio. ha). Das USDA hat die US-Maisfläche Ende Februar (Outlookforum) auf 89,0 Mio. Acres (36,0 Mio. ha) geschätzt und wird seine Anbauprognosen für Mais, Soja und Weizen Ende März aktualisieren.
 
Ukraine verkauft Mais nach China
In der neuen Woche beginnen die Maispreise am europäischen Terminmarkt am Montag den Handel mit einer Seitwärtsbewegung und in den USA mit einem Aufschlag von knapp 1,0 % . Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise in der vorigen Woche überwiegend behauptet oder sind leicht gestiegen. Unter Druck gerieten die internationalen Exportpreise für Mais Mitte der vorigen Woche zeitweise durch Meldungen, dass China rund 600.000 t sehr günstigen Mais in der Ukraine gekauft hat. Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die Ukraine bis zum 19. März insgesamt 12,3 Mio. t Mais exportiert und das Ausfuhrtempo hat  mit den nach unten korrigierten ukrainischen Exportpreisen zuletzt spürbar zugenommen. Aus Argentinien meldet die Getreidebörse in Buenos Aires, dass bis zum 19. März etwa 6,0 % der zuletzt auf 22,5 Mio. t geschätzten aktuellen Maisernte eingebracht sind.
 
Exportpreise in der Ukraine am niedrigsten
Die Preisforderungen für Exportmais an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) sind zuletzt ebenso gestiegen, wie die Preisforderungen an den Exporthäfen der USA. So lagen die Forderungen für US-Mais am US-Golf (fob) letzten Freitag (20.03) für die Verladung im März bei 180 USD/t (Vw:174 USD/t) und für den Zeitraum April bis Mai bei 179 USD/t (Vw: 174 USD/t). Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den März knapp 167 USD/t (Vw: 164 USD/t)und für den April knapp 172 USD (Vw: 165 USD/t) und damit ebenfalls etwas mehr als vor einer Woche. Die Exportpreise für Mais aus der Ukraine zur Verladung im März lagen fob- Schwarzmeerhafen unverändert zwischen 164 USD/t bis 167 USD/t (Vw: 164 USD/t bis 167 USD/t) und waren am niedrigesten. Die ukrainischen Preisforderungen für die Verladung im April bewegten sich in eiern großen Spanne zwischen 160 und 168 USD/t (Vw: 165 USD/t und 171 USD/t). Die neue Ernte (November) wurde in der Ukraine für 170 USD/t bis 175 USD/t (Vw: 175 USD/ bis 178 USD/t) angeboten.
 
Maispreise am europäischen Terminmarkt stabil
Die Maispreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (20.03) nur ganz leicht zugelegt. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 163,75 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,15 % höher als am Vortag (163,50 Euro) und weiterhin deutlich über der Marke von 160 Euro. Im Vergleich zur Vorwoche (164,25 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 0,3 % bzw. 0,5 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am Freitag bei 168,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (167,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 173,25 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (172,50 Euro) sowie 9,50 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (194,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 30,75 Euro niedriger. Am Montag Mittag bewegt sich der Mais am europäischen Terminmarkt zunächst seitwärts bei 163,75 Euro/t. Gleichzeitig ist der Mais am US-Terminmarkt in Chicago für den Maitermin am Freitag um 3,1 % auf 385,0 Ct je Buschel (140,1 Euro/t) gestiegen. Im Wochenvergleich haben die Maispreise in Chicago damit um 1,2 % zugelegt. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen 1,0 % im Plus bei 388,6 Ct je Buschel (141,4 Euro).
 
Maispreise in Europa fast unverändert
Am europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise in der letzten Woche behauptet oder leicht zugelegt. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Montag (23.03) bei 156 Euro und damit 1 Euro höher als eine Woche zuvor (155 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche zwischen 148 Euro und 155 Euro (Vw: 148 Euro bis 152 Euro) und damit etwas höher. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station unveränderte Maispreise von 153 bis 155 Euro (Vw: 153 bis 155 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der letzten Woche bei 166 Euro (Vw: 166 Euro). Aus Südholland nannte man Maispreise von 172 Euro (Vw: 170 Euro).
 
Deutsche Maisimporte sehr hoch
Die EU-Länder haben bis zum 17. März rund 6,71 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 2,9 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (9,6 Mio. t). In der letzten Abrechnungswoche (17. März) wurden 196.000 t Mais in Drittländern geordert (Vw: 397.000 t). Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr insgesamt schon 928.000 t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien und deutlich vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Bislang hat Spanien 2,42 Mio. t Mais importiert, Italien 626.071 t und Portugal 375.756 t. Über die niederländischen Importhäfen flossen außerdem 1,4 Mio. t Mais in die EU. Exportiert haben die EU-Länder 2,24 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte ähnlich viel wie im letzten Jahr mit 2,25 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 174.000 t Mais in Drittländer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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