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Analyse

Maispreise fallen mit den Weltmarktpreisen

von , am
24.08.2015

Die europäischen Maispreise folgen den weiter nachgebenden Weltmarktpreisen nach unten.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
 
Die europäischen Maispreise folgen den weiter nachgebenden Weltmarktpreisen nach unten. An dem Preisverfall konnte weder die sehr schwache europäische Ernteprognose noch die von der wichtigsten US-Feldtour deutlich nach unten korrigierte Ernteerwartung für die neue US-Maisernte etwas ändern. Während das USDA in seinem August-Report noch von einer Maisernte von 347,6 Mio.t und Maiserträgen von 10,59 t/ha ausging, schätzte die US-Feldtour die Produktion nach einer Begutachtung der Bestände in den wichtigsten Anbaustaaten auf 338,40 Mio. t und die durchschnittlichen Erträge auf 10,3 t /ha.
 
Angst vor Chinas Maisbeständen
Druck auf die Märkte wirken neben den aktuellen makroökonomischen Marktverwerfungen und den fallenden Rohstoffpreisen auch die geplanten Reformen am chinesischen Getreidemarkt. Diese könnte zumindest Teile der riesigen und kostenintensiven chinesischen Maisbestände freisetzen und für erheblichen Druck auf die globalen Maispreise (und übrigen Getreidepreise) sorgen. Derzeit verfügt China mit rund 90 Mio. t über knapp die Hälfte der globalen Maisbestände. Gleichzeitig sind die zentral gesteuerten Preise am chinesischen Binnenmarkt jedoch deutlich deutlich höher als am Weltmarkt und chinesische Unternehmen importieren lieber deutlich preisgünstigere Distiller Grains (DDG), Gerste oder Sorghum und die kostspieligen Mais-Bestände wachsen weiter.
 
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Druck aus Südamerika
Auch die rekordhohe Ernte in Brasilien (84,0 Mio. t) sowie die sehr große Ernte in Argentinien (26,5 Mio. t) drücken derzeit massiv auf die den globalen Maismarkt und die Maispreise. Für beide Länder wurden die Exportmengen zuletzt sehr kräftig nach oben korrigiert.
 
Europäische Maispreise finden keinen Halt
Am Freitag (21.08) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt (trotz der sehr schlechten europäischen Ernteprognosen) weiter zurückgegangen. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 174,25 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,0 % niedriger als am Vortag (176,00 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 176,50 Euro und damit ebenfalls 1,75 Euro bzw. 1,0 % niedriger als am Vortag (178,25 Euro).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Maispreise rund 21,75 Euro bzw. 11,0 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (168,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit noch um 6,0 Euro bzw. 3,6 % übertroffen. Am Montag geben die Maispreise am europäischen Terminmarkt weiter nach. Gegen Mittag lagen die Maispreise (Novemberkontrakt) um 3,75 Euro im Minus und notiert nur noch 170,50 Euro.
 
Maispreise am  Kassamarkt kräftig gefallen
Am europäischen Kassamarkt haben die Maispreise zuletzt ebenfalls deutlich nachgegeben. Beim größten europäischen Maisproduzenten und innereuropäischen Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Maispreise am heutigen Montag (24. August) nur noch bei 171 Euro und damit (trotz der sehr schwachen europäischen Ernteprognosen) nochmals 7 Euro niedriger als eine Woche zuvor (178 Euro).
 
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Exportpreise weiter zurückgegangen
Die Preisforderungen für Exportmais sind an den Exporthäfen der USA zuletzt ebenfalls weiter zurückgegangen. Am vorigen Freitag (21.08) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im August bei knapp 165 USD/t (Vw: 169 USD) und damit 4 USD niedriger.
 
Für den Zeitraum September bis Oktober lagen die Preise bei 166 bis 172 USD/t (Vw: 169,5 bis 173,5 USD) und damit 2 bis 4 Euro niedriger. Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen am vorigen Freitag bei 175 USD/t und damit 7 Euro niedriger als letzten Woche (182 USD), jedoch 10 USD höher als für den aktuell gehandelten Mais.
 
Die Preise für südamerikanischen Mais (September) lagen diese Woche fob-Exporthafen bei 164 USD/t und waren damit etwa so hoch wie für die US-Ware.
 
Dr. Olaf Zinke
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