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Analyse

Maispreise folgen Futtergetreide nach unten

von , am
04.09.2015

Die europäischen Maispreise folgen Anfang September den weiter nachgebenden Weltmarktpreisen für Mais und Futtergetreide nach unten.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die europäischen Maispreise folgen Anfang September den weiter nachgebenden Weltmarktpreisen für Mais und Futtergetreide nach unten. Dabei wird die erwartete europäische Maisernte immer kleiner und liegt nach Einschätzung der EU-Kommission auf dem niedrigsten Stand seit 8 Jahren. Damit sind auch mehr Maisimporte in die EU nötig als bislang erwartet wurden. Am Weltmarkt sind die Maispreise jedoch sehr niedrig und fielen zuletzt immer weiter. Druck kommt unter anderem von den sehr großen südamerikanischen Ernten, die derzeit massiv auf die Weltmarkpreise drücken.
 
Auch die Aussichten für die neue US-Ernte sind nicht so schwach wie zunächst vom Markt befürchtet, so dass viele Analysten ihre Prognosen für die US-Ernte angehoben haben. Diese Wochen hat die private Analystenfirma Informa Economics die Erwartungen an die US-Maiserträge und an die Produktion (auch bei Soja) deutlich nach oben gesetzt. Die ukrainische Maisernte wird nach den letzten Prognosen von Analysten mit 27,0 Mio. t ebenfalls nur wenig kleiner als im vorigen Jahr (28,4), so dass wohl es reichlich ukrainischen Mais für den Export nach Europa gibt.
 
Terminmarktpreise so niedrig wie 2014
Bereits am Mittwoch (01.09) haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt nochmals kräftig nachgegeben. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 163,25 Euro/t und damit 3,00 Euro bzw. 1,8 % niedriger als am Vortag (166,25 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 169,25 Euro und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag (171,25 Euro).
 
Am Donnerstag sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt weiter gefallen. Der Novemberkontrakt geht um 1,0 Euro zurück und notiert noch bei 162,50 Euro. Der Januar-Mais gab um 0,50 Euro auf 168,75,0 Euro nach. Am heutigen Freitag Vormittag starten die Maispreise für November ebenfalls mit einem Abschlag von 1,0 Euro bei 161,25 Euro in den Handel.
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Das Preisniveau (Tagespreise) des Vorjahres (162 Euro) wurde damit am europäischen Terminmarkt am Donnerstag in etwa erreicht. Allerdings sind die Maispreise im vorigen Jahr (2014) dann im Verlauf des Septembers weiter deutlich gefallen und zeitweise sogar bis auf 135 Euro abgesackt.
 
 
Maispreise fallen in Frankreich unter 160 Euro
Am europäischen Kassamarkt sind die Maispreise zuletzt ebenfalls gefallen. Beim größten europäischen Maisproduzenten und wichtigsten innereuropäischen Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Maispreise am Donnerstag (03. September) nur noch bei 160 Euro und damit (trotz der extrem schwachen französischen Ernteprognose) 11 Euro niedriger als eine Woche zuvor (171 Euro). Am Freitag Vormittag rutschen die Maispreise in Frankreich sogar bis auf 159 Euro ab und damit unter die Marke von 160 Euro.
 
Am südwestdeutschen Großmarkt in Mannheim hatte man inländischen Mais zum Beginn der Woche noch mit 170 bis 172 Euro notiert. Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) am Mittwoch mit 170 bis 175 Euro.
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Südamerikanischer Mais drückt die Exportpreise
Die Preisforderungen für Exportmais sind an den Exporthäfen der USA zuletzt ebenfalls weiter zurückgegangen, lagen jedoch deutlich höher als für den Exportmais aus Südamerika. Am Donnerstag (03.09) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im September bei knapp 171 USD/t (152 Euro USD). Für den Oktober lagen die Preise bei 171,5 USD/t. Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen bei 173 USD/t (153,9 Euro) und damit ähnlich hoch wie für den aktuell gehandelten Mais.
 
Die Preise für südamerikanischen Mais (September) lagen am Donnerstag dieser Woche fob-Exporthafen nur bei 154 USD/t (137 Euro) und waren damit 17 USD niedriger als für die US-Ware. Zur Verladung im Oktober kostete der Mais an den südamerikanischen Exporthäfen 155,5 USD/t (137,7 Euro) und war damit ebenfalls 16 USD billiger als der US-Mais.
 
Europäische Importe liegen noch unter Vorjahr
Der Import von Mais in die Europäische Union hat ist in den ersten neun Wochen (bis 01.09) des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 kleiner als im vorigen Jahr. Mit Mais-Importen von 1,37 Mio. t wird die Einfuhrmenge aus dem vorigen Wirtschaftsjahr (1,88 Mio. t) derzeit um 27 % verfehlt. Allerdings nehmen die Einfuhren üblicherweise erst mit der neuen Ernte auf der Nordhalbkugel (Ukraine, Europa, USA) kräftig zu.
 
Dr. Olaf Zinke
 
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