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Analyse

Maispreise halten sich weiter über 150 Euro

von , am
01.12.2014

Die Maispreise in Europa behaupte sich weiter. Unter anderem stützt die langsame Ernte in Osteuropa und im Süden des Kontinents die Preise.

© Mühlhausen/landpixel
Die Maispreise in Europa behaupte sich weiter. Unter anderem stützt die langsame Ernte in Osteuropa und im Süden des Kontinents die Preise, denn die Versorgung am Binnenmarkt ist zumindest in Mitteleuropa knapper als die angekündigte Rekordernte eigentlich erwarten lässt. Aus diesem Grund haben die EU-Länder bis zum 25. November bereits 2,9 Mio. t Mais in Drittländern gekauft und damit sogar etwas mehr als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (2,77 Mio. t). Auch deutsche Importeure haben bislang 365.000 t Mais in Drittländern geordert und damit mehr als der traditionelle Importeur Italien (351.000 t).
 
Ernte wird immer größer
Gleichzeitig werden die erwarteten Erntemengen auf Basis der laufenden Erntedaten aus den europäischen Ländern immer weiter nach oben korrigiert. Zum Monatswechsel hatte die EU-Kommission ihre Ernteschätzung von zuvor 71,8 Mio. t auf jetzt 73,0 Mio. t nach oben angepasst. Zeitgleich setzte der Internationale Getreiderat seine Einschätzung zur europäischen Maisernte 72,9 Mio. t auf 73,4 Mio. t nach oben. Die Kommission erwarte die europäischen Maisimporte für das aktuelle Wirtschaftsjahr jetzt bei 7,0 Mio. t (Vj: 15 Mio. t) und der IGC geht von 6,0 Mio. t aus.
 
US-Maiexporte zuletzt sehr dynamisch
Demgegenüber ging es es in den USA mit den Maispreisen in der letzte Woche etwas nach oben, denn die Exportverkäufe der USA liefen zuletzt sehr gut. Die Netto-Exportverkäufe der USA (abzüglich Stornierungen) erreichten in der letzten Woche einen Umfang von 944.900 t und übertrafen damit die in der Vorwoche verkaufte Menge von 908.700 t. Die bislang ins Ausland verkaufte Maismenge der USA liegt bei 21,58 Mio. t und 13 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 24,93 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr bislang Ausfuhren von 44,4 Mio. t. Gleichzeitig waren trotz des sehr frühen Wintereinbruchs bis zum bis zum 23. November rund 94 Prozent der Maisfläche abgeerntet und damit sogar etwas mehr als im langjährigen Mittel (92 %).
 
Maispreise am Terminmarkt fast unverändert
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise in der letzten Woche erneut behauptet. Dabei haben die Notierungen (Januarkontrakt) um knapp 1 Euro nachgegeben. Am Freitag (28.11) kostete der Mais für den Januarkontrakt am Terminmarkt in Paris 152,25 Euro/t und damit eben so viel wie am Freitag der Vorwoche (Vw: 152,25 Euro). Der Märztermin notierte bei 155,50 Euro (Vw: 155,25 Euro) und damit ebenfalls auf dem Stand der letzten Woche und der Junikontrakt beendet den Handel bei 159,0 Euro und damit 0,5 Euro teurer als vor einer Woche (158,50 Euro). Am Montag Vormittag (01.12) startet der Handel am europäischen Terminmarkt für den Januar mit einem Plus von 1,25 Euro bei 153,50 Euro/t.
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Europäische Maispreise am Kassamarkt kaum verändert
Am europäischen Kassamarkt bewegten sich die Maispreise in Frankreich im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 150 Euro und damit auf dem gleichen Niveau wie in den letzten beiden Wochen (150 Euro). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (ab Station) in der letzten Woche zwischen 145 Euro und 150 Euro (Vw: 146 bis 150 Euro) und damit eben so hoch wie in der Woche zuvor. Franko-Niederrhein sowief franko-Südholland lagen die Preismeldungen bei 165 Euro und damit etwas höher (Vw: 163 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldet man ab Station Maispreise 145 Euro/t bis 147 Euro/t.
 
US-Maispreise starten schwächer in den Dezember
In den USA haben die Maispreise in der letzten Novemberwoche ganz leicht zugelegt. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (28.11) in Chicago mit umgerechnet knapp 119 Euro/t (375,6 Ct/bu) aus dem Handel und damit umgerechnet knapp 1,0 Euro teurer wie am Freitag der Vorwoche (372,6 Ct/bu). In US-Dollar legten die Kurse um rund 0,8 % zu. Der Märzkontrakt wurde mit 123 Euro (388,6 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin mit etwa 125 Euro (397 Ct/bu). Zum Wochenbeginn (01.12) rutschen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel deutlich um 1,4 % ins Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (28.11) für die Verladung im Dezember 194 USD/t (156 Euro) und im Februar 193 USD/t (155 Euro) und damit für den vorderen Termin 1 USD/t weniger und für den hinteren termin 1 Euro mehr als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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