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Analyse

Maispreise am Kassamarkt rückläufig

von , am
26.01.2015

Die Maispreise haben sich an den Terminmärkten in der letzten Woche behauptet. Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben die Maispreis jedoch nachgegeben.

© Kurt/pixelio
 
Die Maispreise haben sich an den Terminmärkten in der letzten Woche behauptet. Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben die Maispreise jedoch nachgegeben. Hauptgrund für den Stabilisierung der Terminmarkpreise waren Meldungen aus den USA, über den bislang größten wöchentlichen Exportverkauf der USA in diesem Wirtschaftsjahr. Knapp 2,2 Mio. t Mais wurden innerhalb einer Woche am Weltmarkt abgesetzt, davon ging der größte Teil nach Asien (Japan, Südkorea, Taiwan, Südostasien). Gleichzeitig konnten sich die Ethanolpreise in den USA etwas von ihre vorigem Tiefs erholen und stützten die Preise ebenfalls.
 
Dollar und Öl drücken wieder
Neuer Druck auf die Maispreise dürfte allerdings vom starken US-Dollar (Export) und den weiter fallenden Ölpreisen ausgehen. Auch die immer näher rückende gute Maisernte in Südamerika wird den Druck auf die Preise noch einmal spürbar erhöhen. Derzeit (Februar) ist das Preisniveau an den argentinischen Exporthäfen(fob) noch geringfügig höher als in den USA. Am Terminmarkt in Chicago beendete der Mais den Handel am letzten Freitag bei 386,6 USD je Buschel (135 Euro) und damit fast exakt auf dem gleichen Niveau wie in der Woche zuvor mit 387 Ct je Buschel. Die neue Woche beginnt der US-Mais am Montag im vorbörslichen Handel mit einem Abschlag von 0,5 %.
 
Maispreise am Terminmarkt seitwärts
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am letzten Freitag (23.01) etwas nach oben bewegt. Im Wochenvergleich waren die Kurse jedoch relativ stabil. Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Paris 159,25 Euro/t und damit 1,0 Euro bzw. 0,6 % mehr als am Vortag (158,25 Euro). Der Junitermin notierte bei 164,25 Euro und 1,25 Euro höher als am Vortag (163,0 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 167,75 Euro und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (165,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 170,25 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (169 Euro) sowie 11,0 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 16,75 Euro niedriger. Am europäischen Terminmarkt liegen die Maispreise am Montag Mittag für den Märzkontrakt bei 159,50 Euro/t und 0,25 Euro im Plus.
 
Maispreise am Kassamarkt schwächer
Am Kassamarkt haben sind Maispreise letzten Woche zurückgegangen. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die aktuellen Preismeldungen am Montag (26.01) bei 154 Euro und damit 2 Euro niedriger als in der letzten Woche (156 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) in der letzten Woche zwischen 152 Euro und 155 Euro (Vw:153 Euro bis 160 Euro) und damit deutlich schwächer. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station Maispreise von 157 bis 159 Euro ( Vw: 158 bis 160 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen bei 165 Euro (Vw: 172 Euro) und in Südholland notierte man 175 Euro (Vw: 174 Euro). Die Preismeldungen fob-Oberrhein lagen in der letzten Woche bei 152 bis 155 Euro (Vw: 157 bis 160 Euro) und am Großmarkt in Mannheim wurden Preise von 155 Euro bis 158 Euro genannt.
 
Deutsche Maisimporte weiter über Vorjahr
Die EU-Länder haben bis zum 20. Januar 5,14 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 1,6 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (6,7 Mio. t). In der letzten Abrechnungswoche (20.01) wurden 140.000 t Mais in Drittländern gekauft. Deutsche Importeure haben bislang 539.000 t Mais in Drittländern geordert und damit gut 71.000 t mehr als im letzten Jahr (2014) zu diesem Termin. Gleichzeitig liegen die großen traditionellen Importeure der EU unter den Vorjahresdaten: Spanien derzeit mit 1,95 Mio. t (V. 2,16 Mio. t), Italien mit 455.000 t (Vj. 829.000 t) und Portugal mit 248.000 t (Vj 670.000 t). Exportiert haben die EU-Länder 1,57 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,1 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 119.000 t Mais in Drittländer gegenüber 318.000 t im letzten Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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