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Analyse

Maispreise können Gewinne nicht halten

von , am
27.10.2014

Die Maispreise sind in der letzten Woche gestiegen. Die neue Woche beginnt in Europa und den USA hingegen mit Preisabschlägen.

© Schollen/landpixel.de
 
Die Maispreise sind in der letzten Woche gestiegen. Die neue Woche beginnt in Europa und den USA hingegen mit Preisabschlägen. Der Hauptgrund für den Preisanstieg der letzten Woche war die unverändert langsame und deutlich hinter dem sonst üblichen Tempo liegende Maisernte in den USA. Einen kräftigen Schub erhielten die Maispreise zudem durch die hohen und am oberen Ende der Erwartungen liegenden Exportverkäufe von Mais durch die USA. Auch die Meldungen aus Südamerika, über die witterungsbedingt deutlich verzögerte Mais- und Sojaaussaat (zu trocken), in Verbindung mit kleineren Aussaatflächen für die neue Maisernte in Brasilien und Argentinien, wirkten bullisch auf die Preise.
 
Erntewetter in den USA, Aussaatbeginn in Brasilien
Aus den USA berichten Wetterdienste nun jedoch über deutlich trockeneres und wärmeres Wetter für die nächsten zwei Wochen. Analysten gehen deshalb von einem sehr kräftigen Schub bei der Maisernte am Ende der letzten Woche und vor allem in der aktuellen Woche aus. Der damit verbundene Angebotszuwachs dürfte auch die Maispreise am US-Kassamarkt nach unten ziehen und wird wohl auch für Druck auf die Terminmarkpreise in den USA und in Europa sorgen. Auch aus dem wichtigsten Soja- und Maisanbausaat Brasiliens (Mato Grosso) meldet man außerdem ein Ende der Trockenheit. Die angekündigten Regenfälle und der Aussaatbeginn bei Mais und Soja in Zentralbrasilien verbessern zudem auch das Zeitfenster für den als Zweitfrucht nach Soja angebauten Wintermais.
 
Maispreise in Europa gestiegen
Am europäischen Terminmarkt sind die Maispreise im Verlauf der letzten Woche gestiegen. Ein Teil der Gewinne wurde am Ende der Woche jedoch wieder abgegeben. Am Freitag (24.10) kostete der Mais für den Novemberkontrakt am Terminmarkt in Paris noch 144,50 Euro/t und damit 2,0 mehr als am Freitag der Vorwoche (Vw: 142,25 Euro). Der Januartermin notierte bei 148,0 Euro (Vw: 148,5 Euro) und damit ähnlich teurer wie vor einer Woche und der Märzkontrakt beendet den Handel bei bei 150,5 Euro (Vw: 152,50 Euro/t) und damit fast 2 Euro niedriger als in der Vorwoche. Am Montag Vormittag (27.10) startet der Handel am europäischen Terminmarkt mit einem deutlichen Minus von 2,5 Euro bei 142 Euro/t (November). Am europäischen Kassamarkt in Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 140 Euro und damit eben so teuer wie in der Vorwoche (140 Euro). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (an Station) am Ende letzten Woche zwischen 140 Euro und 145 Euro und am Niederrhein lagen die Maispreise bei 160 Euro.
 
US-Maispreise nach Anstieg wieder schwächer
In den USA sind die Maispreise in der letzten Woche zunächst kräftig gestiegen, hatten dann jedoch am Freitag sehr kräftig um fast 2 % nachgegeben. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (24.10) in Chicago mit umgerechnet 109,6 Euro/t (353 Ct/bu) aus dem Handel und damit knapp 3,0 Euro teurer als am Freitag der Vorwoche, in US-Dollar legten die Kurse um 1 % zu (348 Ct/bu). Der Märzkontrakt wurde mit 113,8 Euro (366,6 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin mit etwa 116,5 Euro (375,2 Ct/bu). Zum Wochenbeginn (27.10) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (24.10) für die Verladung im Oktober 188 USD/t (148 Euro/t) und für den Dezember ebenfalls 188 USD/t (148 Euro) und damit rund 2 USD/t weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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