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Analyse

Maispreise korrigieren kräftig nach unten

von , am
30.01.2015

Am Maismarkt kam es in dieser Woche sowohl am Terminmarkt als auch am Kassamarkt zu einer scharfen Korrektur der Preise.

© marshi/aboutpixel.de
 
Am Maismarkt kam es in dieser Woche sowohl am Terminmarkt als auch am Kassamarkt zu einer scharfen Korrektur der Preise. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich fielen die Preise zur Wochenmitte sogar unter die Marke von 150 Euro. Dabei ging der Preisdruck in Europa sowohl von den fallenden Maispreisen in USA aus als auch von den weiter verbesserten Ernteerwartungen in Südamerika. Insbesondere der frühe Beginn der Sojaernte im wichtigsten brasilianischen Anbaustaat Mato Grosso, ermöglicht dort eine frühe Aussaat des nach Soja gepflanzten Wintermais (Safarina). Dieser dann etwa im Juli/August geerntete Wintermais steuert mittlerweile mehr als die Hälfte zur gesamten brasilianischen Maisproduktion bei . Eine frühe Aussaat sowie eine lange Wachstumsperiode erhöhen das Ertragspotential.
 
Ethanolmarkt drückt auf die US-Maispreise
Zusätzlicher Druck auf die internationalen Maispreise ging zuletzt wieder von den erneut fallenden Ethanolpreisen in den USA aus (kräftig wachsende Bestände), die am Mittwoch bereits um 2 % nachgegeben haben und am Donnerstag Nachmittag (MEZ) erneut 2,8 % im Minus lagen. Vor diesem Hintergrund ist der Mais in den USA für den Märztermin am Mittwoch um 2,1 % auf 373,2 Ct je Buschel gefallen. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im laufenden Handel 1,1 % im Minus bei 369 USD je Buschel. Das sind die niedrigsten Maispreise seit Oktober 2014. Außerdem sind die Kurse am Donnerstag unter die wichtige technische Unterstützung von 370 Ct je Buschel gerutscht und die Maispreise sind in den USA damit seit Ende Dezember (415 Ct/Bu) um gut 11 % gefallen.
 
Europäischer Mais fällt unter 155 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Mittwoch (28.01) weiter nachgegeben. Seit dem letzten Freitag (23.01) haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt damit rund 7 Euro bzw. 4,2 % verloren und sind zudem deutlich unter die 155-Euro-Marke gefallen. Der Märzkontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Paris bei 152,50 Euro/t und damit 2,50 Euro bzw. 1,6 % weniger als am Vortag (155,0 Euro). Der Junitermin notierte bei 158,50 Euro und damit 2,25 Euro niedriger als am Vortag (160,75 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 163,50 Euro und damit 1,75 Euro niedriger als am Vortag (165,25 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Mittwoch 167,0 Euro und damit 1,75 Euro weniger als am Vortag (168,75 Euro) sowie 14,50 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 23,50 Euro niedriger. Am Donnerstag Nachmittag wurde der Mais am europäischen Terminmarkt mit einem Plus von 1,0 Euro bei 153,50 Euro/t gehandelt. Die hinteren Termine ab August lagen jedoch erneut im Minus.
 
Maispreise in Frankreich jetzt unter 150 Euro
Am Kassamarkt sind Maispreise diese Woche ebenfalls deutlich zurückgegangen. Beim größten europäischen Maisproduzenten und wichtigen innereuropäischen Exporteur Frankreich, lagen die aktuellen Preismeldungen(fob Bordeaux) am Donnerstag (29.01) bei 147 Euro und damit 7 Euro niedriger als am Montag dieser Woche (154 Euro) und 10 Euro niedriger als am Ende der Vorwoche  (157 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) am Mittwoch dieser Woche zwischen 150 Euro und 155 Euro (Vw: 152 Euro bis 155 Euro) und damit ebenfalls zu rückläufigen Preisen. Vom Großmarkt in Stuttgart meldete man in der ersten Wochenhälfte ab Station Maispreise von 156 bis 158 Euro ( Vw: 157 bis 159 Euro/t). Die Preismeldungen fob-Oberrhein lagen bereits zum Wochenbeginn  bei 151 bis 152 Euro (Vw: 152 bis 155 Euro) und am Großmarkt in Mannheim wurden zum Wochenbeginn Preise von 153 Euro bis 156 Euro genannt (Vw: 155 bis 158). An den meisten deutschen Handelsplätzen dürfte es (ähnlich wie in Frankreich) in der zweiten Wochenhälfte wohl zu weiteren  Korrekturen kommen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanager
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