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Analyse

Maispreise kräftig gestiegen, Rekord bei EU-Importen

von , am
10.03.2014

In Europa haben die Maispreise in der letzten Woche kräftig zugelegt. In den USA sind die Maispreise auf den höchsten Stand seit 6 Monaten geklettert.

© www.landpixel.de
 
In Europa haben die Maispreise in der letzten Woche kräftig zugelegt. In den USA sind die Maispreise auf den höchsten Stand seit 6 Monaten geklettert. Gleichzeitig haben die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA wieder kräftig zugenommen und die Mais-Importe der Europäer zogen ebenfalls kräftig an und befinden sich auf Rekordstand. Im Vorfeld des heutigen USDA-erwartet der Markt zudem neuen Daten zur laufenden südamerikanischen Maisernte.
 
Etwas weniger Mais in Südamerika
Im Vorfeld des heutigen USDA-Reports schauen die Analysten mit Spannung auf die neuen Daten zur laufenden südamerikanischen Maisernte. Im Rahmen einer Konsensschätzung im Vorfeld des Report erwarten die wichtigsten US-Analysten vom USDA, das die Maisernte für Brasilien ganz leicht von 70,0 Mio. t auf 69,6 Mio. t nach unten korrigiert wird. Allerdings sind nur 40 % der Ernte Sommermais der jetzt geerntet wird, der Rest (60 %) ist Wintermais (Safrina), der als Zweitfrucht nach Soja gepflanzt und erst von Juli bis August geerntet wird. Für Argentinien gehen die Analysten ebenfalls von einer leichten Korrektur der Ernte durch das USDA von zuvor 24,0 Mio.t auf 23,5 Mio. t nach unten aus. Gleichzeitig erwartet die Analysten das die US-Bestände sich zum vorigen Report nicht verändern, während die globalen Bestände von 157,3 Mio. t auf 156,5 Mio. t gesenkt werden.
 
US-Maisexporte ziehen kräftig an
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA haben zuletzt wieder kräftig zugenommen. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Woche 1,5 Mio. t US-Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge übertraf die Analystenerwartungen von 600.000 t bis 1,00 Mio. t sehr deutlich und liegt ebenfalls deutlich über den den Exportverkäufen der letzten beiden Wochen von 841.000 Mio. t und 691.400 t. Hauptabnehmer waren diesmal Mexiko (437.0000 t), Japan (342.400 t), Kolumbien (179.000 t), Südkorea (134.300 t), China (71.500 t) und Spanien (55.000 t). Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte in diesem Wirtschaftsjahr auf 37,6 Mio. t gegenüber 14,5 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist ein Zunahme der US-Ausfuhrmenge um das 2,6fache.
 
Europäische Mais-Importe weiter auf Rekordkurs
Die Mais-Importe der Europäer zogen zuletzt wieder kräftig an. In der letzten Abrechnungswoche kauften die EU-Länder insgesamt 841.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 352.000 t und vor zwei Wochen bei 424.000 t. Bislang wurden schon 8,89 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum nbsiherigen Rekordjahr 2012/13 (8,05 Mio. t) sind die Einfuhren damit 0,84 Mio. t größer. Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien mit 2,78 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 1,82 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,06 Mio. t und Portugal mit 902.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt Deutschland mit Einfuhren von 707.000 t.
 
US-Maispreise auf 6 Monatshoch
Am US-Terminmarkt in Chicago waren die Maispreise in der letzten Woche auf den höchsten Stand seit 6 Monaten geklettert. Am Freitag gaben die Notierung nach einem weiteren Anstieg auf zunächst 500 Ct/bu (142 Euro) dann am Ende des Handelstages jedoch vor allem aus technischen Gründen nach. Der Märztermin ging am Freitag (07.03) in Chicago mit einem Abschlag von 0,5 % und umgerechnet 136,45 Euro/t (481,0 Ct/bu) aus dem Handel und der Maitermin kostete 138,72 Euro (489 Ct/bu). Damit sind die US-Mais-Preise seit Anfang Januar um 15 % gestiegen. Gleichzeitig liegen die US-Preise deutlich über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (468 Ct/bu) und auch deutlich oberhalb der 20-Tage-Linie (460 Ct/bu) und noch deutlicher über der 40 Tage-Linie (448 Ct). Am Montag Vormittag lagen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel im Minus.
 
Europäischer Mais ebenfalls teurer
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise in der letzten Woche kräftig zugelegt und zogen auch am Freitag (07.03) nochmal etwas an. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 184 Euro/t und damit 1 Euro teurer wie am Vortag. Für den Augustkontrakt legten die Preise um 2 Euro 189,25 Euro zu. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag (0) zwischen 170 Euro und 173 Euro (0) und damit 8 Euro teurer als in der Vorwoche. An den französischen Rheinhäfen wurde der Mais am Freitag für 185 Euro/t (+8) verladen und damit ebenfalls 8 Euro teurer. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (07.03) für 197 Euro (+7) angeliefert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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