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Analyse

Maispreise sind niedriger als vorige Woche

von , am
24.09.2015

Die europäischen Maispreise haben sich zur Wochenmitte leicht erholt, sind jedoch sowohl am Kassamarkt als auch Terminmarkt niedriger als in der vorigen Woche.

© marshi/aboutpixel.de
 
Die europäischen Maispreise haben sich zur Wochenmitte leicht erholt, sind jedoch sowohl am Kassamarkt als auch Terminmarkt niedriger als in der vorigen Woche. Grund für die leichte Preiserholung war zum einen der Anstieg der Weizenpreise und zum andern die Erwartung des Marktes, dass der Maisanbau in Südamerika in diesem Herbst zu Gunsten einer weiteren Expansion des Sojaanbaus eingeschränkt wird und sich das globale Maisangebot 2016 demzufolge etwas verringert.
 
In den beiden südamerikanischen Ländern Brasilien und Argentinien wurden 2015 riesige Maisernten eingebracht und diese großen Mengen drängen derzeit auch auf die Exportmärkte. In dieser Woche liegen die Exportpreise der Südamerikaner (fob-Exporthafen)  etwa 15 USD je Tonne unter den US-Preisen und sorgen am Weltmarkt weiterhin für Preisdruck.
 
Auch die ukrainische Maisernte wurde zuletzt fast so groß eingeschätzt wie im vorigen Jahr und das ukrainische Exportpotential ist damit ebenfalls ziemlich hoch. Auf diese Zufuhren wird die EU angesichts der sehr kleinen EU-Ernte jedoch auch angewiesen sein. Trotz der schlechten Ernteprognosen von 57,0 Mio. t bis 59,0 Mio. t und einem erwarteten europäischen Importbedarf von etwa 15,0 Mio. t, sind die europäischen Maispreise auch in der letzten Woche den Weltmarkpreisen nach unten gefolgt.
 
Terminmarkpreise nur knapp über 160 Euro
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch gestiegen. Trotzdem sind die Preise etwas niedriger als vorige Woche. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel am Mittwoch bei 162,50 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % höher als am Vortag (161,25 Euro).
 
Der Januarkontrakt notierte bei 171,75 Euro und damit ebenfalls 1,25 Euro höher als am Vortag (170,50 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (164,75 Euro) wurde vom November-Mais jedoch um 2,25 Euro verfehlt. Die Maispreise vom Vorjahr (142,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt hingegen deutlich um 19,75 Euro bzw. 8,5 % übertroffen.
 
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Am Donnerstag Nachmittag wurde der vordere Maiskontrakt am europäischen Terminmarkt zu unveränderten Preisen gehandelt. Der November-Mais notiert wie am Vortag bei 162,50 Euro. Der Januarkontrakt notiert hingegen 0,50 Euro niedriger als am Vortag bei 171,25 Euro/t.
 
Maispreise in Frankreich weiter zurückgegangen
Beim größten europäischen Maisproduzenten und wichtigsten innereuropäischen Exporteur haben die Maipreise zuletzt trotz einer extrem schwachen Ernte weiter nachgegeben. Am wichtigsten französischen Handelsplatz für Mais (fob Bordeaux) lagen die Maispreise am heutigen Donnerstag (24. September) nur noch bei 155 Euro und damit sogar 4 Euro niedriger als vor einer Woche (159 Euro) und sogar 16 Euro niedriger als Ende August (171 Euro).
 
Kassapreise bröckeln auch in Deutschland
Am südwestdeutschen Großmarkt in Mannheim hatte man inländischen Mais zum Beginn diese Woche noch mit 167 bis 169 Euro notiert und damit ebenfalls etwas niedriger als vor einer Woche (169 bis 171 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) am Mittwoch dieser Woche mit 168 bis 174 Euro und damit etwas schwächer als letzte Woche (170 bis 174 Euro). Franko Rhein-Main-Gebiet meldete man diese Woche Preise von 175 Euro bis 180 Euro. Am Hamburger Großmarkt wurde Mais aus der EU diese Woche mit 190 Euro notiert.
 
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US-Exportpreise leicht zurückgegangen
Die Preisforderungen für Exportmais haben sich an den Exporthäfen der USA kaum verändert bzw. leicht nach nachgegeben. Am Donnerstag (23.09) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im September bei 175,7 USD/t (156,6 Euro/t) und damit 1,80 USD niedriger als vor einer Woche (177,5 USD).
 
Für den Oktober lagen die Preise ebenfalls bei 175,7 USD/t und damit ebenfalls 1,8 USD niedriger. Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (Dezember) lagen bei 178,4 USD/t (159,0 Euro) und damit nur 2 USD höher wie für den aktuell gehandelten Mais und 1,1 USD niedriger als vorige Woche (179,5 USD).
 
Südamerikanischer Mais am billigsten
Die Preise für südamerikanischen Mais (September) lagen am Donnerstag dieser Woche fob-Exporthafen nur bei 162,7 USD/t (145,0 Euro) und waren damit 13 USD niedriger als für die US-Ware und 3,1 USD höher als vor einer Woche (159,6 USD). Zur Verladung im November kostete der Mais an den südamerikanischen Exporthäfen 164,4 USD/t (146,5 Euro) und war damit etwa 13,3 USD billiger als der für den gleichen Termin angebotene US-Mais und 4,40 USD billiger als vor einer Woche (168,8 USD).
 
Deutschland hat schon 200.000 t importiert
Der Import von Mais in die Europäische Union war in den ersten elf Wochen (bis 15.09) des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 kleiner als im vorigen Jahr. Mit Mais-Importen von 1,43 Mio. t wird die Einfuhrmenge aus dem vorigen Wirtschaftsjahr (2,1 Mio. t) derzeit um 32 % verfehlt. Allerdings nehmen die Einfuhren üblicherweise erst mit der neuen Ernte auf der Nordhalbkugel (Ukraine, Europa, USA) kräftig zu.
 
Deutschland hat bis 15. September schon  203.000 t Mais importiert, Spanien kommt auf 453.000 t, die Niederlande auf 292.000 t, Irland auf 105.000 t und das Vereinigte Königreich auf 113.000 t.
 
Dr. Olaf Zinke
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