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Analyse

Maispreise nur noch knapp über 150 Euro

von , am
23.02.2015

Die Maispreise haben im Verlauf der letzten Woche am europäischen Terminmarkt weiter nachgegeben. Grund ist der zunehmende Preisdruck der zuletzt (trotz der guten Exportdaten) vom schwächeren US-Markt ausging.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Maispreise haben im Verlauf der letzten Woche am europäischen Terminmarkt weiter nachgegeben. Grund ist der  Preisdruck der zuletzt (trotz der guten Exportdaten) vom schwächeren US-Markt ausging. Offenbar rücken die guten Ernte- und Exportprognosen für Südamerika stärker ins Bewusstsein von Händlern und Analysten und führen zu Preisanpassungen an den internationalen Exportmärkten. Auch die Ukraine verfügt noch über reichlich preiswerten Mais aus der Ernte 2014 zum Export. Bis zum 20 Februar hat die Ukraine rund 10,8 Mio. t Mais exportiert. Erwartet werden für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 indessen Ausfuhren von 18 Mio. t. Die deutsche Maisernte 2014 war ebenfalls größer als bisher offiziell angenommen wurde. Das zeigen die Mitte Februar aktualisierten Erntedaten des Statistischen Bundesamtes.
 
Ukraine und Südamerika mit preiswertem Exportmais
Der Mais hat am Freitag in den USA für den Märztermin am Freitag um 1,2 % auf 385,2 Ct je Buschel (133 Euro/t) nachgegeben. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,1 % im Minus bei 384,6 Ct je Buschel. Die Preisforderungen für Exportmais an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) sind derzeit geringfügig niedriger wie an den Exporthäfen den USA. So liegen die aktuellen Forderungen für US-Mais am US_Golf (fob) für die Verladung im Februar bei 181 USD/t und für den April bis Mai bei 179,5 USD/t. Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den März 173 USD/t und für den April 176 USD/t. Die Exportpreise für Mais aus der Ukraine zur Verladung im März lagen fob- Schwarzmeerhafen zuletzt zwischen 169 USD/t und 172 USD/t und damit unter den südamerikanischen Forderungen. Die ukrainischen Preisforderungen für den April bewegten sich zuletzt zwischen 171 USD/t iund 174 USD/t.
 
Maispreise in Europa knapp über 150 Euro
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.02) deutlich nachgegeben. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 151,25 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,14 % niedriger als am Vortag (153,0 Euro) und nur noch knapp über der Marke von 150 Euro. Der Junitermin notierte bei 160,25 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (161,0 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 164,75 Euro und damit 0,25 Euro höher als am Vortag (164,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 168,75 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (169,0 Euro) sowie 17,50 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (187,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 36,50 Euro niedriger. Am Montag Vormittag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais erneut mit einem Minus von 0,5 Euro bei 150,75 Euro/t.
 
Maispreise am Kassamarkt knapp behauptet
Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise letzte Woche behauptet oder leicht nachgegeben. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Montag (23.02) bei 149 Euro und damit 1 Euro niedriger wie eine Woche zuvor (150 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche zwischen 149 Euro und 154 Euro (Vw: 153 Euro bis 156 Euro) und damit schwächer. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station unveränderte Maispreise von 155 bis 157 Euro ( Vw: 155 bis 157 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen bei 165 Euro (Vw: 163 Euro) und aus Südholland nannte man Preise von 170 Euro (Vw: 170 Euro). Die Preismeldungen fob-Oberrhein lagen in der letzten Woche bei 151 bis 152 Euro (Vw: 151 bis 152 Euro) und an südwestdeutscher Station wurden letzte Woche Preise von 153 bis 155 Euro notiert (Vw: 155 Euro bis 155 Euro).
 
Deutsche Maisimporte weiter hoch
Die EU-Länder haben bis zum 18. Februar 5,87 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 2,27 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (8,14 Mio. t). In der letzten Abrechnungswoche (18. Februar) wurden 239.000 t Mais in Drittländern gekauft. Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr schon 708.000 t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien sowie vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Bislang hat Spanien 2,16 Mio. t Mais importiert, Italien 548.000 t und Portugal 323.000 t. Über die niederländischen Importhäfen flossen außerdem 1,3 Mio. t Mais in die EU. Exportiert haben die EU-Länder 1,88 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,17 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 168.000 t Mais in Drittländer.
 
Deutsche Maisernte über 5 Mio. t
Die deutsche Maisernte 2014 war größer als bisher offiziell geschätzt wurde. Das zeigen jedenfalls die Mitte Februar aktualisierten Erntedaten des Statistischen Bundesamtes. Dabei war die Anbaufläche sogar kleiner als im Jahr zuvor. Die Maiserträge waren 2014 allerdings sehr hoch. Die vom Statistischen Bundesamt Mitte Februar gemeldete Erntemenge für Deutschland liegt bei 5,14 Mio. t und übertrifft die letzte offizielle Schätzung des Statistischen Bundesamt von 4,74 Mio. t damit immerhin um 8,4 % oder 0,4 Mio. t . Im Vergleich zur schwachen Ernte des Jahres 2013 (4,39 Mio. t) ist dies ein Anstieg der Produktion um 17 Prozent bzw. 0,75 Mio. t. Der langjährige Durchschnitt (2008/13) von 4,82 Mio. t wird mit der aktuellen Prognose immerhin um knapp 8 % oder 0,32 Mio. t übertroffen. Im Vergleich zur bisherigen deutschen Rekordernte aus dem Jahr 2012 (5,5 Mio. t) wäre die vom Statistischen Bundesamt gemeldete Maisernte 6,5 Prozent oder 0,36 Mio. t kleiner.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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