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Analyse

Maispreise steigen vor allem am Terminmarkt

von , am
28.09.2015

Die europäischen Maispreise sind Im Verlauf der vorigen Woche gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die europäischen Maispreise sind Im Verlauf der vorigen Woche gestiegen. Allerdings fiel der Anstieg der Preise am Terminmarkt stärker aus als am Kassamarkt. Die Gründe für den Anstieg der Terminmarkpreise waren Berichte über eine witterungsbedingte Korrektur der ukrainischen Maisernte nach unten sowie die anhaltenden Spekulationen am US-Markt über eine unter den Erwartungen bleibende Maisernte in den USA.
 
In den USA waren bis zum 20. September etwa 10 % (Vj. 15 %) der Maisernte mit sehr heterogenen Erträgen in den verschiedenen Bundesstaaten eingebracht. Auftrieb erhielten wurden die Terminmarktpreise in Chicago zudem durch eine Aufwertung der brasilianischen Währung und damit durch die Verteuerung der zuletzt deutlich unter den dem US-Preisen liegenden brasilianischen Exportpreise .
 
Europäische Maisernte doch über 60 Mio. t?
End der vorigen Woche haben die Analysten des internationalen Getreidehändlers ADM (Töpfer) ihre Einschätzung zur europäische Maisernte aktualisiert und die Ernteerwartung im Vergleich zur letzten Schätzung ganz leicht nach oben gesetzt und nicht wie von vielen Beobachtern zunächst erwartet weiter nach unten. Mit 60,0 Mio. t liegt die Erwartung jetzt etwas höher als Ende August mit 59,7 Mio. t und auch höher als die meisten anderen Analysten. Grund sind die leicht nach oben korrigierten Ernten für Deutschland und Frankreich.
 
Für Deutschland liegt die Ernteprognose von ADM jetzt bei 3,95 Mio. t nach 3,57 Mio. t im August und 5,1 Mio. t im Vorjahr. Die Schätzung für Frankreichs Maisernte liegt bei 13,7 Mio. t nach 13,5 Mio. t im August und 18,7 Mio. t im Vorjahr. Für Italien erwartet ADM die Ernte 2015 unverändert bei 6,7 Mio. t (Vj. 8,1), für Ungarn bei 6,85 Mio. t (Vj. 9,3), für das Rumänien bei 8,9 Mio. t (Vj: 11,0) und für Polen bei 3,6 Mio. t (Vj. 4,0 Mio. t)sowie für die Slowakei bei 1,26 Mio. t (Vj: 1,65). Diese Woche wird die EU-Kommission ihre Ernteschätzung ebenfalls aktualisieren.
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Terminmarkt steigt über 165 Euro
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Ende der vorigen Woche gestiegen. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 165,25 Euro/t und damit 2,0 Euro bzw. 1,2 % höher als am Vortag (163,25 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 173,50 Euro und damit ebenfalls 2,00 Euro höher als am Vortag (171,50 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (161,75 Euro) wurde vom November-Mais um 3,50 Euro übertroffen. Die Maispreise vom Vorjahr (138,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 26,75 Euro bzw. 19,1 % übertroffen.
 
Am heutigen Montag Nachmittag (15:00) wird der vordere Maiskontrakt am europäischen Terminmarkt zu etwas höheren Preisen gehandelt. Der November-Mais notiert 0,50 Euro höher bei 166,75 Euro. Der Januarkontrakt notiert ebenfalls 0,50 Euro höher als am Vortag bei 174,00 Euro/t.
 
Maispreise in Frankreich nur leicht gestiegen
Beim größten europäischen Maisproduzenten und wichtigsten innereuropäischen Exporteur haben die Maipreise in der letzten Woche nur leicht zugelegt. Am wichtigsten französischen Handelsplatz für Mais (fob Bordeaux) lagen die Maispreise am heutigen Montag (28. September) bei 156 Euro und damit 1 Euro höher als vor einer Woche (156 Euro) jedoch drei Euro niedriger als vor zwei Wochen (159 Euro). Mitte der vorigen Wochen waren etwa 4 % der französischen Maisernte eingebracht.
 
Kassapreise in Deutschland kaum verändert
Am Ende der der vorigen Woche lagen die Preisvorstellungen für alterntigen Mais franko Niederrhein bei 167 Euro. Franko Südholland nannte man Maispreise von 177 Euro/t. Franko Rhein-Main-Gebiet meldete man Mitte der vorigen Woche Preise von 175 Euro bis 180 Euro. Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der vorigen Woche bei 168 bis 174 Euro ( Vw: 170 bis 174 Euro).
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US-Exportpreise moderat gestiegen
Die Preisforderungen für Exportmais haben an den Exporthäfen der USA etwas angezogen. Am vorigen Freitag (25.09) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die Verladung im September bei 178,0 USD/t (158,9 Euro/t) und damit 2,30 USD höher als zur Wochenmitte (175,7 USD) und ähnlich hoch wie in der Vorwoche (177,5 USD).
 
Für den November lagen die Preise bei 181 USD/t (161,6 Euro) und damit 5,3 USD höher als zur Wochenmitte (175,7). Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (Dezember) lagen bei 182 USD/t (162,5 Euro) und damit 4 USD höher als für den aktuell gehandelten Mais und 4,5 USD höher als vorige Woche (178,5 USD).
 
Südamerikanischer Mais am billigsten
Die Preise für südamerikanischen Mais (September) lagen am Freitag voriger Woche fob-Exporthafen bei 163,0 USD/t (145,5 Euro) und waren damit 15 USD niedriger als für die US-Ware und ähnlich hoch wie zum Begin der Woche (162,7 USD). Zur Verladung im November kostete der Mais an den südamerikanischen Exporthäfen 164,1 USD/t (146,5 Euro) und war damit etwa 14,9 USD billiger als der für den gleichen Termin angebotene US-Mais und ähnlicvh teuer wie zum Beginn der Woche (164,4 USD).
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Maisimporte beginnen langsamer als 2014
Der Import von Mais in die Europäische Union war in den ersten zwölf Wochen (bis 22.09) des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 kleiner als im vorigen Jahr. Mit Mais-Importen von 1,54 Mio. t wird die Einfuhrmenge aus dem vorigen Wirtschaftsjahr (2,2 Mio. t) derzeit um 30 % verfehlt. Allerdings nehmen die Einfuhren üblicherweise erst mit der neuen Ernte auf der Nordhalbkugel (Ukraine, Europa, USA) kräftig zu.
 
Deutschland hat bis 22. September schon 203.000 t Mais importiert, Spanien kommt auf 522.550 t, die Niederlande auf 315.000 t, Irland auf 106.000 t und das Vereinigte Königreich auf 113.000 t.
 
Dr. Olaf Zinke
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