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Analyse

Maispreise steigen wegen Ukrainekonflikt

von , am
15.12.2014

Die Maispreise sind am Ende der vorigen Woche am europäischen Terminmarkt kräftig gestiegen.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
Die Maispreise sind am Ende der vorigen Woche am europäischen Terminmarkt kräftig gestiegen. Grund waren Meldungen über Exportprobleme der Ukraine wegen des militärischen Konflikts im Südosten des Landes. Offenbar konnte die Ukraine eingegangene Lieferverpflichtungen nach China nicht fristgerecht und nicht in vollem Umfang erfüllen. Chinesische Abnehmer meldeten Ausfälle von etwa 20 % der vereinbarten Mengen. Zusätzlich haben die hohen Exportverkäufe der USA aus der letzten Woche die Preise anschoben. Gleichzeitig schätzte das brasilianische Landwirtschaftsministerium (CONAB) die Maisernte des südamerikanischen Landes von 78,1 Mio. t auf 78,8 Mio. t nach oben. Aus Argentinien meldete die Getreidebörse ein Buenos Aires, dass die dortige Maisaussaat für die Ernte im Frühjahr 2015 zu 51,8 % abgeschlossen war. Auch der Europäische Maisimport läuft bislang auf höherem Niveau als erwartet und signalisiert eigentlich eine überraschend angespannte Versorgung.
 
Deutsche Maisimporte doppelt so hoch wie 2013
Die EU-Länder haben (trotz der Rekordernte von etwa 73 Mio. t) bis zum 09. Dezember bereits 3,25 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine geringfügig kleinere Menge als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (3,5 Mio. t). Deutsche Importeure haben bislang 439.000 t Mais in Drittländern geordert und damit mehr als doppelt so viel wie im letzten Jahr (2013) zum gleichen Termin mit 205.000 t. Dagegen bleiben die großen traditionellen Importeure der EU weiterhin deutlich unter den Importmengen aus dem Vorjahr: Spanien mit 903.000 (V. 1,2 Mio. t), Italien mit 360.000 (Vj. 509.000 t) und Portugal mit 222.000 (Vj 444.000 t. In Drittländer exportiert haben die EU-Länder bislang 1,23 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,0 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 94.600 t Mais in Drittländer gegenüber 312.000 t im letzten Jahr.
 
Maispreise am Terminmarkt sind weiter gestiegen
Am europäischen Terminmarkt sind die Maispreise vor allem am Ender der letzten Woche gestiegen. Dabei gingen die Notierungen (Januarkontrakt) im Wochenvergleich um knapp 2 Euro nach oben. Am Freitag (12.12) kostete der Mais für den Januarkontrakt am Terminmarkt in Paris 157,25 Euro/t und damit 1,5 Euro mehr als am Freitag der Vorwoche (Vw: 155,75 Euro). Der Märztermin notierte bei 160,75 Euro (Vw: 159,25 Euro) und damit ebenfalls 1,5 Euro teurer wie in der letzten Woche und der Junikontrakt beendet den Handel bei 165,0 Euro (163,75 Euro)und damit 1,25 Euro teurer als vor einer Woche. Am Montag Mittag (15.12) notierte der Mais am europäischen Terminmarkt bei 157,50 Euro und damit 0,25 Euro höher als am Freitag.
 
Maispreise in Frankreich gestiegen, in Deutschland fest
Am europäischen Kassamarkt lagen die Maispreise in Frankreich (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 156 Euro und damit 4 Euro höher als in der letzten Woche (152 Euro). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (ab Station) Mitte der letzten Woche zwischen 148 Euro und 152 Euro (Vw: 148 bis 152 Euro) und damit etwa so hoch wie in der Woche zuvor. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station Maispreise von 149 bis 152 Euro/t (Vw: 148 Euro/t bis 150 Euro/t). Franko-Niederrhein/Südholland lagen die Preismeldungen bei etwa 170 Euro und damit ähnlich hoch wie vor einer Woche (Vw: 170 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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