Login
Analyse

Maispreise trotz schwacher Ernteprognose gefallen

von , am
17.08.2015

Die europäischen Maispreise sind unter dem Druck der schwächeren Weltmarktpreise ebenfalls zurückgegangen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die europäischen Maispreise sind unter dem Druck der schwächeren Weltmarktpreise ebenfalls zurückgegangen. Insbesondere bei den für die globale Versorgung wichtigen Exporteuren hatte das USDA die Ernteprognosen sowohl für gerade abgeschlossene Ernte (Südamerika) als auch für die neue Ernte (USA und Ukraine) nach oben gesetzt. Am Rückgang der europäischen Maispreise konnten auch die scharfen Abwärtskorrekturen an der erwarteten europäischen Maisernte nichts ändern.
 
Sehr kleine Maisernten in Frankreich und Deutschland
Das französische Landwirtschaftsministerium Agreste hatte die Maisernte Frankreichs letzte Woche nur auf 13,47 Mio. t geschätzt. Das wäre die kleinste Maisernte des wichtigsten europäischen Produzenten und Exporteurs seit dem Jahr 2006. Im letzten Jahr (2014) ernteten die französischen Landwirte 18,66 Mio. t Mais und damit 39 % bzw. 5,19 Mio. t mehr.
 
Auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) nahm eine dramatische Abwärtskorrektur der deutschen Maisernte auf den niedrigsten Stand seit 2007 vor. Der deutsche Ernte soll nur noch bei 3,9 Mio. t liegen und damit deutlich kleiner sein als noch im Juli (4,64) erwartet wurde und erst recht kleiner als im Vorjahr (5,1 Mio. t).
 
Kleinere Ernten auch in Rumänien und Ungarn
Das USDA hatte die europäische Maisernte in der vorigen Woche ebenfalls nur noch auf 62,3 Mio. t geschätzt, nach 65,8 Mio. t im Juli und 75,0 Mio. t im Vorjahr. Dabei ging das USDA für Frankreich ebenfalls nur von 14,0 Mio. t (Vj. 18,7) aus, für Rumänien von 9,7 Mio. t (Vj: 11,3) und für Ungarn von 7,1 Mio. t (Vj. 9,3). Auch die EU-Kommission und die wichtigsten privaten Analystenfirmen hatten ihre Prognosen für die europäische Maisernte zuletzt immer weiter nach unten gesetzt.
{BILD:641055:png}
 
Maispreise rutschen unter 180 Euro
Am Freitag (14.08) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt (trotz der schwachen europäischen Ernteaussichten) zurückgegangen. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 178,75 Euro/t und damit 2,50 Euro bzw. 1,4 % niedriger als am Vortag (181,25 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 181,25 Euro und damit 2,0 Euro bzw. 1,1 % niedriger als am Vortag (183,25 Euro). Im Wochenvergleich (183,50) sind die Maispreise am Terminmarkt damit 4,75 Euro bzw. 2,6 % Prozent niedriger.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Maispreise sogar um 17,25 Euro bzw. 8,2 % gefallen. Die letzten Tiefpreise von Anfang August (173 Euro) werden jedoch um 5,75 Euro bzw. 3,3 % übertroffen. Das Preisniveau vom Vorjahr (168,0 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit ebenfalls um 10,75 Euro bzw. 6,4 % übertroffen.
 
Maispreise am europäischen Kassamarkt gefallen
Am europäischen Kassamarkt haben die Maispreise zuletzt ebenfalls nachgegeben. Beim größten europäischen Maisproduzenten und innereuropäischen Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Maispreise am heutigen Montag (17. August) bei 178 Euro und damit (trotz der sehr schwachen Ernteprognosen) 4 Euro niedriger als eine Woche zuvor (182 Euro).
 
Franko Niederrhein notierte man den Mais am Ende der vorigen Woche bei 178 Euro und damit ebenfalls 4 Euro niedriger als eine Woche zuvor (182 Euro ). Franko Südholland bewegten sich die Maispreise Ende der letzten Woche hingegen unverändert bei etwa 190 Euro. Franko Rhein-Main-Gebiet notierte man den Mais Ende der vorigen Woche zwischen 180 bis 185 Euro. Am Großmarkt in München lagen die Preise für Mais (ab Station) Mitte der vorigen Woche bei 180 Euro.
{BILD:641056:png}
 
US-Exportpreise sind zurückgegangen
Die Preisforderungen für Exportmais sind an den Exporthäfen der USA zuletzt ebenfalls kräftig zurückgegangen. Am vorigen Freitag (14.08) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im August bei knapp 169 USD/t (Vw: 175 USD) und damit 6 USD niedriger.
 
Für den Zeitraum September bis Oktober lagen die Preise bei 169,5 bis 173,5 USD/t (Vw: 175 bis 177 USD) und damit 4 bis 6 Euro niedriger. Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen am vorigen Freitag bei 182 USD/t und damit 3 Euro niedriger als letzten Woche (185 USD), jedoch 11 USD höher als für den aktuell gehandelten Mais.
 
Dr. Olaf Zinke
 
{BILD:640973:png} 
Auch interessant