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Analyse

Maispreise am Weltmarkt und in Europa schwächer

von , am
27.04.2015

Die Maispreise haben in der letzten Woche sowohl in den USA als auch in Europa nachgegeben.

© marshi/aboutpixel.de
 
Die Maispreise haben in der letzten Woche sowohl in den USA als auch in Europa nachgegeben. Auch die internationalen Exportpreise für Mais geraten nach einer zuletzt eher stabilen Phase nun wieder stärker unter Druck. Die Gründe für den neu aufkommenden Preisdruck liegen zum einen in den verbesserten Aussaatbedingungen im Mittelwesten der USA. Außerdem haben die beiden südamerikanischen TOP-Exporteure ihre Maisernte zuletzt immer weiter nach oben korrigiert und sorgen damit an den Exportmärkten für Druck. Vom größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich meldete man am Ende der letzten Woche zudem, dass die Maisaussaat dort zu 57 % abgeschlossen ist, im Vergleich zu nur 24 % in der Vorwoche
 
Globale Maisernte größer als erwartet
Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die nächste globale Maisernte Ende April kräftig nach oben geschätzt. Dabei hat der IGC seine Ernteschätzung im Vergleich vorigen Prognose (März) um 11 Mio. t auf 951,4 Mio. t nach oben korrigiert. Ursache für die Aufwärtskorrektur der globalen Erntemenge sind die ebenfalls nach oben korrigierten Ernteerwartungen für die Maisernten in China, in Europa, in Südafrika sowie in Brasilien. Trotz dieser Aufwärtskorrektur gehen die IGC-Analysten davon aus, dass die globale Maisproduktion im Vergleich zur Rekordernte aus dem Wirtschaftsjahr 2014/15 etwa 43 Mio. t oder 4,3 % kleiner wird. Anders als in den beiden vorigen Wirtschaftsjahren übersteigt der globale Verbrauch von Mais die erwartete Produktionsmenge  sehr deutlich.
 
Ergebnisse der aktuellen IGC-Schätzung finden Sie unter:
 
US-Mais erst zu 9 Prozent ausgesät
In den USA war die Maisaussaat in der vorigen Woche im Mittelwesten erst zu 9 % erfolgt, im Vergleich zu 6 % im Vorjahr und 13 % im langjährigen Mittel. In Argentinien war die Maisernte am Ende der letzten Woche zu etwa 26 % eingebracht (Vw: 24 %). Die Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die erwartete Erntemenge weiterhin auf 23,0 Mio. t (Vj. 26,0 Mio. t). Die argentinische Getreidebörse in Rosaria erwartet eine Maisernte von 25,7 Mio. t. In Kanada wurde die Anbaufläche von Mais von 1,24 Mio. ha im Jahr 2014 auf 1,32 Mio. ha im Jahr 2015 nach oben geschätzt.
 
Maispreise zum Wochenbeginn im Minus
Am Montag Mittag notiert der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt 0,75 Euro niedriger bei 160,0 Euro Gleichzeitig kostet die neue Ernte noch 168,75 Euro und damit 2,00 Euro weniger. Am vorigen Freitag haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 160,75 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (162,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (162,75 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 1,1 % bzw. 2,0 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am Freitag bei 166,50 Euro und damit 2,0 Euro niedriger als am Vortag (168,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 168,75 Euro und damit 2,0 Euro weniger als am Vortag (170,75 Euro) sowie 8,00 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (196,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 35,75 Euro niedriger.
 
Maispreise am Kassamarkt behauptet bis schwächer
Am europäischen Kassamarkt haben die Maispreise in der letzten Woche nachgegeben oder sich knapp behauptet. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Montag (27.04) bei 152 Euro und damit 3 Euro niedriger als eine Woche zuvor (155 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche noch mit 150 Euro (Vw: 150 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station unveränderte Maispreise von 154 bis 156 Euro (Vw: 154 bis 156 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der letzten Woche bei 170 Euro (Vw: 170 Euro). Franko Südholland notierte man am Ende der Vorwoche ebenfalls Maispreise von 175 Euro (Vw: 173 Euro).
 
Exportpreise in den USA und in Südamerika schwächer
Die Preisforderungen für Exportmais haben in der letzten Woche sowohl an den Exporthäfen der USA als auch an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) nachgegeben. Am letzten Freitag (24.04) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die Verladung im April bei 178 USD/t (Vw: 181 USD/t) und für den Zeitraum Juni bis Juli bei knapp 174 USD/t (Vw: 181 USD/t) und damit 3 bis 7 USD/t niedriger als vor einer Woche. Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den April 167 USD/t (Vw: 173 USD/t) und für den Juni 165 USD (Vw: 172 USD/t) und damit 6 USDbis 7 USD weniger als vor einer Woche.
 
Deutschland mit Maisimporten von 1,0 Mio. t
Die EU-Länder haben in diesem Wirtschaftsjahr bis zum 21. April rund 7,67 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. In der letzten Woche lag die Importmenge bei 319.000 t. Insgesamt ist die Importmenge 3,8 Mio. t kleiner Menge als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (11,53 Mio. t). Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr insgesamt schon 1,03 Mio. t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien und deutlich vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Exportiert haben die EU-Länder bislang 2,65 Mio. t Mais und damit trotz der sehr großen Ernte nicht viel mehr als im letzten Jahr mit 2,36 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 234.426 t Mais in Drittländer und damit mehr als Frankreich mit 211.666 t. Größter europäischer Drittlandsexporteur ist Rumänien mit 1,11 Mio. t.
 
US-Maisexporte weiter sehr hoch
Die US-Maisexporte für das laufende Wirtschaftsjahr übertrafen in der letzten Woche mit 867.900 t nicht nur die Erwartungen der Analysten sondern waren zugleich deutlich höher als in der Woche zuvor (588.200 t). Insgesamt haben die USA bis zum aktuellen Termin damit rund 39,5 Mio. t Mais ins Ausland verkauft. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 erwartet das USDA derzeit US-Maisexporte von 45,72 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 43,07 Mio. t Die ukrainische Ausfuhrmenge bei Mais liegt nach Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums bei 14,1 Mio. t. Insgesamt werden Exporte von etwa 18,0 Mio. t erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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