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Analyse

Maispreise am Weltmarkt fest, in Europa unverändert

von , am
20.04.2015

Am europäischen Kassamarkt blieben die Maispreise hingegen weitgehend unverändert.

© Schollen/landpixel.de
 
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche knapp behauptet. Am europäischen Kassamarkt blieben die Maispreise hingegen fast unverändert. In den USA haben die Maispreise im Verlauf der vorigen Woche leicht zugelegt und in Südamerika blieben die Exportpreise relativ stabil. Die europäische Maisernte 2015 wurde von den Analysten von Strategie Grains Ende der letzten Woche um 0,2 Mio. t auf 68,0 Mio. t nach unten geschätzt. Das wäre eine 10 % kleinere Ernte als die Rekordernte im letzten Jahr mit 75,6 Mio. t.
 
Maisernte in Frankreich größer, in Italien kleiner
Allerdings schätzte Strategie Grains die neue Ernte für Frankreich, den größten europäischen Produzenten und Exporteur, von zuvor 15,5 Mio. t auf 15,9 Mio. t nach oben, blieb damit jedoch deutlich unter dem Rekordergebnis von 2014. Deutlich unten ging es hingegen mit den Produktionserwartungen für Italien und auch für Ungarn. Die Maisaussaat war in Frankreich in der letzten Woche allerdings erst zu 2 % abgeschlossen, im Vergleich zu 10 % im letzten Jahr. Die Aussaatfläche für Frankreich liegt nach Einschätzung von Strategie Grains bei 1,7 Mio. ha nach 1,8 Mio. ha im letzten Jahr und für die EU 28 bei 9,5 Mio. ha nach 9,7 Mio. ha im vorigen Jahr.
 
US-Maisexporte stützen Weltmarkpreise
Die US-Maisexporte für das laufende Wirtschaftsjahr lagen in der letzten Woche mit 588.200 t am oberen Ende der Erwartungen (400.000 bis 600.000 t), was die Maispreise in den USA und am Weltmarkt spürbar stützte. Die ukrainische Ausfuhrmenge bei Mais liegt für das laufende Wirtschaftjahr derzeit bei 9,8 Mio. t. Die noch vorhandenen ukrainischen Maisbestände werden mit 8,9 Mio. t angegeben. In den USA war die die Maisaussaat in der vorigen Woche wegen der Regenfälle und des kühlen Wetters im Mittelwesten erst zu 2 % abgeschlossen, im Vergleich  5 % im langjährigen Mittel. Das relativ langsame Aussaattempo stützt die Maispreise in den USA und am Weltmarkt.
 
Argentiniens Maisernte wird immer größer
In Argentinien war die Maisernte am Ende der letzten Woche zu 24 % eingebracht (Vw: 17 %). Die Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die erwartete Erntemenge wegen der hohen Durchschnittserträge zuletzt von 22,5 Mio. t auf 23,0 Mio. t nach oben (Vj. 26,0 Mio. t). Die Getreidebörse in Rosarioa erwartet sogar eine Maisernte von 25,7 Mio. t nach zuvor 23,5 Mio. t. In China sollen die Preisstützungen für die maisverarbeitenden Unternehmen im Nordosten des Landes deutlich erhöht werden, denn diese kaufen und verarbeiten wegen der im Vergleich sehr hohen Binnenmarktpreise weniger Mais (dafür mehr Sorghum). Der Verbrauch ist nach chinesischen Angaben (preisbedingt) deshalb kräftig geschrumpft.
 
Exportpreise in den USA gestiegen, in Südamerika stabil
Die Preisforderungen für Exportmais sind in der letzten Woche an den Exporthäfen der USA moderat gestiegen und waren an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) relativ stabil. Am letzten Freitag (17.04) lagen die Forderungen für US-Mais am US-Golf (fob) für die Verladung im April bei 181 USD/t (Vw: 178 USD/t) und für den Zeitraum Mai bis Juli ebenfalls bei knapp 181 USD/t (Vw: 177 USD/t) und damit etwa 4 USD/t höher als vor einer Woche. Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den April 173 USD/t (Vw: 172 USD/t) und für den Juni 172 USD (Vw: 171 USD/t) und damit etwa 1 USD mehr als vor einer Woche.
 
Maispreise zum Wochenbeginn im Plus
Am Montag Mittag notiert der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt 0,50 Euro höher bei 163,0 Euro Gleichzeitig kostet die neue Ernte 171,75 Euro und damit 0,25 Euro mehr. Am vorigen Freitag hatten die Maispreise am europäischen Terminmarkt nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 162,75 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (164,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (164,25 Euro) waren die Preise an der MATIF um rund 1,0 % bzw. 1,50 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am vorigen Freitag bei 169,25 Euro. Die neue Ernte (November) kostete 171,50 Euro und damit 8,75 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32,75 Euro niedriger.
 
Maispreise in Deutschland kaum verändert
Am europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise in der letzten nur wenig verändert. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Montag (20.04) bei 155 Euro und damit eben so hoch wie eine Woche zuvor (155 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche mit 150 Euro (Vw: 149 Euro bis 152 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station unveränderte Maispreise von 153 bis 156 Euro (Vw: 153 bis 156 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der letzten Woche bei 170 Euro (Vw: 167 Euro) und damit 3 Euro höher. Cif Niederrhein meldet man Preise von 173 Euro/t. Franko Südholland notierte man am Ende der Vorwoche  Maispreise von 173 Euro (Vw: 176 Euro).
 
Europäische Maisimporte über 7 Mio. t
Die EU-Länder haben bis zum 14. April rund 7,35 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine knapp 4,0 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (11,35 Mio. t). Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr insgesamt schon 1,03 Mio. t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien und deutlich vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Bislang hat Spanien 2,58 Mio. t Mais importiert, Italien 657.646 t und Portugal 457.829 t. Über die niederländischen Importhäfen flossen außerdem 1,52 Mio. t Mais in die EU. Exportiert haben die EU-Länder bislang 2,58 Mio. t Mais und damit trotz der sehr großen Ernte nur wenig mehr wie im letzten Jahr mit 2,35 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 231.611 t Mais in Drittländer und damit mehr als Frankreich mit 210.669 t. Größter europäischer Drittlandsexporteur ist Rumänien mit 1,08 Mio. t. Bulgarien kommt auf Ausfuhren von 358.157 t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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