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Analyse

Maispreise am Weltmarkt schwächer, in Europa behauptet

von , am
14.04.2015

Am europäischen Kassamarkt blieben die Maispreise zuletzt relativ stabil.

© Kurt/pixelio
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche kaum verändert. Am europäischen Kassamarkt blieben die Maispreise zuletzt ebenfalls relativ stabil. In den USA  (und in Südamerika) haben die Maispreise im Verlauf der vorigen Woche hingegen etwas nachgegeben. Die anhaltenden Regenfälle verzögern im Mittelwesten der USA bislang zwar den Aussaatbeginn, sorgen jedoch gleichzeitig für günstige Wachstumsbedingungen. Noch stehen die Farmer nicht unter Zeitdruck, zumal das Wetter offenbar zum Ende der aktuellen Woche wieder trockener werden soll. Am Montag Abend wird das USDA zudem den ersten Bericht zum Aussaatfortschritt bei Mais in den USA veröffentlichen.
 
Maisernte in Südamerika wird größer
In Brasilien war die aktuelle Sommermaisernte Ende der letzten Woche zu 59 % eingebracht. Die staatliche brasilianische Getreideagentur CONAB meldet am Freitag neue verbesserte Erntedaten für Mais (und Soja). So schätzte CONAB die Gesamternte bei Mais von zuvor 78,2 Mio. t auf 79,0 Mio. t nach oben (Vj: 80,1 Mio. t).Von der Gesamternte  sind 30,3 Mio. t sogenannter Sommermais (Vj ( 31,6 Mio. ) sowie 48,7 Mio. t (Vj. 48,4 Mio. t) nach  Soja gepflanzter Wintermais. In Argentinien ist die Maisernte bislang zu 17 % eingebracht. Die Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die Produktion von 22,5 Mio. t auf 23,0 Mio. t nach oben (Vj. 26,0 Mio. t).
 
Exportpreise in den USA und Südamerika rückläufig
Die Preisforderungen für Exportmais sind in der letzten Woche sowohl an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) als auch an den Exporthäfen der USA moderat zurückgegangenen. Am letzten Freitag (10.04) lagen die Forderungen für US-Mais am US-Golf (fob) für die Verladung im April bei 178 USD/t (Vw: 181 USD/t) und für den Zeitraum Mai bis Juli bei rund 177 USD/t (Vw: 179 USD/t). Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den April 172 USD/t (Vw: 176 USD/t) und für den Juni 171 USD (Vw: 171 USD/t) und damit vor allem für die vorderen Termine niedriger als vor einer Woche.
 
Maispreise halten sich in Europa relativ stabil
Am Montag Mittag behauptet sich der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt bei 164,25 Euro und die neue Ernte kostet zu diesem Zeitpunkt 173,75 Euro. Am vorigen Freitag blieben die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls fast unverändert. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 164,25 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,15 % höher als am Vortag (164,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (166,0 Euro) sind die Maispreise an der MATIF um rund 1,1 % bzw. 1,75 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am vorigen Freitag bei 171,0 Euro. Die neue Ernte (November) kostete am Ende der letzten Woche 174,0 Euro und damit 9,75 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (192,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 28,0 Euro niedriger.
 
Maispreise in Deutschland kaum verändert
Am europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise in der letzten nur wenig verändert. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Montag (13.04) bei 155 Euro und damit 1 Euro höher als eine Woche zuvor (154 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche zwischen 149 Euro und 154 Euro (Vw: 150 Euro bis 152 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station unveränderte Maispreise von 153 bis 156 Euro (Vw: 154 bis 156 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der letzten Woche bei 167 Euro (Vw: 168 Euro) und damit 1 Euro niedriger. Franko Südholland notierte am Ende der Vorwoche Maispreise von 176 Euro (Vw: 175 Euro).
 
Deutsche Maisimporte jetzt über 1 Mio. t
Die EU-Länder haben bis zum 07. April rund 7,1 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 3,72 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (10,85 Mio. t). Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr insgesamt schon 1,03 Mio. t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien und deutlich vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Bislang hat Spanien 2,46 Mio. t Mais importiert, Italien 657.118 t und Portugal 432.027 t. Über die niederländischen Importhäfen flossen außerdem 1,52 Mio. t Mais in die EU. Exportiert haben die EU-Länder bislang 2,51 Mio. t Mais und damit trotz der sehr großen Ernte nur wenig mehr wie im letzten Jahr mit 2,31 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 203.953 t Mais in Drittländer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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