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Analyse

Maispreise mit wenig Luft nach oben

von , am
10.11.2014

In Europa haben die Maispreise in der letzten Woche etwas nachgegeben. In die neue Woche starten die Maispreise in Europa zunächst mit einem leichten Plus und in den USA mit einem Abschlag.

Die Maisernte liegt in diesem Jahr rund 14 Prozent unter der des Vorjahres. © Glaser/fotolia.com
In Europa haben die Maispreise in der letzten Woche etwas nachgegeben. In die neue Woche starten die Maispreise in Europa zunächst mit einem leichten Plus und in den USA mit einem Abschlag. Dabei sind die fundamentalen Marktdaten derzeit jedoch eher bärisch. Die EU-Kommission hatte die für Europa erwartete Rekordernte bei Mais zum Monatswechsel noch einmal bestätigt. Außerdem wurde der Importbedarf der Europäer reduziert. Gleichzeitig hat die laufende US-Maisernte in der letzten Woche einen Riesensprung gemacht und die Preise zunächst unter Druck gesetzt. Vom heutigen USDA-Report (10.11) erwarten Analysten eine weitere moderate Aufwärtskorrektur der US-Rekordernte auf Basis höherer Erträge.
 
US-Maisexporte niedriger als im Vorjahr
Darüber hinaus rechnet man auch mit einer Aufwärtskorrektur der US-Endbestände für 2015. Das würde eher weiteren Preisdruck bedeuten. Die laufenden US-Maisexporte liegen wegen der bis zur letzten Woche eher langsamen US-Ernte unter dem Niveau des letzten Jahres. In der letzten Woche wurden Netto (abzüglich der Stornierungen) rund 478.000 t Mais verkauft. Die bislang ins Ausland verkaufte Maismenge der USA liegt 19,2 Mio. t und damit 12 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 21,95 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr US-Mais-Ausfuhren von 44,4 Mio. t.
 
Maispreise in Europa etwas niedriger
Am europäischen Terminmarkt hatten die Maispreise in der letzten Woche zunächst kräftig nachgegeben sich in der zweiten Wochenhälfte jedoch wieder erholt. Dabei waren die Notierungen (Januarkontrakt) zunächst von 150 Euro auf 145 Euro gefallen und dann zum Ende der Woche wieder auf 147 Euro gestiegen. Am Freitag (07.11) kostete der Mais für den Januarkontrakt am Terminmarkt in Paris noch 147,0 Euro/t und damit knapp 4,5 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 151,5 Euro). Der Märztermin notierte bei 150,25 Euro (Vw: 150,5 Euro) und damit fast eben so teurer wie vor einer Woche und der Junikontrakt beendet den Handel bei 153,50 Euro.
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Kassapreise sind in Europa uneinheitlich
Am Montag Vormittag (10.11) startet der Handel am europäischen Terminmarkt für den Januar mit einem Plus bei 148,25 Euro/t und auch die hinteren Termine legen ähnlich deutlich zu. Am europäischen Kassamarkt in Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 144 Euro und 1 Euro preiswerter als in der Vorwoche (145 Euro). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (ab Station) in der letzten Woche zwischen 144 Euro und 150 Euro (Vw: 143 bis 147 Euro) und damit etwas höher als in der Woche zuvor. Vom Großmarkt in Frankfurt/M wurden Maispreise zwischen 154 Euro und 157 Euro gemeldet und franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen bei 160 Euro.
 
US-Maispreise letzte Woche etwas schwächer
In den USA haben die Maispreise in der letzten Woche etwas nachgegeben. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (07.11) in Chicago mit umgerechnet 115,8 Euro/t (367,4 Ct/bu) aus dem Handel und damit umgerechnet rund 3,0 Euro preiswerter als am Freitag der Vorwoche. In US-Dollar gaben die Kurse um knapp 3 % nach (376,6 Ct/bu). Der Märzkontrakt wurde mit 119,9 Euro (380,4 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin mit etwa 122,7 Euro (389,4 Ct/bu). Zum Wochenbeginn (10.11) liegen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel leicht im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (07.11) für die Verladung im November 199 USD/t (159 Euro/t) und für den Dezember ebenfalls 198 USD/t (158 Euro) und damit rund 3 USD/t weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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