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Analyse

Maisproduktion auf der Nordhalbkugel soll schrumpfen

von , am
05.12.2014

Nach Einschätzung der Analysten von Informa Economics wird die globale Maisernte im nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 kleiner ausfallen als im aktuellen Wirtschaftsjahr.

© Schollen/landpixel.de
Gerade ist die aktuelle Maisernte auf der Nordhalbkugel abgeschlossen, da machen sich die Analysten schon Gedanken über die Anbauentwicklung und die Produktion im nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16. In den USA und in Südamerika spielt dabei vor allem auch die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit von Mais gegenüber Soja eine maßgebliche Rolle. Dabei geht es sowohl um die derzeitigen Preiserwartungen für Mais (und Soja) als auch um die Entwicklung der Produktionskosten, die beim Mais vergleichsweise hoch sind. Die private US-Analystenfirma Informa Economics hat auf der Grundlage der bekannten Daten sowie der Anbauplanungen der Landwirte eine erste Schätzung zur neuen Maisernte 2015/16 vorgelegt. Die Schätzungen für die südamerikanische Ernte beziehen sich auf die erwartete Aussaat im Herbst 2015 und die Ernte im Frühjahr 2016 .
 
Maisproduktion auf der Nordhalbkugel geht zurück
Nach Einschätzung der Analysten von Informa Economics wird die globale Maisernte im nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 kleiner ausfallen als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Derzeit geht Informa für 2015/16 von einer globalen Erntemenge von 968 Mio. t aus und damit von einer rund 14 Mio. t kleineren Produktion als in diesem Wirtschaftsjahr mit 981,8 Mio. t. Dabei erwartet Informa unter anderem für die USA, für die Europäische Union, und für die Ukraine kleinere Ernten. Mit größeren Ernten rechnen die Analysten (nach dem Anbau- und Produktionsrückgang in diesem Jahr) für 2016 in Brasilien und Argentinien.
 
Deutlich kleinere Ernte in der den USA und der EU
Für die USA gehen die Analysten im nächsten Jahr von einer Maisernte von 341,6 Mio. t aus nach einer Produktion von 366 Mio. t in diesem Jahr und 353,7 Mio. t vor zwei Jahren. Die aktuelle Schätzung bedeutet einen Produktionsrückgang von 24 Mio. t oder 7 Prozent. Für die Europäische Union liegt die Informa-Schätzung für die nächst Ernte bei 65 Mio. t. Im Vergleich zur aktuellen Rekordernte von 73,1 Mio. t wäre dies ein Rückgang von 11 % oder 8,1 Mio. t. Gleichzeitig würde jedoch die Ernte aus dem Jahr 2013/14 von 64,2 Mio. t leicht übertroffen. Auch für die Ukraine liegt die erwartete Produktion mit 25,0 Mio. t unter dem aktuellen Wert von 26,5 Mio. t und auch unter der Rekordernte aus den Jahr 2013/14 von 30,9 Mio. t.
 
Deutlich mehr Mais in China und in Südamerika
Die chinesische Maisernte des Jahres 2015 schätzte Informa auf 225 Mio. t und damit 11 Mio. t größer als in diesem Jahr mit 213,8 Mio. t und auch größer als vor zwei Jahren mit 218,5 Mio. t . Die brasilianische Ernte im Frühjahr 2016 sieht Informa bei 72,0 Mio. t und damit größer als die Ernte 2015 mit 68,7 Mio. t jedoch kleiner als die Rekordeernte als vor zwei Jahren mit 86,1 Mio. t. Ebenfalls größer als die erwartete Ernte für 2015 (22,0) schätzt Informa die Maisernte im Frühjahr 2016 in Argentinien mit 26,3 Mio. t .
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapss
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