Login
Analyse

Mais/USA 2014: Neue Rekordernte und kräftiger Preisrutsch

von , am
14.02.2014

Beim weltweit größten Maisproduzenten und Exporteur USA werden die Farmer den Anbau von Mais 2014 einschränken. Dennoch könnte die Produktion 2014 einen neuen Rekordwert erreichen.

© Schollen/landpixel.de

Beim weltweit größten Maisproduzenten und Exporteur USA werden die Farmer den Anbau von Mais 2014 einschränken. Dennoch könnte die Produktion 2014 einen neuen Rekordwert erreichen und die Rekordente aus dem Jahr 2013 deutlich übertreffen. Gleichzeitig könnten die Maispreise in den USA (und damit auch am Weltmarkt) noch einmal kräftig um fast 20 % zurückgehen. Zu diesen Ergebnissen kommt das US-Landwirtschaftsministerium USDA im Rahmen seines jetzt veröffentlichten langfristigen Marktausblicks.
 
Anbaufläche wird etwas reduziert
Die Anbaufläche von Mais in den USA wird nach der Einschätzung des USDA in diesem Jahr um rund 2 % zurückgehen. Vor wenigen Tagen hatte bereist das renommierte private Analystenhaus Informa Economics die erwartete Aussaatfläche auf 93,3 Mio. Acres (37,77 Mio. ha) reduziert. Die USDA-Experten erwarteten in ihrer Prognose für die Ernte 2014 eine ähnlich große Aussaatfläche von 93,5 Mio. Acres (37,85 Mio. ha) nach 95,3 Mio. Acres (38,58 Mio. ha) im letzten Jahr. Im Dürrejahr 2012 hatten die US-Farmer sogar auf 97,2 Mio. Acres (39,35 Mio. ha) Mais ausgesät und damit die größte Fläche seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts bestellt. Trotz des Rückgangs ist auch die aktuelle Maisfläche im historischen Vergleich noch sehr hoch. Das USDA erwartet wegen des großen Preisdrucks für die nächsten Jahre einen weiteren Rückgang der Maisfläche auf etwa 88 Mio. Acres (35,6 Mio. ha)
 
Steigende Erträge bringen Rekordernte
Nach Einschätzung des USDA könnte die neue US-Maisernte 2014 (bei normalen Witterungsbedingungen) die Rekordproduktion aus dem letzten Jahr noch übertreffen. Grund sind die vom USDA für 2014 erwarteten nochmals etwas höheren Erträge von 10,82 t/ha. Im letzten Jahr hatten die US-Farmer 10,07 t Mais je Hektar geerntet. Im Dürrejahr 2012 lag der Ertrag lediglich bei 7,74 t/ha. Im Ergebnis erwartet das USDA für 2014 eine Maisernte von 14.260 Mio. Buschel (362,3 Mio. t) und damit die bislang größte US-Maisernte überhaupt. Im Jahr 2013 brachten die Farmer die bisherige Rekordernte von 13.989 Mio. Buschel (355 Mio. t) ein und im Dürrejahr 2012 betrug die Erntemeng 10.780 Mio. Buschel (274 Mio. t).
 
Bestände wachsen gewaltig, mehr Exporte
Eine Folge der neuen Rekordernte wäre nach Einschätzung des USDA eine Zunahme der Exporte sowie ein weiteres gewaltiges Anwachsen der Bestände. Die Ausfuhren könnten nach den derzeitigen Erwartungen um mehr als 20 % auf 1.700 Mio. Buschel (43 Mio. t) steigen. Im aktuellen Wirtschaftsjahr 2013/14 rechnet man mit Exporten von 1.400 Mio. Buschel (35,6 Mio. t) und vor zwei Jahren lag die Exportmenge bei 731 Mio. Buschel (18,6 Mio. t). Der Maiseinsatz in der Tierfütterung soll nach Einschätzung des USDA mit der neuen Rekordernte ebenfalls um 6 % auf 5.500 Mio. Buschel (139,7 Mio. t) zunehmen. Dagegen erwartet das USDA einen stabilen Einsatz vom Mais zur Ethanol-Produktion bei 4.900 Mio. Buschel (125 Mio. t). Die Endbestände wachsen dramatisch um fast 40 % von 1.997 Mio. Buschel (47,9 Mio. t) im aktuellen Wirtschaftsjahr auf 2.607 Mio. Buschel (66,2 Mio. t) im Wirtschaftsjahr 2014/15. Vor zwei Jahren waren gerade einmal 824 Mio. Buschel (20,9 Mio. t) vorhanden.
 
Preise fallen dramatisch
Eine unmittelbare Folge des kräftigen Angebotszuwachses wäre ein weiterer sehr kräftiger Preisrückgang. Das USDA schätzt das durchschnittliche Preisniveau für das kommende Wirtschaftsjahr 2014/15 auf nur noch 3,65 USD/bu (105 Euro/t) nach 4,50 USD/bu (129 Euro) im laufenden Jahr und 6,89 USD/bu (198 Euro) vor zwei Jahren. Für die neue Ernte 2014 wäre dies ein weiter kräftiger Preisrückgang von 20 %. Außerdem würden die Preise deutlich unter die technisch wichtige Marke von 4,00 Ct/bu fallen. Innerhalb von zwei Jahren hätten sich die Maispreise in den USA damit fast halbiert. Für die Jahre nach 2014 erwartet das USDA sogar einen weiteren Preisrückgang bis auf 3,30 USD/Buschel (95 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant