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Analyse

Maisverbrauch und globale Bestände so hoch wie nie

von , am
04.11.2014

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die Erwartungen an die neue globale Maisernte udn den Maisverbrauch zum Monatswechsel ein weiteres Mal nach oben korrigiert.

© Schollen/landpixel.de
Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die Erwartungen an die neue globale Maisernte zum Monatswechsel ein weiteres Mal nach oben korrigiert. Dabei beschränkten sich die Aufwärtskorrekturen erneut auf die USA und die Europäische Union. Für China wurde die Erntemenge hingegen nochmals gesenkt. Gleichzeitig blieben die Erntedaten für die Ukraine ebenso unverändert wie die Prognosen für Argentinien und Brasilien. Damit liegt die vom IGC erwartete Erntemenge 2014/15 jedoch immer noch ganz leicht unter dem bisherigen Rekordwert aus dem Vorjahr. Ebenfalls weiter nach schraubte der IGC die Erwartung an den globalen Maisverbrauch, während die Handelsmenge (wegen des geringeren Importbedarfs) nach unten gesetzt wurde. Die globalen Endbestände wurden hingegen noch weiter nach oben gesetzt und könnten damit sogar den bisherigen Rekordwert aus dem Wirtschaftsjahr 1999/00 erreichen.
 
Produktion noch etwas größer
Mit knapp 980 Mio. t wäre die Maisernte 2014/15 die zweitgrößte bislang eingebrachte globale Maisernte. Gegenüber der September-Schätzung (974,2 Mio. t) hat das IGC die erwartete Produktion um weitere 5,5 Mio. t nach oben gesetzt. Die vom IGC für das Wirtschaftsjahr 2014/15 erwartete globale Maisernte ist damit jedoch immer noch rund 4 Mio. t kleiner als die Rekordernte der Saison 2013/14 (983 Mio. t). Damit bleibt der IGC auch 11 Mio. t unter den Erwartungen des USDA. Die US-Analysten hatten die globale Maisernte im Oktober auf den neuen Rekordwert von 991 Mio. t veranschlagt. Die Differenz zwischen beiden Schätzungen hat allerdings vor allem methodische Gründe, nämlich in der unterschiedlichen zeitlichen Zuordnung (Wirtschaftsjahr) der neuen südamerikanischen Ernte. Die neue US-Maisernte erwartet der IGC jetzt bei 365 Mio. t und damit 5 Mio. t größer als noch im September und deutlich größer als die bisherige Rekordernte aus dem letzten Jahr von 353,7 Mio. t. Das USDA schätzte die kommende US-Ernte Mitte Oktober sogar auf 368 Mio. t und damit 14 Mio. t größer als im Vorjahr.
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Rekordernte in der EU noch größer
Für die Europäische Union hat der IGC die Erntemenge jetzt auf 72,9 Mio. t angehoben, nach 70,7 Mio. t in der September-Prognose und 64,0 Mio. t im Vorjahr. (Der bisherige europäische Rekord von 68,1 Mio. t stammt aus dem Jahr 2008). Damit schätzt der IGC die europäische Ernte auf einem ähnlichem Niveau wie die meisten europäischen Analysten und etwas größer als das USDA (71,0 Mio. t). Den europäischen Import sieht der IGC nur noch bei 6,0 Mio. t (Sept.: 7,5 Mio. t) nach dem Rekordwert von 16,1 Mio. t im letzten Jahr. Das USDA hielt zuletzt Importe von 7,0 Mio. t für möglich. Eine Maisproduktion von 213,8 Mio. t erwartet die IGC-Analysten Ende Oktober für China. Damit haben die IGC-Analysten ihre Prognose gegenüber dem Vormonat (215 Mio. t ) nochmals um 1,2 Mio. t gesenkt und liegen rund 3,2 Mio. t unter der letzten Schätzung des USDA (217 Mio. t). Im Vergleich zur letzten chinesischen Ernte (218,5 Mio. t) wäre die IGC-Prognose rund 4,7 Mio. t kleiner. Dennoch erwartet der IGC (und das USDA) für die Chinesen relativ niedrige Importe von 3,0 Mio. t. (USDA: 3,0 Mio. t) nach 3,5 Mio. t im letzten Jahr.
 
Maisernte in der Ukraine nicht mehr verändert
Für die Ukraine erwartet der IGC weiterhin eine etwas größere Ernte als das USDA. Anstelle der Rekordernte aus dem Jahr 2013 von 30,9 Mio. t, geht der IGC für 2014 von einer Produktion von 27,0 Mio. t aus (USDA: 25,0 Mio. t). Das ist eben so viel wie in der September-Prognose (27,0 Mio. t). Die südamerikanischen Maisernten aus dem Frühjahr bzw. Sommer 2014 waren sowohl in Brasilien als auch Argentinien kleiner als die Rekordernten aus Jahr davor (Frühjahr/Sommer 2013). Der IGC ordnet die zurückliegenden Ernten in Südamerika methodisch allerdings dem aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 zu, während das USDA diese Ernten dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 zuschlägt. Die bereits eingebrachte und vom IGC der aktuellen Saison 2014/15 zugeordnete Ernte Brasiliens, schätzen die IGC-Analysten auf 79,9 Mio. t. Die brasilianische Ernte im Frühjahr/Sommer 2015 schätzt der IGC auf 75,0 Mio. t und damit 5 Mio. t kleiner als die letzte Ernte. Für Argentinien unterstellen die IGC-Analysten eine zurückliegende Ernte im Frühjahr 2014 von 24,0 Mio. t und erwarteten für das nächste Frühjahr 2015 eine Ernte von 23,0 Mio. t.
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Große Ernten drücken Importbedarf
Nochmals nach unten korrigiert hat der IGC seine Erwartungen an die globalen Handelsmengen. Die Gesamtausfuhren sollen nach Einschätzung des IGC bei rund 113,2 Mio. t (Sept: 114,9 Mio. t) liegen und damit recht deutlich unter den 120 Mio. t aus dem letzten Wirtschaftsjahr. Die Ausfuhren Brasiliens sollen für 2014/15 bei etwa 19,5 Mio. t (Sept : 21,0 Mio. t) liegen. Die Exporte Argentiniens sollen 2014/15 wie schon zuvor erwartet etwa 15,0 Mio. t erreichen. Die Exporte der USA schrumpfen nach der IGC-Prognose im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 43 Mio. t (Sept : 43,0 Mio. t) von zuvor 48,5 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14. Für die Ukraine sieht der IGC die Ausfuhrmenge bei 17,5 Mio. t (USDA: 16,0 Mio. t), nach der Rekordausfuhr von 20,0 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14.
 
Verbrauch auf neuem Rekordstand
Die Folge der erwarteten großen Ernte du der schrumpfen Exporte ist ein Anwachsen der globalen Bestände. Gleichzeitig nimmt jedoch auch der Verbrauch kräftig zu. Ende Oktober hat der IGC die erwarteten Endbestände nochmals nach oben korrigiert. Erwartet wird ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Mio. t auf etwa 194,1 Mio. t (Sept: 191,4 Mio. t). Damit könnte der bislang größte Endbestand aus dem Jahr 1999 (194,4 Mio.t) fast erreicht werden. Der Verbrauch soll um etwa 22 Mio. t auf 961,2 Mio. t (Sept: 958,5 Mio. t) von zuvor rund 939 Mio. t zunehmen. Damit würde die globale Verbrauchsmenge einen neuen Rekordwert erreichen. Das USDA rechnet für 2014/15 sogar mit einem deutlich höheren Verbrauch von 973 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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