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Analyse

Niedrige Preise drücken die US-Maisproduktion

von , am
23.12.2014

Beim weltweit größten Maisproduzenten und Exporteur USA schränken die Farmer den Anbau von Mais 2015 weiter ein.

© Schollen/landpixel.de
Beim weltweit größten Maisproduzenten und Exporteur USA schränken die Farmer den Anbau von Mais 2015 weiter ein. Grund sind die niedrigeren und weiter nachgebenden Maispreise sowie die im Vergleich zu anderen Kulturen (Soja) hohen Produktionskosten. Vor diesem Hintergrund könnte die Maisproduktion in den USA 2015 weiter zurückgehen und noch unter das Niveau von 2013 fallen. Gleichzeitig werden die Maispreise in den USA (und damit auch am Weltmarkt) im Jahr 2015 niedriger erwartetet als 2014. Gleichzeitig nimmt der Export von Mais zu. Zu diesen Ergebnissen kommt das US-Landwirtschaftsministerium USDA im Rahmen seines Mitte Dezember veröffentlichten Marktausblicks.
 
Kleinste Anbaufläche seit 2009
Von den drei landwirtschaftlichen Hauptkulturen Mais, Soja und Weizen ist nach der derzeitigen Einschätzung der Mais der Verlierer bei den Anbauentscheidungen der Farmer. Das USDA erwartet für 2015 einen Anbaurückgang (Aussaatfläche) von gut 3 Prozent auf 35,63 Mio. ha (88 Mio. Acres). In diesem Jahr (2014) hatte die US-Farmer auf 36,8 Mio. ha (90,9 Mio. Acres) Mais ausgesät und vor zwei Jahren (2013) sogar auf 38,6 Mio. ha (95,4 Mio. Acres). Damit ist der Anbau von Mais in nur zwei Jahren um knapp 8 Prozent bzw. 3 Mio. ha geschrumpft und gleichzeitig wäre dies die kleinste Aussaatfläche seit dem Jahr 2009 (35,0 Mio. ha). Grund für diese Entwicklung sind die kräftig gefallenen Maispreise und die ähnlich schwachen Aussichten für 2015, in Verbindung mit den relativ hohen Kosten beim Mais.
 
Anbaurückgang drückt Produktion
Nach Einschätzung des USDA könnte die neue US-Maisernte 2015 (bei normalen Witterungsbedingungen) die Rekordproduktion aus dem Jahr 2014 um 4,5 % oder 15,8 Mio. t verfehlen. Gründe sind die vor allem die Flächeneinschränkung , aber auch die etwas niedrigeren Erträge von 10,48 t/ha (167,2 bu). Im Jahr 2014 hatten die US-Farmer den Rekordertrag von 10,88 t (173,4 bu/acres) Mais je Hektar geerntet. Im Jahr 2013 lag der Ertrag bei 9,97 t je ha und im Dürrejahr 2012 lediglich bei 7,74 t/ha. Im Ergebnis erwartet das USDA für 2015 eine Maisernte von 13.445 Mio. Buschel (341,5 Mio. t) und damit immerhin die nach 2014 und 2013 die bislang drittgrößte Ernte. Im Jahr 2014 brachten die Farmer die bisherige Rekordernte von 14.407 Mio. Buschel (357,3 Mio. t) ein und im 2013 betrug die Erntemenge 13.925 Mio. Buschel (353,7 Mio. t).
 
Umfangreiche Exporte, stabiler Verbrauch
Eine Folge der immer noch relativ großen Ernte und der hohen Bestände aus den letzten beiden Rekordernten wäre nach Einschätzung des USDA eine Zunahme der Exporte. Die Ausfuhren könnten 2015/16 nach den derzeitigen Erwartungen um rund 9 % auf 1.900 Mio. Buschel (48,3 Mio. t) steigen. Im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 rechnet man immerhin mit Exporten von 1750 Mio. Buschel (44,4 Mio. t) und vor zwei Jahren lag die Exportmenge  ebenfalls bei 1917 Mio. Buschel (48,7 Mio. t). Der Maiseinsatz in der Tierfütterung soll nach Einschätzung des USDA ganz leicht auf 6620 Mio. Buschel (168,2 Mio. t) zunehmen. Dagegen erwartet das USDA einen relativ stabilen Einsatz vom Mais zur Ethanol-Produktion bei 5200 Mio. Buschel (132 Mio. t). Die Endbestände schrumpfen hingegen um 14 % von 2008 Mio. Buschel (51,0 Mio. t) im aktuellen Wirtschaftsjahr auf 1733 Mio. Buschel (44 Mio. t) im Wirtschaftsjahr 15/16. Vor zwei Jahren waren 1236 Mio. Buschel (31 Mio. t) vorhanden.
 
Maispreise derzeit höher als erwartet
Das USDA schätzt das durchschnittliche Niveau der Maispreise für das Wirtschaftsjahr 2015/16 auf nur noch 3,40 USD/bu (110 Euro/t), nach 3,50 USD/bu (113 Euro) im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 und 4,46 USD/bu (144 Euro) vor zwei Jahren. Im Dürrejahr 2011/12 waren die US-Maispreise im Jahresmittel sogar auf 6,89 US/bu (222 Euro) gestiegen. Für 2015 wäre dies ein weiterer Preisrückgang. Allerdings liegt das aktuelle Preisniveau am Terminmarkt in Chicago für den Märzkontrakt 2015  Mitte Dezember bei 4,10 USD/bu (133 Euro/t) und damit deutlich höher als für das Jahresmittel 2014/15 (3,50) vom USDA erwartete wird und gleichzeitig 21 Prozent (!!) über dem letzten Tiefpunkt der US-Maispreise vom Oktober 2014 von nur 3,34 USD/bu (108 Euro/t). Möglichweise muss dass USDA seine Einschätzung zur Entwicklung der Maispreise noch (nach oben) revidieren.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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