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Analyse

Riesige europäische Maisernte wird bestätigt

von , am
28.10.2014

Die Maisernte in der europäischen Union wird ein Rekordergebnis bringen. Das bestätigt diese Woche die Crop-Monitoring-Agentur der Europäischen Union.

© Mühlhausen/landpixel
Die Maisernte in der europäischen Union wird ein Rekordergebnis bringen. Das bestätigt diese Woche die Crop-Monitoring-Agentur der Europäischen Union (MARS) in ihrem Oktober-Bericht und schließt sich damit der Einschätzung der EU-Kommission und zahlreicher private Analysten an. Die durchschnittliche Ertragsprognose für die EU 28 wird bei Körnermais im Oktober mit 7,59 t/ha angegeben und hat sich damit gegenüber September nicht mehr verändert. Im August lag die Ertragserwartung von MARS mit 7,53 t /ha bereits ähnlich hoch. Mit der aktuellen Oktober-Prognose liegen die für die Maisernte 2014 erwarteten Durchschnittserträge 12,4 % über dem Vorjahreswert (6,75) und 11,8 % über dem langjährigen Mittel (6,98).
 
Analysten erwarten alle mehr als 70 Mio. t
Die EU-Kommission hatte ihre Prognose zur europäischen Maisernte Ende September (wegen einer um 0,26 Mio. ha reduzierten Anbaufläche) um 1,6 Mio. t auf 71,8 Mio. t  reduziert. Auch mit diesem Ergebnis wird jedoch der bisherige Ernterekord aus dem Jahr 2011 von 68,6 Mio. t deutlich übertroffen. Die europäischen Analysten von Strategie Grains haben ihre Erwartung an die europäische Maisernte im Oktober um 2,0 Mio. t auf 73,3 Mio. t nach oben gesetzt und das USDA erwartete im Oktober eine europäische Produktion von 71,0,Mio. t. Der Getreidehändler ADM/Töpfer schätzte die Produktion im Oktober auf 70,5 Mio. t und die Vereinigung der europäischen Getreidehändler COCERAL ging im Oktober von 72,8 Mio. t aus. Damit liegen alle wichtigen Analysten mit ihren Ernte-Schätzungen nahe beieinander und  außerdem über der Marke von 70 Mio. t. Im vorigen Jahr (2013) ernteten die europäischen Landwirte nur 65,4 Mio. t.
 
Deutsche Mais-Ernte bleibt unter 5 Mio. t
Die Ertragsprognose für Deutschland wurde im Oktober von MARS mit 10,24 t/ha im Vergleich zum September (10,46) um 2 % reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr (8,83) ist der deutsche Ertrag jedoch gut 16,5 % höher und auch das langjährige Mittel (9,75) wird um mehr als 5,5 % übertroffen. Unterstellt man die vom Statistischen Bundesamt zuletzt gemeldete Anbaufläche von 480.000 ha, würde die deutsche Maisernte bei 4,92 Mio. t liegen. Das Statistische Bundesamt ging Ende September sogar nur von einer deutschen Maisernte von 4,74 Mio. t aus. Der erwartete Durchschnittsertrag wurde nur mit 9,87 t/ha angegeben und damit zwar 11 % größer als im Vorjahr jedoch knapp 4 % unter der MARS-Schätzung von 9,32 t/ha.
 
Französische Ernte auf Rekordkurs
Für Frankreich, den größten Maisproduzenten der EU, liegen die erwarteten Erträge im Oktober bei 9,71 t/ha und damit eben so hoch wie im September (9,71). Im Vergleich zum Vorjahr (8,17) sind die französischen Erträge damit 18,8 % höher und das langjährige Mittel (9,00) wird um 7,9 % übertroffen. Das Ergebnis wäre auch für Frankreich eine Rekordernte. Die EU-Kommission hatte die französische Maisernte Ende September auf 17,1 Mio. t geschätzt und die Analysten von Strategie Grains gingen von 17,2 Mio. aus und ADM/Töpfer von 17,0 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr (14,9 Mio. t) würden die französischen Landwirte damit 2,2 Mio. t mehr Mais ernten.
 
Ungarns Maisernte macht einen Sprung
Für Ungarn hat MARS die Maiserträge im Oktober nochmals ganz leicht nach oben gesetzt. Ungarn ist nach Frankreich und Rumänien sowie vor Italien der drittgrößte Maiserzeuger der EU. Auf 7,15 t/ha veranschlagt MARS im Oktober die ungarische Ertragserwartung, nach 5,36 /ha im letzten Jahr sowie 5,65 t/ha im langjährigen Mittel. Nach der letzten Prognose der EU-Kommission werden die ungarischen Landwirte damit 8,7 Mio. t Mais ernten und Strategie Grains erwartet sogar 9,1 Mio. t. Im vorigen Jahr ernteten die Ungarn nur 6,8 Mio. t Mais und damit 1,9 Mio. t bis 2,3 Mio. t weniger.
 
Rumänien ebenfalls mit neuer Rekordernte
Unverändert gelassen hat MARS im Oktober die Ertragsprognose für Rumänien mit 4,45 t/ha. Dieser Ertrag wäre rund ähnlich hoch wie im sehr gute Vorjahr (4,41 t/ha) und würde das auch langjährige Mittel (3,56) um 25 % übertreffen. Die EU-Kommission hat ihre Ernteprognose für Rumänien Ende September mit 11,4 Mio. t angegeben und Strategie Grains erwartet 10,8 Mio. t. Trifft die Prognose der Kommission zu, wäre die Produktion nochmals 1 Mio. t größer als die bisherige Rekordernte 2013 (10,4 Mio. t). Für Italien wurde der erwartete Maisertrag von MARS im Oktober mit 9,47 t/ha zum Vormonat leicht angehoben. Damit ist der erwartete Maisertrag 18 % höher als im letzten Jahr (8,05). Das langjährige Mittel von 8,85 t/ha wird um gut 75 % übertroffen. Die EU-Kommission hat ihre Ernteprognose für Italien mit 7,9 Mio. t angegeben und Strategie Grains mit 8,2 Mio. t (Vj: 7,6 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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