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Analyse

Sehr viel Mais in Europa, Preise dennoch fest

von , am
02.12.2014

Die Europäische Kommission hat die Maisproduktion auf Basis der vorliegenden Erntedaten zum Monatswechsel nochmals nach oben korrigiert.Die Maispreise haben sich jedoch am Kassamarkt (je nach Region) gut behauptet oder sind sogar gestiegen.

© Kurt/pixelio
Die Europäische Kommission hat die Maiserente auf Basis der vorliegenden Daten  zum Monatswechsel nochmals nach oben korrigiert. Allerdings wurde der Mais in Ost- und Südeuropa (witterungsbedingt) offenbar langsamer geerntet als erwartet. Die Maispreise haben sich deshalb am Kassamarkt (je nach Region) gut behauptet oder sind sogar gestiegen. Gleichzeitig ist derzeit ermittelte Erntemenge erheblich größer als 2013 und auch der bisherige europäische Produktionsrekord aus dem Jahr 2011 wird deutlich übertroffen. Den europäischen Importbedarf hat die Kommission wegen der großen Ernte und wegen des reichlich verfügbaren Futterweizen ein weiteres Mal reduziert. Gleichzeitig wurde der Export etwas nach oben gesetzt. Der Verbrauch von Futtermais bleibt im Vergleich zum Vormonat unverändert. Die Endbestände wachsen wegen der etwas stärkeren Exporte nicht ganz so stark wie vor vier Wochen erwartet.
 
Kommission setzt Erntemenge weiter nach oben
Die EU-Kommission veranschlagt die europäische Maisernte 2014 zum Monatswechsel auf 73,0 Mio. t. Das sind 1,2 Mio. t mehr als die Kommission im Oktober (71,8 Mio. t) erwartet hatte. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 65,2 Mio. t wäre dies jedoch ein Produktionszuwachs von 7,9 Mio. t oder etwa 12 %. Gleichzeitig würden die Landwirte in der EU eine neue Rekordernte einbringen. Der bisherige Rekord von 68,6 Mio. t stammt aus dem Jahr 2011/12. Die Erntefläche von Mais veranschlagte die Kommission Ende November auf 9,71 Mio. ha und damit ähnlich groß wie im Oktober (9,68 Mio. ha) und geringfügig größer wie im Vorjahr (9,65). Die durchschnittlichen Erträge werden mit 7,5 t/ha angegeben und damit etwas höher als in der Oktober-Prognose mit 7,4 t/ha und deutlich höher als im letzten Jahr (2013) mit 6,8 t/ha. Derzeit liegt die Kommission mit ihrer Einschätzung zur Maisernte ähnlich hoch wie die anderen europäischen und intentionalen Analysten wie etwa Strategie Grains (73,5 Mio. t), ADM/Töpfer (73,6 Mio. t) und der IGC (73,4 Mio. t).
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Importe schrumpfen weiter zusammen
Bei den Maisimporten erwartet die Kommission in diesem Wirtschaftsjahr einen kräftigen Rückgang um mehr als 50 Prozent. Dabei hat die Kommission die erwartete Importmenge nochmals um 1,0 Mio. t nach unten korrigiert. Mit geschätzten 7,0 Mio. t (Okt: 8,0 Mio. t) ist die erwartete Importmenge 8,0 Mio. oder 53 Prozent kleiner als die Rekordmenge die die Kommission für die letzte Saison (2013/14) ausweist (15,0 Mio. t). Das USDA erwartet für die das aktuelle Wirtschfaftsjahr 2014/15 Importe von nur 6,0 Mio. t (Okt 7,0 Mio. t), und der IGC geht ebenfalls nur von 6,0 Mio. t aus (Okt: 6,0 Mio. t). Nach Einschätzung der Kommission sollen die Endbestände von 14,7 Mio. t am Ende der vorigen Saison auf 17,0 Mio. t (Okt: 17,8 Mio. t) zum Ende der aktuellen Saison anwachsen.
 
Futter-Verbrauch trotz Rekordernte kleiner als 2013
Der Einsatz von Mais in der Tierfütterung geht im aktuellen Wirtschaftsjahr trotz der größeren Maisernte leicht zurück. Grund dürfte die sehr große Weizenernte und der deutlich höhere Verbrauch von Futterweizen sein. Damit ist der Einsatz von Mais in der Tierfütterung mit 59,8 Mio. t ( Okt: 59,8 Mio. t) trotz der deutlich größeren Ernte etwas kleiner als in der letzten Saison mit 60,6 Mio. t. Der Export von Mais aus der EU erreicht nach Meinung der Kommission im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 3,0 Mio. t (Okt: 2,0 Mio. t) etwa das Niveau der letzten Saison (3,1 Mio. t). Für die Herstellung von Bioethanol werden nach der aktuellen Einschätzung der Kommission 3,6 Mio. t Mais eingesetzt und damit 0,3 Mio. t mehr als im Vorjahr.
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Maispreise am Terminmarkt gestiegen, am Kassamarkt sehr fest
Am europäischen Terminmarkt sind die Maispreise im November gestiegen. Am 01. Dezember wurde Maiskontrakt mit knapp 154 Euro gehandelt und damit rund 8 Euro höher als vor vier Wochen (146 Euro). Im letzten Jahr (2013) kostete der Mais  Anfang Dezember 184 Euro und damit rund 30 Euro oder 19 Prozent mehr. Am europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise im November (je nach Region) uneinheitlich einwickelt. Fob-Oberrhein lagen die Maispreise am 01. Dezember zwischen 144 und 145 Euro und damit ähnlich hoch wie vor vier Wochen (144 und 145 Euro/t). Am Großmarkt in Mannheim kostete inländischer Mais zur Anlieferung im Dezember 145 bis 147 Euro (Nov: 140 bis 146). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (ab Station) zwischen 145 Euro und 150 Euro. In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) Anfang Dezember bei 150 Euro/t und waren damit 4 Euro höher als vor vier Wochen (146 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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